von unserem Mitarbeiter 
Helmut Will

Haßfurt/Zell/Oberaurach — Das Jugendgericht am Amtsgericht in Haßfurt hat einen 19-Jährigen wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe verurteilt. Der junge Autofahrer hatte einen Verkehrsunfall verursacht, bei dem ein Mensch starb.
Was war die Ursache des Unfalls im August 2014, bei dem auf der Staatsstraße zwischen Zell und Oberschleichach ein 40-jähriger Mann aus dem Landkreis Bamberg ums Leben kam? Ein 19-Jähriger aus dem Landkreis Haßberge war mit seinem Audi A 4 von Zell in Richtung Oberschleichach unterwegs, als er in einer Rechtskurve nach links auf die Gegenfahrbahn geriet und mit seinem Audi mit dem VW Touran des 40-Jährigen zusammenstieß. Der Ältere erlag noch an der Unfallstelle seinen schweren Verletzungen.
Staatsanwalt Ralf Hofmann legte dem jungen Mann in seiner Anklageschrift fahrlässige Tötung zur Last. Nach dem Gutachten eines Sachverständigen habe die Geschwindigkeit des 19-Jährigen maximal 100 Stundenkilometer betragen. Diese Geschwindigkeit sei zulässig und man könne mit dem Tempo, wie Richter Martin Kober in seinem Urteil feststellte, die Kurve wohl auch problemlos fahren. Der VW-Fahrer sei etwa 70 Stundenkilometer schnell zum Kollisionszeitpunkt unterwegs gewesen, erklärte der Experte. Wie der Sachverständige weiter darlegte, hatte das Opfer keinen Sicherheitsgurt getragen. Die Unfallursache konnte letztlich nicht geklärt werden. Zu schnell war der junge Mann nicht. Eine Unachtsamkeit des Angeklagten kommt eventuell infrage.

"Schwer und schlimm"

Der Unfallverursacher zeigte Reue. "Das alles ist für mich schwer und schlimm", sagte er mit gesenktem Kopf. An den Unfall selbst könne er sich nicht erinnern. Er wisse erst wieder von sich, als er im Krankenhaus aus dem Koma erwachte.
Der Angeklagte schilderte, dass er wie jeden Tag, wenn er zur Arbeit fuhr, rechtzeitig aufgestanden ist. Zeitdruck habe er nicht gehabt, also auch keinen Grund, schnell zu fahren. Die Strecke ist ihm nicht unbekannt, da er sie schon länger täglich fuhr und mit seinem Auto sei er auch vertraut gewesen, sagte er.
Selbst hat der junge Mann äußerlich und innerlich schwere Verletzungen erlitten. Nach einem Klinikaufenthalt von 20 Tagen und Reha ist er bislang noch krankgeschrieben. "Wie es mit mir weitergeht, können die Ärzte gegenwärtig selbst noch nicht sagen", sagte der Angeklagte.
Staatsanwalt Ralf Hofmann beantragte für den Angeklagten eine Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu je zwölf Euro und ein Fahrverbot von zwei Monaten. Er berücksichtigte, dass der junge Mann Reue zeige, und ein Mitverschulden des Getöteten an den Folgen sei aufgrund des nicht angelegten Sicherheitsgurtes vorhanden. Zu Lasten gehe für den Angeklagten eine Vorstrafe wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort, betonte der Staatsanwalt.
Der Verteidiger des Angeklagten, Rechtsanwalt Michael Beck, bedauerte, dass "leider nur Opfer zu beklagen" sind. Neben dem Getöteten werde auch sein Mandant aufgrund der erlittenen schweren Verletzungen damit lebenslänglich zu tun haben. Eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen hielt der Anwalt für angemessen.
Richter Martin Kober verurteilte den Angeklagten zu 100 Tagessätzen zu je zwölf Euro, also zu 1200 Euro. Daneben verhängte er ein Fahrverbot von einem Monat. Auch hat der Verurteilte die Gerichtskosten und die Kosten der Nebenklage zu tragen. "Es ist schlimm, was an diesem Tag passiert ist", sagte der Vorsitzende. Das Urteil des Gerichts ist bereits rechtskräftig.