Christiane Reuther

Bei der Gemeinderatssitzung am Montagabend informierte Bürgermeister Stefan Paulus (CWG, SPD) über Mitfahrbänke, die von der Gemeinde Knetzgau installiert werden. Der Gemeinderat steht komplett hinter der Verwirklichung dieses Projektes.
Mitfahrbänke, deren Idee auf den Grundzügen des Trampens basiert, sollen laut Bürgermeister die Mobilität innerhalb der Gemeinde Knetzgau und der Kreisstadt Haßfurt verbessern. Durch die Mitfahrbänke will die Gemeinde eine Möglichkeit zur Selbsthilfe schaffen, um durch ein bürgerschaftliches Engagement Probleme des ÖPNVs zu mindern. Die Mitnahme (wer bei Privatleuten im Auto mitfahren will, setzt sich auf diese Bänke) geschehe in eigener Verantwortung, sagte er.
Insgesamt sollen 16 Mitfahrbänke innerhalb des Gemeindebereiches und eine in der Stadt Haßfurt am Marktplatz installiert werden. Soweit es möglich ist, werden die Bänke in die vorhandenen Bushaltestellen integriert. Weitere sieben Mitfahrbänke mit Unterstellmöglichkeiten sollen neu geschaffen werden. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 43 000 Euro. Von der Lokalen Arbeitsgemeinschaft Haßberge, bei der die Gemeinde Knetzgau einen Förderantrag stellt, wurde ein Zuschuss in Aussicht gestellt. Demnach blieben für die Gemeinde Kosten von 25 000 Euro. Nach positiver Förderbescheidzusage wird das Projekt zeitnah von der Gemeinde in Angriff genommen.


Gemeinde ist schuldenfrei

"Das Zahlenwerk schaut besser aus als gedacht." So kommentierte Kämmerer Marco Depner seine Daten zur Haushaltsplanung, die er dem Gemeinderat in groben Zügen vorstellte. Die Gemeinde ist laut Depner faktisch schuldenfrei. Vereinzelte Zahlen aus dem Haushaltsplan, auf die Depner auf Nachfrage aus dem Gremium näher einging, dienten lediglich der Vorberatung. In der nächsten Sitzung wird der Haushalt der Gemeinde Knetzgau dann offiziell verabschiedet.


Initiative gegen Leerstände

Mit einem Förderprogramm möchte die Gemeinde Knetzgau den Leerständen in den Altorten entgegenwirken. Bürgermeister Stefan Paulus ging während der Sitzung auf Richtlinien eines geplanten Förderprogramms ein, das die Gemeinde Knetzgau auflegt, um so die Ortskerne der Gemeindeteile zu erhalten.
Da man mit Dorferneuerungsmaßnahmen alleine den zunehmenden Leerständen nicht entgegenwirken könne, will die Gemeinde konkrete finanzielle Anreize für Grundstückseigentümer schaffen, damit Gebäude erhalten und Neubauten in den Ortskernen für Bürger wieder attraktiv werden, ließ Paulus verlauten. Die Förderlichtlinien sehen unter anderem Geltungs- und Förderbereiche vor.
In den Förderbereich fallen denkmalgeschützte Gebäude, die in der Denkmalliste des Landkreises Haßberge eingetragen sein müssen, soweit diese leer stehen oder vom Leerstand bedroht sind. Neubau- und Siedlungsbereiche sowie Vorhaben im Außenbereich sind laut Ausführungen ausgeschlossen.
Einen Zuschuss will die Gemeinde für den Abriss von Häusern gewähren, die nicht mehr bewohnbar sind und auch nicht saniert werden können. Hierzu bewilligt die Gemeinde einen Zuschuss von 20 000 Euro, der je nach Anzahl der minderjährigen Kinder (je Kind 1500 Euro) aufgestockt werden kann. Nach der Diskussion im Gemeinderat zeigte sich der Rat dem Förderprogramm gegenüber positiv eingestellt. Ein Beschluss für das Förderprogramm erfolgt in einer der nächsten Sitzungen.


Auflösung des Wasserverbandes

Der komplette Gemeinderat stimmte im Laufe der Sitzung einer Auflösung des Wasserverbandes zum Hochwasserschutz im nordwestlichen Steigerwaldvorland zu. Bürgermeister Paulus ging zuvor auf die Gründung des Verbandes im Oktober 1974 ein. Mit der Gründung wurde der vormalige Wasserverband zur Sanierung der Ortschaften und Fluren an den Steigerwaldzuflüssen zum Horhäuser Mühlbach aus dem Jahr 1961 ersetzt. Mitglieder des Verbandes sind die Gemeinden Wonfurt, Knetzgau und Theres sowie die Teilnehmergemeinschaften Eschenau, Oberschwappach, Unterschwappach, Steinsfeld und Wonfurt.
Aufgabe des Verbandes war es, wie der Bürgermeister ausführte, Gewässer und ihre Ufer auszubauen, zu ändern und in ordnungsgemäßem Zustand zu halten, den Wasserabfluss zu regeln sowie Grundstücke in Ortslagen vor Hochwasser zu schützen. Die Finanzierung erfolgte durch Mitgliedsbeiträge. Diese bewegen sich jährlich zwischen 5000 und 8000 Euro.
Angesichts des geringen Haushaltsvolumens und des begrenzten Aufgabenbereiches hat die Verbandsversammlung bereits Anfang Dezember des vergangenen Jahres einstimmig die Auflösung des Verbandes zum nächstmöglichen Zeitpunkt beschlossen. Die Auflösung bedurfte noch der Zustimmung der betroffenen Gemeinden, da diese für ihren Gemarkungsbereich künftig die Aufgaben des Wasserverbandes in eigener Regie übernehmen.
Der Gemeinderat bestätigte die Neuwahl der Kommandanten bei der Feuerwehr Knetzgau. Thomas Finger wurde zum Ersten Kommandanten und Manuel Smuda zum Stellvertreter gewählt. Die bisherigen Kommandanten Ralf-Peter Schenk und Bernhard Finger nehmen andere Aufgaben in der Feuerwehr, teils auf Kreisebene, wahr und waren dadurch bedingt von ihren Ämtern zurückgetreten.