Das Meranier-Gymnasium und das Gymnazium Ceský Brod verbindet eine inzwischen 24-jährige Beziehung: Seit 1992 besuchen sich Schüler im jährlichen Wechsel, um Land, Leute und Kultur kennen zu lernen. So begrüßten die Lehrkräfte Gregor Christof und Andrea Kirsch 25 junge Tschechen mit ihren Lehrerinnen Vladka Kantova und Marketta Kallupova, um ihnen Lichtenfels und die Region, aber auch Schule und Unterricht zu zeigen.
Wie immer waren die Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 18 Jahren bei Gasteltern untergebracht und konnten so hautnah deutsches Alltagsleben erfahren. Das gemeinsame Besuchsprogramm begann am Montag mit einer Begrüßung durch den Schulleiter Stefan Völker. Anschließend gab es einen Empfang bei Landrat Christian Meißner. Danach fuhr die Gruppe nach Coburg, wo die Veste und deren Wehranlagen mit einem Bingo-Bilderrätsel erkundet wurden. Am frühen Nachmittag besichtigten die Gäste im Rahmen einer weiteren kleinen Führung Schlossplatz, historisches Stadtzentrum und Marktplatz, bevor man nach Lichtenfels zurückkehrte. Von der Kaiserburg in Nürnberg aus, wohin das Programm am Dienstag führte, sah man noch einige der früheren Stadttore rund um die Altstadt und hatte so eine Vorstellung der Ausmaße des mittelalterlichen Stadtkerns. Einer der berühmtesten Bewohner Nürnbergs war wohl Albrecht Dürer, dessen Wohnhaus am Mittag besucht wurde. Neben seinen weltberühmten Gemälden in hervorragenden Kopien konnten auch die mittelalterliche Küche und sogar das seinerzeit illegal eingebaute Plumpsklo Dürers bestaunt werden.


Im Brauereimuseum

Am Mittwoch wartete in Kulmbach ein Genussprogramm auf die Gäste: Zunächst besuchten sie das Brauereimuseum, wo bei einer interessanten Führung rund um Hopfen, Malz, Wasser und Hefe die Kunst des Bierbrauens erläutert wurde. Ein Probierschluck rundete die Führung ab und es ging in die Gaststätte Kommunbräu zum Mittagessen: Auf dem Speiseplan standen Kulmbacher Bratwürste mit Kraut als typisches, regionales Gericht.
Deutschen Unterrichtsalltag konnten die tschechischen Gäste am Donnerstag erleben, und zwar in einer breiten Palette vielerlei Fächer, von Englisch über Wirtschaft/Recht, Chemie und Physik bis zu Deutsch. Danach wurde die Gruppe von Bürgermeister Andreas Hügerich begrüßt und die Gäste durften sich in der Tourist-Information ein kleines Gastgeschenk als Erinnerung an Lichtenfels abholen. Sie lernten Wissenswertes rund um Lichtenfels kennen, indem sie in drei Kleingruppen das Geocaching-Spiel durchführten, bei dem es darum geht, durch richtige Antworten jeweils Zahlen zu erhalten, die wiederum in die Koordinaten eingesetzt werden müssen. Damit zeigt das Geocaching-Gerät den Weg zum nächsten Standpunkt in der Lichtenfelser Innenstadt mit der nächsten Frage. Am Abend besuchten einige der Gäste die "Crimetime" am Meranier-Gymnasium, ein buntes Programm der Bigband und der Theatergruppe der Unterstufe. Aus den Rückmeldungen der Jugendlichen, aber auch der Eltern wurde deutlich, dass Organisation und Durchführung sich auf jeden Fall gelohnt hatten, da einige neue Kontakte entstanden sind. Die tschechischen Gäste wuchsen manchen einheimischen Schülern so ans Herz, dass beim Abschied hier und da Tränen flossen.
Aber für das Frühjahr 2017 ist der Gegenbesuch geplant, auf den sich einige der deutschen Schüler, die dann teilnehmen werden, schon jetzt freuen dürfen. Dass dieser traditionsreiche Austausch überhaupt möglich ist, liegt natürlich an den Eltern, die einen tschechischen Gast aufnehmen. Andrea Kirsch, Gregor Christof