Bernhard Panzer Bürgermeister German Hacker (SPD) nahm einen Antrag der CSU zur Haushaltsdebatte im Stadtrat zum Anlass, einen Bericht über die Baumpflanzungen in der Stadt der letzten sieben Jahre zu geben. Es waren eindrucksvolle Zahlen, die Hacker vorlegte. In Summe sind seit 2012 auf dem Stadtgebiet durch Aktionen der Stadt 26 110 Bäume gepflanzt worden.

Dabei handelt es sich zumeist um Aufforstungen in vorhandenen Waldflächen. Seit sieben Jahren bindet die Stadt vor allem auch Jugendliche in solche Aktionen mit ein. Dabei handle es sich um "echt pädagogisch wertvolle und für den Klimaschutz relevante" Aufforstungs- und Waldpflegeaktionen mit Schülern. Seit 2012 finden solche Maßnahmen beispielsweise mit den Siebtklässlern der Realschule statt. Man treffe sich da im Dohnwald und zur Erstaufforstung auf verschiedenen Ausgleichsflächen südlich Burgstall und bei Höfen, sagte Hacker. Oder mit der Montessori-Schule, wie zuletzt im Klosterwald.

Aber: Die Stadt Herzogenaurach verfügt laut Hacker über keine geeigneten Flächen mehr, auf denen man speziell so einen Generationenwald anpflanzen könnte. Hacker: "Alle unsere zusammenhängenden Flächen, bis hin zu kleinen Lücken im Flächenbesitz der Stadt, sind weitgehend bepflanzt." Und: "Wir würden selbst gerne mehr pflanzen, können es aber mangels Flächen nicht." Einzig Verjüngungspflanzungen im Waldbestand könnten im größeren Stil stattfinden.

Die Jugendlichen selbst haben in fünf Jahren (die anderen entfielen wegen Trockenheit) insgesamt 1975 Bäume gepflanzt. Umgerechnet auf einen Durchschnittswert pro Jahr seien das immerhin mehr als doppelt so viele Bäume, wie Kinder in Herzogenaurach geboren wurden. Hacker geht von rund 230 Neugeborenen jährlich aus.

Symbolische Idee

Die symbolische CSU-Idee für den "Generationenwald" geht davon aus, dass die Stadt für jedes neugeborene Herzogenauracher Kind einen Baum pflanzen lässt. Hacker bezeichnete das als charmant klingenden Begriff, verwies aber auf die Förderung von Baumpflanzungen in privaten Gärten durch die Stadt, die erst vor wenigen Tagen beschlossen wurde.

Die Antragsteller zeigten sich in der Sitzung am Donnerstag von der ablehnenden Haltung enttäuscht. Jeder Baum, der zusätzlich gepflanzt wird, sei für die Umwelt gut. Wer für den Wald ist, müsse einfach zustimmen, forderte Walter Drebinger.Und Walter Nussel, von Beruf unter anderem Forstwirt, wollte nicht verstehen, dass kein Platz vorhanden sein soll. Für 230 Bäume bräuchte man gerade mal 300 Quadratmeter. Frank Gäbelein zeigte sich "bass erstaunt", dass die Stadt und politischen Gegner immer wieder Argumente finden, um abzulehnen. Das Argument "Wir machen schon viel" lässt Gäbelein nicht gelten, im Gegenteil: "Wo kein Wille, da kein Weg."

Retta Müller-Schimmel (Grüne) wollte Drebingers Forderung, man müsse einfach zustimmen, nicht so stehen lassen. Schließlich werde ein Grünflächenkonzept erarbeitet, bei dem Baumpflanzungen ideal aufgehoben seien. Ihr Kollege Georgios Halkias bezeichnete den Antrag als scheinheilig. Denn mit diesen Waldflächen könne man mitnichten die Flächen ersetzen, die der Bau der Südumgehung kaputt mache. Drebinger konterte, dass auch ein Radschnellweg Flächen versiegeln würde. 16 Räte lehnten den Antrag ab, gegen zwölf Stimmen von CSU, FW und FDP.