Vereinstreue ist im Fußball eine Rarität geworden. Beim ersten Heimspiel des 1. FC Burk in der Kreisliga 1 ER/PEG gab es daher eine Ehrung, die Seltenheitswert besitzt. Anja Gareus wurde vom Vorsitzenden Holger Lehnard für 20 Jahre als Physiotherapeutin im Verein ausgezeichnet. Mit diesen zwei Jahrzehnten als Masseurin und gute Seele der ersten Mannschaft ist sie beim kleinen FCB eine ähnliche Institution wie es Dr. Müller-Wohlfahrt bis vor Kurzem beim großen FC Bayern war.
Als Anja Hähnel kam die damals 25-Jährige im Sommer 1996 nach der Meisterschaft in der C-Klasse (heute A-Klasse) vom SV Buckenhofen. Der Wechsel erwies sich nicht nur für den FC Burk als Glücksfall, sondern auch für ihr Privatleben, denn sechs Jahre später heiratete sie den heutigen Abteilungsleiter Frank Gareus. Durch ihre medizinische Betreuung hatte sie Anteil an den drei Meisterschaften zwischen 1997 und 2001 mit dem Aufstieg bis in die Bezirksoberliga.
Doch auch als es sportlich wieder abwärts ging, blieb sie dem Verein treu. Während ihres Wirkens beim FC sind acht Trainer und etwa 150 Spieler gekommen und gegangen. Lehnard überreichte ihr neben einem Gutschein und einer Urkunde auch noch einen guten Tropfen, um auf das Jubiläum anstoßen zu können. Auf die Erfüllung ihres Wunsches, einmal Mehmet Scholl behandeln zu dürfen, wartet sie allerdings noch immer. pm