von unserem Mitarbeiter Alfred Thieret

Wallenstadt — Traditionell feierten die 25 Feuerwehren des Stadtgebietes den Namenstag ihres Schutzheiligen Florian am Samstag mit einem Gottesdienst, einem Festzug und einem anschließenden gemütlichen Beisammensein, wobei die Freiwillige Feuerwehr Wallenstadt nach 1997 und 2005 bereits zum dritten Mal der Ausrichter war.

Nicht in Vergessenheit geraten

Zunächst versammelten sich die vielen Feuerwehrleute auf dem Lindenplatz in Unterwallenstadt vor der St.-Batholomäus-Kapelle zu einem Wortgottesdienst, den der Kreisfeuerwehrseelsorger Alfred Bernhardt wie immer sehr schön gestaltete. Er betonte in seiner Predigt, dass der heilige Florian bis heute noch nicht in Vergessenheit geraten sei, obwohl er schon vor über 1700 Jahren sein Leben als Märtyrer für andere Menschen hingegeben habe.
Er ging aber diesmal nicht so sehr auf seine Vorbildfunktion als Helfer für seine Mitmenschen, sondern vielmehr auf das St.-Florians-Prinzip ein, dem das Sprichwort "Heiliger St. Florian, verschon' mein Haus, zünd' andere an" zugrunde liegt und wodurch der Heilige zu Unrecht in ein falsches Licht gerückt werde. Wenn der heilige Florian die Möglichkeit hätte, vom Himmel aus einen Brief an die Menschen zu schreiben, dann würde er sich sicherlich über diese ungebührliche Darstellung, die seinem Handeln nicht gerecht werde, beschweren, meinte Alfred Bernhardt. Auch wenn man den Heiligen wie einen Nothelfer bitten würde, dass man von Brandkatastrophen verschont bleiben möge, wäre er damit sicher nicht einverstanden, da er nicht als Zauberer gesehen werden möchte. Man sollte ihn einfach so verstehen, dass er Gott die Fürbitten der Menschen vorträgt. Damit ergebe sich als wirkliches Floriansprinzip, das die Feuerwehrleute tagtäglich befolgen: "Den Menschen zur Wehr" und vor allem "Gott zur Ehr".
Während der Wallenstadter Kommandant Christian Lotz die Lesung zu Gehör brachte, trugen die beiden Wallenstadter Kommunionkinder Johannes Lotz und Kathrin Fischer die Fürbitten vor. Für die festliche musikalische Umrahmung sorgten die Ansbachtaler Musikanten aus Roth, die auch den anschließenden langen Festzug zum Feuerwehrhaus in Oberwallenstadt anführten, in den sich auch die drei Bürgermeister, mehrere Stadträte und die beiden Feuerwehrreferenten einreihten.

Aktueller Vergleich

Im Festzelt stellte Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD) die Wichtigkeit ehrenamtlicher Helfer wie die Feuerwehrleute heraus, indem er auf die aktuelle Erdbebenkatastrophe in Nepal verwies, wo viele Helfer benötigt wurden. Bezugnehmend auf das durch die Presse gehende Foto, auf dem ein geretteter Junge zu sehen war, der von Helfern auf einer Trage abtransportiert wurde, während ein Helfer die Hand des Jungen hielt, rief er den Floriansjüngern zu: "Ihr seid die helfende Hand, wenn eure Mitmenschen in Not sind."