Selten trifft der alte Spruch "Früh gefreit hat selten gereut" so zu wie beim Ehepaar Else und Karl Klett. Im Alter von 20 und 23 Jahren sagten sie 1954 in Großwalbur "Ja" zueinander und am 25. September feierten sie - 65 Jahre später - ihre eiserne Hochzeit. Bürgermeister Wolfgang Bauersachs (BfB), der die Glückwünsche der Gemeinde Weitramsdorf überbrachte, stellte fest: "Nur gegenseitiges Verständnis über 65 Jahre und Rücksichtnahme über 23 725 Tag erhalten eine Ehe über einen so langen Zeitraum in Harmonie und Zufriedenheit."

Else Klett, geborene Siegmund, wurde am 16. November 1934 in Kraschen/Kreis Oels (Schlesien) geboren. 1945 flüchtete sie mit den Eltern und neun Geschwistern vor den Missständen des Weltkriegs. Sie landeten in Obersiemau, bevor sie in Großwalbur eine Heimat fanden. Else besuchte die Volksschule und arbeitete später im Coburger Landkrankenhaus als Schwesternhelferin.

Karl Klett wurde am 11. April 1931 in Coburg geboren und besuchte die Heiligkreuz-Schule. Er absolvierte eine Lehre zum Polsterer bei der Firma Lorenz (Coburg) und machte die Gesellenprüfung. Von 1951 bis 1985 übte er seinen Beruf bei der Firma Schunk aus, wo er sich vom Polsterer zum Betriebsleiter hocharbeitete. Die letzten sechs Jahre bis zur Rente verbrachte er bei der Firma Steiner.

Kennengelernt haben sich die beiden leidenschaftlichen Tänzer 1950 bei einer Veranstaltung in der Gaststätte Will in der Judengasse. "Es hat sofort gefunkt", stellt Karl Klett mit einem schelmischen Grinsen in den Augen fest. Die Eheleute bekamen sechs Kinder (vier Jungen und zwei Mädchen). Inzwischen sind noch fünf Enkel hinzugekommen, worüber sich die beiden freuen, vor allem darüber, dass die Kontakte eng sind. "Alle wohnen in der Region, rufen regelmäßig an und sind stets für uns da", erzählen Karl und Else Klett zufrieden.

Die eisernen Ehejubilare wohnen inzwischen in einem schönen Heim des betreuten Wohnens im Weitramsdorfer Gemeindeteil Weidach. Else Klett liest gerne und hat viel Spaß am Spazierengehen - inzwischen allerdings mit ihrem "Wägelchen". Ärgern kann sie sich allerdings, wenn zum Frühstück ihre Zeitung nicht auf dem Tisch liegt. Die braucht sie zum Start in den Tag. Ehemann Karl ist vielen sicher noch bekannt als guter Sportkegler (über 30 Jahre) und als Vorsitzender der Naturfreunde Weitramsdorf an den Hoffmannsteichen in den Jahren 1973 bis 2000.

Der zweitjüngste Sohn der "Eisernen", Michael, sagt abschließend mit Begeisterung: "Unsere Eltern waren für mich immer ein Vorbild für Harmonie und Ausgeglichenheit. Wir Kinder hatten eine schöne Kindheit und erinnern uns gerne an die schönen Ausflüge an den Wochenenden."