Mit Klängen aus Jahrhunderten bereiteten die Vokalgruppe "Cantiqua" unter Leitung von Leo Langer und der Organist Jan Dolezel den etwa 130 Zuhörern in St. Michael Neunkirchen am Brand einen wunderschönen Konzertabend.

Pfarrer Joachim Cibura meinte zur Begrüßung, dass es ja oft so sei, dass das, was man oft hört, wie zum Beispiel die Orgel in jedem Gottesdienst, alltäglich wird. Nun aber werde man hören, dass die Orgel oder auch der Chorgesang ein ganz besonderes Instrument sein können. Der Organisator des Abends, Winfried Hoffmann, stellte die Darbietenden kurz vor, die den Abend gemeinsam gestalteten und im Wechsel auftraten.

Mit Felix Mendelssohn-Bartholdys "Praeludium" eröffnete Jan Dolezel, Professor für Orgel in Würzburg, das Konzert. Die Programmfolge brache die Zeiten der Renaissance durch den Chor "Cantiqua" und die der Romantik mit der Steinmeyer-Orgel im Wechsel. Diese Kontrastierung war für den Abend ein Gewinn. Der Zuhörer bekam dadurch immer wieder neue Klangimpulse.

Jan Dolezel hat viel Freude daran, unbekanntere Musik "auszugraben" - auch aus seiner tschechischen Heimat - und damit Akzente zu setzen, die sich von hergebrachten Orgelkonzerten absetzen. Als letztes Stück trug der Chor "Northern Lights" von Ola Gjeilo vor, so intensiv, gefühlvoll die dem Text innewohnende Geschichte des "Hohen Liedes" nachvollziehend, dass dank des beeindruckenden Zusammenwirkens der einzelnen Stimmen bei manchen der Zuhörer "Gänsehautgefühl" eintrat. Da passte es dramaturgisch perfekt, dass Pfarrer Joachim Cibura ein christlich nachdenkliches Gedicht beziehungsweise Gebet vortrug, und die Orgel mit dem etwas düster beginnenden, sich aber zunehmend aufhellenden, freudige Erwartung verbreitenden "Heiligen Segen Gottes" von Vojtech Esterle das Hörerlebnis verstärkte.

Pfarrer Cibura und Organisator Hoffmann bedankten sich bei allen, die mit ihrer Spende zur Finanzierung der 2012 erfolgten Orgelrestaurierung beitrugen. Winfried Hoffmann hatte mithilfe von Andreas Tolle und Mesnerin Daniela Kugler diesen Konzertabend ermöglicht.

Mit dem Erfolg kann die Pfarrgemeinde sehr zufrieden sein: Etwa 130 Besucher kamen zu dem anspruchsvollen Konzert. Die Abendkasse brachte 1100 Euro, mit den Beiträgen der Sponsoren und nach Abzug der Kosten bleiben rund 3000 Euro zur Restfinanzierung für die Orgelrestaurierung. red