800 von 1800 Hauseigentümern in der Kernstadt haben bis jetzt ihre Zustimmung für einen kostenlosen Glasfaseranschluss der Telekom erteilt. Das teilte die Regionalmanagerin Marion Thüngen bei der zweiten Bürgerversammlung am Freitagabend in der Adam-Riese-Halle mit.
Marion Thüngen wünschte jedoch, dass 100 Prozent der Häuser angeschlossen werden können, damit der Netzausbau zügig in einem Jahr abgeschlossen werden könne. "Der Anschluss ist kostenfrei und ohne weitere Verpflichtung", unterstrich sie. "Der Anschluss des Hauses ist nicht gebunden an einen Produktvertrag." Die Hauseigentümer müssten lediglich ihre Zustimmung geben, dass die Baufirma das Grundstück betreten und den Anschluss ins Haus legen darf.


Begleitendes Vertriebsprojekt

In den vergangenen Wochen waren jedoch Irritationen bei den Bürgern der Stadt aufgekommen, weil Werber der Telekom unterwegs waren, die von Tür zu Tür liefen, um zu versuchen, Verträge mit Hausbesitzern und Mietern abzuschließen. Das sei legitim, habe aber mit dem eigentlichen Pilotprojekt nichts zu tun, sondern sei ein begleitendes Vertriebsprojekt des Konzerns, so Marion Thüngen.
Gleichwohl zeige sich die Telekom großzügig, wenn ein Kunde den Netzbetreiber wechseln wolle, fuhr sie fort. Mit der Unterzeichnung eines Vorvertrages erfolge die Installation im Hause kostenfrei, machte Thüngen deutlich. Kunden, Netzbetreiber und mittlerweile auch die Politik seien sich einig darüber, dass sich die Erfordernisse der Zukunft langfristig nur über echte Glasfaserleitungen lösen lassen und dass die alte Kupferleitung irgendwann ausgedient habe.


Kabel bis in alle Stockwerke?

"Wenn im Keller oder Erdgeschoss des Gebäudes nun also Highspeed-Internet per Glasfaser mit Gigabit-Geschwindigkeit ankommt, muss dieses natürlich auch innerhalb des Hauses mit hoher Geschwindigkeit weitertransportiert werden", so die Regionalmanagerin. Hierzu sei eine fehlerfreie Glasfaser-Installation im Haus erforderlich.
Ursprünglich war geplant, in der zwölften Kalenderwoche mit den Bauarbeiten zu beginnen, doch die Frist zur Abgabe einer Zustimmungserklärung wurde nun bis 31. März verlängert.


Bedenkzeit für Unentschlossene

Dadurch hätten jene Bürger, die bisher unentschlossen oder verunsichert waren, noch Zeit, sich für den Glasfaseranschluss zu bewerben, gab Marion Thüngen bekannt. Sie wies darauf hin, dass ein nachträglicher Glasfaseranschluss, der nach dem 31. März beantragt werde, regulär 799 Euro kosten würde.
Dipl.-Ing. Siegbert Reuther, der die Stadt berät, was die Erschließung mit zukunftstauglicher Kabeltechnologie betrifft, wiederholte die Argumente, die für den Glasfaseranschluss an jedes Haus sprechen. "Die Baumaßnahme soll auf einmal und in einem Stück erfolgen", sagte er. Für die Bewohner der Stadtteile - also der umliegenden Dörfer - sei der Pilotversuch ebenfalls vorteilhaft. Die Stadt habe durch das finanzielle Engagement der Telekom eigene Mittel frei, um Projekte im gesamten Stadtgebiet zu finanzieren.


Nur kleine Schlitze in den Straßen

Technische Einzelheiten erläuterte Projektleiter Marcel Kraus. Die Deutsche Telekom nutze für den Netzausbau das neue Verfahren Micro-Trenching, das die Bauzeiten deutlich verkürze. Statt die Straße mühselig mit Baggern aufzugraben, würden beim Micro-Trenching lediglich schmale Schlitze direkt an der gehwegseitigen Bordsteinkante gefräst. Unbebaute Wohngrundstücke würden ebenfalls auf Wunsch verkabelt; damit ermögliche man zukünftigen Bauherren einen problemlosen Glasfaseranschluss.
Bei einem Gewinnspiel der Telekom winken den Teilnehmern wertvolle Smartphones als Preise. Die Ziehung wird Thermenkönigin Katharina I. am 23. Februar um 16 Uhr am Infomobil vor dem Rathaus vornehmen.