JOsef Hofbauer Gegen die Stimmen von Klaus Neuner (CSU), Martin Vogler (JB) und Christian Sponsel (WGO) haben die Mitglieder des Stadtrates Ebermannstadt dem so genannten "Aufstellungsbeschluss" für das Baugebiet Debert II zugestimmt. In einem beschleunigten Bebauungsplanverfahren sollen auf dem 1,45 Hektar großen Gebiet ausschließlich Wohnhäuser errichtet werden.

Zu Beginn der Sitzung hatte Bürgermeisterin Christiane Meyer (NLE) darüber informiert, dass sechs Grundstücksbesitzer von Flächen östlich der Oberen Bayerischen Gasse sowie nördlich und südlich der Straße "Zum Schlüsselstein" dem Verkauf ihrer Grundstücke an die Stadt zugestimmt hätten. Damit könne ein Baugebiet "Debert-Stadtpark" realisiert werden. Das beschleunigte Verfahren können angewendet werden, weil die bebaubare Fläche die Obergrenze von 10 000 Quadratmeter nicht überschreite.

In einem ausführlichen Exkurs erinnerte die Bürgermeisterin, dass in Ebermannstadt trotz erheblicher Baulücken von 33 Hektar Bauland gebraucht werde. Meyer analysierte dazu Bebauungspläne und verwies darauf, dass etwa im Bereich "Debert Stadtpark 25 Prozent der Fläche unbebaut sei. Im Bebauungsplan Pretzfelder Straße sind es fast drei Hektar und im Bebauungsplan Peunt III seien 95 Prozent der ausgewiesenen Fläche unbebaut.

Deshalb, so Bürgermeisterin Christiane Meyer, müsse die Bauleitplanung auf Vollzug ausgelegt sein. Da die Stadt Ebermannstadt im Falle des Areales "Debert II" im Besitz der Flächen sei, bzw. Einigkeit mit den Grundstücksbesitzern hinsichtlich des geplanten Bauland-Modelles bestehe, könne das verkürzte Verfahren der Baulandausweisung angewandt werden.

22 Häuser sind möglich

Um eine Vorstellung zu bekommen, wie die Erschließung des knapp anderthalb Hektar großen Areales aussehen könnte, präsentierte Christiane Meyer eine Skizze mit 22 Wohneinheiten. "Nichts Verbindliches", betonte die Bürgermeisterin, die lediglich ein Gefühl vermitteln wollte, wie viele Häuser hier entstehen könnten.

Trotz des beschleunigten Verfahrens, bei dem unter anderem von einer Umweltprüfung Abstand genommen wird, konnte Christiane Meyer noch keinen Termin nennen, wann hier die Bagger anrollen könnten. Es mache auch noch keinen Sinn, sich für eines der Grundstücke vormerken zu lassen, bekräftigte Meyer auf eine entsprechende Nachfrage ihres Parteikollegen Bernhard Hübschmann.

NLE-Fraktionssprecher Erwin Horn drückte in einer schriftlichen Stellungnahme seine Zufriedenheit mit dem gefassten Aufstellungsbeschluss aus. Damit habe der Stadtrat einen entscheidenden Schritt gemacht. Von Beginn der Amtsperiode an hätten alle Fraktionen gefordert, dass Baumöglichkeiten erschlossen werden. Dies sei nun nach langer und gründlicher Vorbereitung umgesetzt. In Zusammenarbeit mit den Stadtratskolleginnen und -kollegen sei dies möglich geworden. Die Verwaltung, insbesondere die Mitarbeiter im Bauamt hätten eine komplexe und anstrengende Vorbereitungsarbeit geleistet. Auch Bürgermeisterin Christiane Meyer habe mit Sachverstand und unermüdlichem Einsatz diese Entwicklung vorangetrieben. Ohne die Bereitschaft der Bürger, ihre Flächen für eine Bebauung im Rahmen des Bauland-Modells zur Verfügung zu stellen, wäre das Vorhaben nicht realisierbar gewesen. So hätten die Grundstücksbesitzer dazu beigetragen, dass junge, bevorzugt einheimische Familien zu einem fairen Preis Bauland erwerben könnten.