Buttenheim — Die Frage ob man neue Baugebiete ausweisen oder lieber Maßnahmen ergreifen und Anreize schaffen soll damit eine sinnvolle Innentwicklung in den Gemeinden möglich ist, wird immer wieder kontrovers diskutiert. Pauschalrezepte sind nicht in Sicht. Unumstritten ist die Tatsache, dass Kommunen ihr Ortskerne und älteren Baugebiete im Auge behalten müssen, um eine nachhaltige Gemeindeentwicklung nicht zu verpassen. Gilt es doch neben neuen Wohnformen insbesondere jungen Familien den Verbleib oder auch den Zuzug vor Ort zu ermöglichen.
Die Wanderausstellung "Bauen mitten im Dorf. Beiträge zur Stärkung der Innenentwicklung" ist jetzt im Levi-Strauss-Museum in Buttenheim zu sehen. Die von der ehemaligen Kreisbaumeisterin Gabriele Pfeff-Schmidt initiiert Ausstellung, die nicht als Architekturausstellung verstanden werden soll, zeigt 19 herausragende Beispiele aus dem Landkreis Bamberg. Diese wurden durch eine Fachjury ausgewählt und in acht Kategorien aufgeteilt. Von der Instandsetzung kleiner und großer Hofanlagen, über die Instandsetzung und den Ersatzbau von Gebäuden auf unattraktiven Grundstücken, bis hin zur Umnutzung landwirtschaftlicher Nebengebäude reicht die Bandbreite dieser Pilotprojekte.
Hinzu kommen Ersatzbauten im Ort, Nachverdichtung, Schließung von Baulücken und der Modernisierung von Wohngebäuden der 50er und 60er Jahre.


"Projekte, die sich lohnen"

Für Nadja Kulpa-Goppert, vom Fachbereich Regionalentwicklung beim Landratsamt Bamberg sind das "alles Projekte, die sich lohnen". Wichtig sind für sie auch die Menschen, die dabei zu Wort kommen. Es wurden Bauherren gefunden, "die mitgemacht und sich auf ganz unterschiedliche Projekte eingelassen haben". Sie würde sich wünschen, dass durch die Ausstellung das Thema Innenentwicklung in all seinen Facetten in die Gemeinden, zu den Bauherren und zu den Planern und Architekten getragen wird.
In Anwesenheit von Landrat Johann Kalb (CSU) freute sich
Buttenheims Bürgermeister Michael Karmann (ZWdG/CSU), dass auch zwei Beispiele aus seiner Gemeinde mit aufgenommen wurden. Er würdigte bei der Ausstellungseröffnung im Levi-Strauss-Museum am Beispiel der Buttenheimer Projekte den Mut und die Ausdauer der Bauherren und die gelungene Umsetzung der Maßnahmen. Es handelt sich dabei um die Umnutzung eines landwirtschaftlichen Nebengebäudes durch die Familie Saffer in Frankendorf und den Ersatzbau an Stelle einer alten Scheune durch Elisabeth und Christoph Schneider. Hier ist ein modernes Wohnhaus für eine junge Familie im Kernort entstanden, das auf drei Grenzen steht.
Der Bauherr sprach davon, wie wichtig für die Familie die ausführliche Bauberatung im Rahmen der Städtebauförderung im Vorfeld gewesen ist. Die Entscheidung ist "schon schwergefallen", da es vor allem für die Bereiche Licht und Belüftung keine Anschauungsobjekte gegeben hat.
Für Christoph Schneider ist durch die intensive Zusammenarbeit aller Beteiligten "eine außergewöhnliche Lösung entstanden, die zu uns passt". Darüber hinaus ist es gelungen mit der Holzverkleidung der Wandflächen an den Vorgängerbau zu erinnern.
Die Ausstellung ist noch bis zum 5. Januar zu den üblichen Öffnungszeiten im Levi-Strauss-Museum zu besichtigen. Der Eintritt ist frei. Danach wird sie im Landratsamt Bamberg zu sehen sein.