Ohne Musik ist alles nichts. Deshalb kann man das dahingehende Zusammenwirken der Musikvereinigung Ebensfeld und der Pater-Lunkenbein-Schule nicht genug würdigen. Nebst Urkunden verdienten Applaus erhielten die 16 Jungen und Mädchen der Bläserklasse der vierten Jahrgangsstufe, denen im Rahmen einer kleinen Feierstunde in der Aula der Schule die Juniorabzeichen übergeben wurde.
Dem aus dem Jahr 2008 stammenden Projekt "Bläserklasse" der Pater-Lunkenbein-Schule kann voller Erfolg bescheinigt werden. Schüler der dritten und vierten Klasse können ein Instrument ihrer Wahl erlernen und musizieren gemeinsam mit allen positiven Nebeneffekten wie positiver Beeinflussung der sozialen Kompetenz, dem Erleben eines "Wir-Gefühls" sowie Erfolgserlebnissen bei Auftritten, um nur einige Punkte zu nennen.
Nach den zwei Jahren steht am Ende der vierten Jahrgangsstufe das Ablegen des Juniorabzeichens als erster Leistungsprüfung des Nordbayerischen Musikbundes an. Die Schüler dürfen dann quasi ihre erworbene musikalische "Fitness" unter Beweis stellen. Zusammen mit Jonas Merklein von der Musikvereinigung wurden 16 Jungen und Mädchen der vierten Klasse nun Abzeichen und Urkunden überreicht.
"Ein ganz großes Lob von meiner Seite", sagte Thomas Helmreich, der Leiter der Bläserklassen, den Viertklässlern für ihr tolles Abschneiden bei der Leistungsprüfung. Alle Schüler bestanden mindestens mit "gut". Der schriftliche Part umfasste Fragen zur allgemeinen Musiklehre, in der Praxisprüfung galt es eine Tonleiterserie zu spielen und außerdem zwei Stücke aus dem von der Bläserklasse in den beiden Jahren zuvor einstudierten Repertoire darzubieten.
Musik ganz besonders im Blut zu liegen scheint den drei Mädchen, die die Juniorabzeichen-Prüfung "mit Auszeichnung" bestanden haben und dafür neben einem Sachpreis Sonderbeifall erhielten. Den zweiten Rang teilen sich Eva Dörfler und Theresa Müller mit dem Bewertungsergebnis 1,17. Selbst bei genauestem Hinhören konnte die Jury keinen Fehler ausmachen bei Britta Hornung aus Ebensfeld, die mit dem Traumergebnis von 1,0 abschloss. " Die Querflöte war von Anfang an mein Lieblingsinstrument", meinte die Zehnjährige, deren Lieblingslied der unter anderem in der Pfadfinderbewegung bekannte Song "Auld lang Syne" ist. Eher die Trompete angetan hat es dagegen Leon Haddad (10) aus Prächting. Ist das nicht furchtbar anstrengend? Leon schüttelt den Kopf. "Finde ich nicht. Aber man darf beim Reinblasen ja auch nicht die Backen dabei aufpusten", weist er lachend auf einen wichtigen Punkt hin. Man merkt, er ist mit Freude dabei.
Die Übergabe der Abzeichen gestaltete sich alles andere als strohtrocken. Mit Dirigent Thomas Helmreich präsentierte die Bläserklasse der dritten und vierten Jahrgangsstufe einige flotten Weisen. Geschickterweise hatten die Schulverantwortlichen auch die Verleihung der Leichtathletik-Bundesjugendspiele auf den Vormittag gelegt. So wohnten mit Ausnahme der Neuntklässler, die bereits vom Unterricht befreit sind, in der Aula auch die anwesenden übrigen Schulklassen den musikalischen Darbietungen bei. Ganz besonders die jüngeren Schüler in den Zuhörerreihen klatschten begeistert und forderten immer wieder "Zugabe". Gerne erfüllte das junge Ensemble auf der Bühne ihnen den Wunsch, spielte etwa - hervorragend passend zur erwähnten Übergabe der Sportlerurkunden - das Stück "Popcorn", bei dem die verschiedenen Musiker im Laufe der Darbietung für ihre Soli ruckartig hochschnellen.
Die Bläserklassen an der Ebensfelder Pater-Lunkenbein-Schule - eine echte Erfolgsgeschichte. Denn so manchem Schüler würde ohne dieses Projekt gar nicht bewusst werden, wie viel Freude das Spielen eines Instruments machen kann. Musizieren als verbindendes Element, als Ausdruck der Lebensfreude - das gibt einem wohl gerade in dieser so unruhigen Zeit einfach sehr viel. Die Mitglieder der Musikvereinigung werden das sicher bestätigen.