Kreis Erlangen-Höchstadt — Die Zahl der Verkehrsunfälle in Mittelfranken ist 2014 leicht (um 0,28 Prozent) auf nunmehr 48 955 (2013: 49 092) gesunken. Allerdings stieg die Zahl der Unfälle mit Personenschaden auf 7133 (2013: 6987). Dies geht aus der aktuellen Verkehrsunfallstatistik hervor, die das Polizeipräsidium Mittelfranken veröffentlicht. Erfreulicherweise sei bei den Verkehrsunfällen mit tödlichem Ausgang ein deutlicher Rückgang (14,29 Prozent) zu verzeichnen, heißt es in der Mitteilung für die Medien.
Im Jahr 2014 kamen 66 (2013: 77) Personen auf mittelfränkischen Straßen ums Leben. Dies bedeutet einen historischen Tiefstand. Bei Unfällen außerorts kamen 42 (56) Personen und innerorts 24 (21) Personen ums Leben.
Die mittelfränkische Polizei differenziert bei den Unfallursachen. So habe sich die Anzahl der Alkoholunfälle auf 511 (549) reduziert. Leider seien dabei vier (sechs) Personen getötet worden. Die Verletztenzahlen sanken auf 269 (289).
Unter dem Einfluss von Drogen oder Medikamenten wurden 48 (56) registriert. Dies bedeute einen leichten Rückgang von 14,29 Prozent. Im Jahr 2014 wurden bei Unfällen unter Drogen-/Medikamenteneinfluss 29 (25) Personen verletzt und vier Personen getötet. 2013 wurde eine Person getötet.
Die Unfallursache "überhöhte und nicht angepasste Geschwindigkeit" steht in der Mittelfranken-Statistik nach Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, ungenügendem Sicherheitsabstand und Vorfahrtsverletzung an fünfter Stelle. Bei den schweren Unfällen mit Getöteten und Schwerverletzten liegt sie allerdings an erster Stelle. Danach folgen Fehler beim Abbiegen und falsche Straßenbenutzung (zum Beispiel Nichtbeachtung des Rechtsfahrgebotes).
Im Bereich der Geschwindigkeitsunfälle ist laut Polizei ein Rückgang erkennbar, sowohl was die Anzahl 3060 (3177) betrifft als auch die dabei Verletzten 1403 (1544) betrifft. "Leider stieg die Zahl der dabei Getöteten jedoch deutlich (80 Prozent) von 15 auf 27 Personen", schreibt das Polizeipräsidium Mittelfranken in seinem Statistik-Bericht. Deshalb werde auch in diesem Jahr ein besonderes Augenmerk auf die Verkehrsüberwachung und Verkehrsaufklärung gelegt.

Junge Erwachsene sehr gefährdet

Auch nach dem Alter der Verunglückten unterscheidet die Statistik. Der Anteil der Altersgruppe "Junge Erwachsene" (18 bis 24 Jahre) am Gesamtunfallgeschehen (ohne Kleinunfälle) beträgt 23,43 Prozent, obwohl der Bevölkerungsanteil nur bei acht Prozent liegt. Die jungen Erwachsenen sind deshalb die am stärksten gefährdete Altersgruppe. Von den 4544 (4683) Verkehrsunfällen mit Beteiligung junger Erwachsener haben 2580 (2666) Unfälle die jungen Erwachsenen selbst verursacht. Im Jahr 2014 kamen zehn junge Erwachsene ums Leben. Im Jahr davor waren es ebenfalls zehn. 2014 wurden 1394 (1428) junge Erwachsene verletzt.
Bei 3598 (2013: 3527) Verkehrsunfällen waren Senioren ab 65 Jahre beteiligt, dabei wurden 17 (18) getötet und 864 (868) verletzt. Die Senioren, deren Anteil an der Gesamtbevölkerung 20 Prozent im Regierungsbezirk Mittelfranken beträgt, sind nur mit 11,58 Prozent als Hauptunfallverursacher am Gesamtunfallgeschehen (ohne Kleinunfälle) beteiligt. Allerdings mit gravierenden Folgen - ein Viertel der Getöteten waren nach Angaben der Polizei Senioren.
Im Vergleich zum Vorjahr sind die Verkehrsunfälle mit Beteiligung der Radfahrer auf 1884 (1701) und der dabei Verletzten auf 1706 (1534) deutlich gestiegen. Zu 50,53 Prozent verursachten die Radfahrer die Unfälle selbst. Es kamen acht Menschen bei Fahrradunfällen zu Tode, 2013 waren es ebenfalls acht. Wie die mittelfränkische Polizei festgestellt hat, ignorieren Radfahrer besonders im innerstädtischen Bereich häufig Verkehrszeichen und Verkehrsregeln. "Durch das Nichtbeachten von roten Ampeln, durch Fahren auf Gehwegen und in Fußgängerzonen gefährden sie sich und andere Verkehrsteilnehmer", heißt es in dem Statistikbericht ganz deutlich.
Im vergangenen Jahr ereigneten sich 798 (2013: 751) Unfälle mit Kradfahrern. Dabei wurden 742 (668) Kradbenutzer verletzt. Die Zahl der dabei getöteten Kradfahrer sank deutlich von 19 auf sechs Personen.
Obwohl die Lkw-Unfälle um 7,79 Prozent auf 2437 (2013: 2643) und der dabei verletzten Personen 209 (216) sanken, erhöhte sich die Zahl der Getöteten deutlich von drei auf sechs Personen.
Die Verkehrssicherheitsaktion "Bayern mobil - sicher ans Ziel" des Bayerischen Staatsministeriums des Innern für Bau und Verkehr sieht eine weitere Reduzierung der Unfallzahlen und eine Senkung der Verkehrstoten bis zum Jahr 2020 vor. Neben verstärkter Öffentlichkeitsarbeit und präventiven Maßnahmen wie der Verkehrsaufklärung an Schulen und bei Senioren, werde die mittelfränkische Polizei auch weiterhin eine konsequente Verkehrsüberwachung durchführen, wird in dem Bericht angekündigt. red