JOsef Hofbauer

Von den über 5000 Straßenbeleuchtungsmasten im Forchheimer Stadtgebiet sind 358 nicht mehr standsicher. Das ergab eine Ultraschall-Prüfung der Stadtwerke, die sämtliche Masten unter die Lupe nehmen ließ. Weitere 222 Beleuchtungsmasten sollen aus Altersgründen ausgetauscht werden.
Die Stadtwerke wollten die Maßnahme so zügig wie irgend möglich über die Bühne bringen, erläuterte Kämmerer Detlef Winkler. Er schränkte aber ein: "Aus haushaltstechnischen Gründen müssen wir hier ein wenig auf die Bremse treten."
Die Auswechslung der Beleuchtungsmasten ist nämlich nicht ganz billig. Ingesamt ist die Maßnahme auf 1,1 Millionen Euro veranschlagt. Der Hauptanteil dabei entfällt auf die Tiefbau-Arbeiten, für die 765 000 Euro errechnet wurden. Leuchten und Montage sind mit 278 000 Euro kalkuliert.
Angezweifelt wurden die Kosten für die Masten, die in der Beschlussvorlage des Finanzausschusses mit 58 000 Euro ausgewiesen waren. "Das sind bei 580 Masten gerade mal hundert Euro pro Stück", rechnete CSU Fraktionschef Udo Schönfelder vor. Eine Billig-Variante?
Die Notwendigkeit der Auswechslung indes stellte niemand in Frage. Laut Udo Schönfelder (CSU) soll es schon vorgekommen sein, dass ein Hund, der einen Laternenmast mit seinem Stammbaum verwechselt hatte, das Zeitliche segnete, weil er beim Beinchen heben einen Stromschlag erlitten hatte.
Kollege Josua Flierl hätte gerne gewusst, wie er den Wählern erklären soll, warum gerade dieser oder jener Mast ausgetauscht wird. Ein Übersichtsplan sei sinnvoll. Außerdem müsse kommuniziert werden, dass es bei der Auswechslung nicht um die Helligkeit, sondern um die Standfestigkeit der Masten gehe.
Kämmerer Detlef Winkler informierte auch, dass die Erneuerung auf die Anlieger umgelegt werde. Von den insgesamt 1,1 Millionen Euro seien rund 412 000 Euro umlagefähig. Abgezogen werde noch die Fördersumme von 35 764 Euro, die auf Grund der ernergetischen Sanierung der Straßenbeleuchtung vom Staat gewährt werde. Allerdings müsse dafür ein entsprechender Antrag gestellt werden.
Gerhard Meixner (FGL) wollte wissen, ob die Bürger auch an der Kosteneinsparung, die mit dem Austausch der Beleuchtungskörper verbunden ist, beteiligt würden. Immerhin könnten die Kosten bei einem Straßenzug, für den bislang 800 000 Euro angefallen waren auf 300 000 Euro reduziert werden, argumentierte Meixner.
Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) bedauerte: Das sei in der Satzung nicht vorgesehen. Also könnten die Bürger auch nicht entlastet werden Übrigens: Der Übersichtsplan bleibt vorerst unter Verschluss. Kirschstein will die betroffenen Anlieger selbst informieren. Er wolle nicht, dass die Anwohner zuerst über die Medien erfahren, dass sie durch die Auswechslung der Straßenlaternen zur Kasse gebeten werden, erklärte ein Mitarbeiter der Stadtwerke.