Die Alten Herren (AH) des TSV Germania Kirchehrenbach feiern einen runden Geburtstag und haben sich prominente Gratulanten eingeladen. Am Freitag gastiert die Traditionsmannschaft des 1. FC Nürnberg am Fuß des Walberla - fast auf den Tag genau 50 Jahre nach der ersten Partie gegen Ebermannstadt. Abteilungsleiter Bernd Marsching lässt uns ins Archiv blicken.


Die Gründung

Als Fritz Petersik, Willi Lochner und Leo Hühnlein sen. aus Altersgründen ihren Fußballsport nicht mehr in harten Punktekämpfen ausüben wollten, sich aber zu jung fühlten, um gänzlich die Schuhe an den Nagel zu hängen, scharten sie 1966 andere Gleichgesinnte um sich: Die Alten Herren waren geboren.
Das Gründungsdatum der AH-Mannschaft ist mit dem ersten Spiel in Ebermannstadt am 21. Mai 1966 dokumentiert. Bei der Premiere, die mit 2:3 verloren ging, standen folgende Spieler auf dem Rasen: Torwart Konrad Eichenmüller, Anton Haselbauer, Franz Finze, Hans Gebhardt (Reich), Heiner Schack, Georg Zimmermann, Stefan Grau, Leo Hühnlein sen., Fritz Petersik, Benno Eichenmüller und Willi Lochner.
Das Ergebnis war aber zweitrangig für das vor einem halben Jahrhundert neugeschaffene Team, denn so manch eigener Sportverein des Kreises existiert noch gar nicht so lange.


Geselligkeit ist Trumpf

Im Gründungsjahr sollte nach zwei weiteren Niederlagen und einem Remis dann doch noch der erste Sieg gelingen. Eine positive Punktebilanz wurde erstmals 1969 erreicht und mit dem Sieg im Pokalturnier in Reuth gekrönt. Die Siegertrophäe, eine schön gearbeitete Vier-Liter-Liesl, steht noch heute im Sportheim und gilt als Vermächtnis für die nachfolgenden Generationen. Aus ihr muss alljährlich im Gründungsmonat neue Kraft getankt werden.
Seit 1976 findet ein regelmäßiges Training statt, in den Wintermonaten geht es in die Halle, und seit Anbeginn genießen gemeinsame Unternehmungen sowie die Geselligkeit selbst hohen Stellenwert. Bereits ab 1978 sind Mehrtages-Reisen zum TSV Hassel im Landkreis Nienburg/Weser dokumentiert, die Alten Herren gelten daher als Vorreiter der Partnerschaft beider Gemeinden, die 1987 beurkundet wurde. 1982 hielt man erstmals ein Schlachtfest, und zum 20-jährigen Bestehen 1986 erstellte Leo Hühnlein sen. eine in Leder gebundene, umfangreiche Chronik.


Erfolge blieben nicht aus

Neben etwa 25 Fußballspielen mit Freizeitcharakter wurden bisher auch viele Turnierspiele zur Kreismeisterschaft absolviert. Die wohl erfolgreichste Ära der AH-Geschichte hat der langjährige Spielleiter Markus "Horti" Pieger mitgeprägt, unter dem zahlreiche Titel in der Halle und auf dem Feld eingefahren wurden.
Die Bezirksmeisterschaft blieb allerdings versagt, ein paarmal scheiterte ein spielstarker Kader mit Akteuren wie Gerhard Götz, Herbert Schroll und Ludwig Gebhardt nur knapp an der Tür zum Finale.


Am Mittwoch ist Training

Der Wandel der Zeit macht auch bei den Senioren nicht halt, auch in den AH-Teams gibt es inzwischen vermehrt Spielgemeinschaften, wie Bernd Marsching weiß, der die Abteilung seit 2009 mit Bernd Hübschmann und Marco Albrecht leitet: "Der Kader beim TSV beträgt zwar um die 30 Akteure, dennoch ist es oft ein Kampf, wenigstens elf Spieler zu mobilisieren." Die Saison dauert von März bis Oktober, trainiert wird mittwochs mit anschließender Brotzeit.