Lichtenfels — Mit herausragenden Leistungen glänzten die Absolventen der Gesellenprüfung im Handwerk auch in diesem Jahr. Bei der Freisprechungsfeier von 46 Lehrlingen am vergangenen Sonntag im Stadtschloss ehrte Kreishandwerksmeister Mathias Söllner Johanna Kraus mit einem Notendurchschnitt von 1,4, Thomas Hagel (1,5), Thomas Senger (1,8), Michael Friedrich (1,8) Lukas Klamert (1,9) und André Schneider (1,9).
Erstmals war die Berufssparte Fleischer und Fleischerfachverkäuferinnen nicht mehr dabei. Die Absolventen besuchten das Staatliche Berufliche Schulzentrum Bamberg. Sie wurden bereits in der dortigen Konzert- und Kongresshalle am 22. September freigesprochen.
In seiner Festrede betonte Karl-Peter Wittig, Vizepräsident der Handwerkskammer Oberfranken: "Die berufliche Bildung ist keine Einbahnstraße, sondern der Königsweg zur Karriere im Handwerk". Vor dem Hintergrund geburtenschwacher Jahrgänge sei es immer schwieriger, geeignete Fach- und Nachwuchskräfte zu finden. Trotz hoher Ausbildungsquoten beklagten viele Betriebe zunehmend einen Mangel an qualifizierten Mitarbeitern. Die Nachwuchsgewinnung sei daher eine der größten Herausforderungen der nächsten Jahre.
Wittig kritisierte den erneuten Versuch der EU-Kommission, den Meisterbrief abschaffen zu wollen. Es sei schlichtweg unverständlich, wie die Kommission auf der einen Seite unser duales Ausbildungssystem als Vorbild für Europa lobt, auf der anderen Seite aber die zentrale Säule des Systems abschaffen wolle. Bei einer bundesweiten Aktion "Ja zum Meister" sollen Unterschriften gesammelt und der Kommission im Frühjahr 2015 übergeben werden.
Zweite Bürgermeisterin Sabine Rießner (CSU) fasste die Worte der Festredner zusammen: "Mit der Gesellenprüfung haben Sie eine für Ihre berufliche Zukunft wichtige Hürde genommen. Auf diese Leistung können Sie stolz sein und darauf Ihre berufliche Zukunft aufbauen". Ausbildern, Lehrern und Eltern, die die Lehrlinge mit Engagement und Geduld begleitet hätten, galt ihr besonderer Dank. Landrat Christian Meißner (CSU) unterstrich: "Niemand kommt um das Handwerk herum, wir brauchen Euch an allen Ecken und Enden". Auch er machte sich für den Meister im Handwerk stark. Am Flügel begleitete Stefanie Denscheilmann die Veranstaltung musikalisch. Roland Morgenroth, Vorstand der Kreishandwerkerschaft, moderierte die Feier. Andreas Welz