Drei Delikte "kleinerer Art" hat das Jugendgericht am Amtsgericht Haßfurt dieser Tage verhandelt.
Wegen eines Vergehens nach dem Waffengesetz musste sich ein 18 Jahre alter Mann, der ohne Verteidiger erschienen war, verantworten. Er hatte laut Staatsanwaltschaft im Januar aus Tschechien ein Butterflymesser eingeführt, was nach dem Waffengesetz ein verbotener Gegenstand ist. Beim Grenzübertritt wurde es von der Polizei sichergestellt. Gegen einen Strafbefehl hatte der Angeklagte Einspruch eingelegt, so dass es zum Prozess kam. Der Vorgang war binnen zehn Minuten erledigt, da der 18-Jährige geständig war und er von Franz Heinrich von der Jugendgerichtshilfe ein "positives Zeugnis" erhielt. Der Angeklagte ist nicht vorbestraft und hat Perspektiven in schulischer und beruflicher Hinsicht. Richter Martin Kober stellte das Verfahren mit Zustimmung von Staatsanwältin Katharina Thal gegen eine Geldauflage von 200 Euro ein, die der junge Mann an die Jugendgerichtshilfe des Kreises Haßberge zu zahlen hat.
Schnell abgehandelt war auch das Verfahren gegen einen anderen 18-Jährigen, der im Dezember 2015 am Hauptbahnhof in Würzburg mit 7,5 Gramm Haschisch erwischt wurde. Für 50 Euro habe er die Drogen gekauft, weil er sie mal probieren wollte und sie relativ günstig gewesen seien, räumte er ein. Allerdings kosteten die 7,5 Gramm am Ende 250 Euro, weil der Angeklagte zu einer Geldauflage von 200 Euro, zu zahlen an den Kreisjugendring Haßfurt, verurteilt wurde. Der Verteidiger des Angeklagten, Rechtsanwalt Norman Jakob, und sein Mandant erklärten sich hiermit ebenso wie die Anklagevertreterin einverstanden. "Künftig Hände weg von dem Zeug", gab Richter Martin Kober dem jungen Mann mit auf den Weg.


Diebstahl geahndet

Der dritte Fall: Eine 19 Jahre alte Friseurin hatte im November 2015 aus einer Drogerie in Würzburg zwei Flaschen Parfüm im Wert von 133,40 Euro entwendet. Beim Verlassen des Geschäfts war sie von einem Kaufhausdetektiv aufgehalten worden. Wegen des Diebstahls musste sie sich vor Gericht verantworten. Sie erhielt ein Wochenende Freizeitarrest.
Zunächst wollte die Angeklagte, die sich recht unbedarft gab, zur Sache keine Angaben machen, was sie sich allerdings nach einem Gespräch mit Jugendgerichtshelfer Franz Heinrich anders überlegte. Sie gestand ein, das Parfüm, wie ihr vorgeworfen worden war, entwendet zu haben. Auf Vorhalt von Richter Kober sagte sie, dass sie eine Parfümflasche ihrer Mutter schenken wollte, um ihr eine Freude zu machen. Die andere wollte sie für sich behalten.
Mit Blick auf die vier Voreintragungen im Bundeszentralregister fragte Richter Martin Kober, wo das hinführen soll. "Weit vom Knast sind Sie nicht mehr entfernt", mahnte der Richter. Franz Heinrich schilderte, dass die junge Frau seit ihrem achten Lebensjahr in psychiatrischer Behandlung ist und schon öfters in der Psychiatrie war. Seiner Meinung nach würde eine Geldauflage als Bestrafung reichen.
Anklagevertreterin Katharina Thal sah das anders und beantragte einen Dauerarrest von zwei Wochen. Dem folgte Richter Kober in seinem Urteil nicht. Er verurteilte die junge Frau zu einem Wochenendfreizeitarrest. "Der Sachverhalt ist klar, Sie waren schon mehrmals auffällig und die Rückfallgeschwindigkeit ist hoch." Er machte der 19- Jährigen deutlich, dass damit die Freizeitarreste ausgeschöpft seien und künftig Jugendstrafe anstehe. "Für Sie steht ab sofort viel auf dem Spiel", sagte Kober. Das Urteil ist rechtskräftig. hw