Untermerzbach —  Für den Kindergarten in Memmelsdorf und die "Bürgerwerkstatt" am Marktplatz 7 in Untermerzbach hat der Gemeinderat am Montagabend verschiedene Gewerke mit einer Auftragssumme von 27 500 Euro vergeben. An der Restaurierung der Synagoge Gleusdorf wird sich die Gemeinde Untermerzbach mit einer Summe von voraussichtlich 130 300 Euro beteiligen.
Bereits im Juli 2017 hatte der Bauausschuss der Gemeinde auf das Eingangsportal des Kindergartens in Memmelsdorf einen Blick geworfen, wie Bürgermeister Helmut Dietz (SPD) erläuterte. Damals wurde beschlossen, für den Belag am Eingang weitere Angebote einzuholen. Diese lagen bei der Sitzung vor und zwar zwischen 11 550 Euro und 7630 Euro. Der Auftrag wurde an eine Firma in Eicha im Landkreis Coburg zum Angebotspreis von 7630 Euro vergeben. Er umfasst die Erneuerung des Haupteinganges mit Natursteinarbeiten. Notwendig wurde diese Maßnahme weil der Belag, der seit 1990 besteht, insgesamt sehr schadhaft war.
Zur Bürgerwerkstatt informierte Bürgermeister Dietz, dass nach Freilegung des Sockels schadhafte Sandsteine zum Vorschein kamen. Deshalb müsse hier gehandelt und ein Sockelputz angebracht werden. Für das Bürgerhaus wurde der Auftrag für einen Treppenlift mit Sitz und Rollstuhlplateau vergeben. Der Auftrag geht an eine Firma außerhalb des Landkreises. Deren Angebot belief sich auf 12 900 Euro. Der Bodenbelag für den Saal mit Linoleumboden wurde für 4600 Euro an eine Firma aus Ebern vergeben. "Damit sind wir weit unter der Ausschreibesumme", so Dietz.
Für die Küche der Bürgerwerkstatt liegt das günstigste Vollausstattungsangebot bei etwa 7000 Euro, ein weiteres lag bei gleicher Ausstattung bei 12 000 Euro. Eine Firma aus Rödental erhielt diesen Auftrag.
Wie schon mehrfach berichtet, wird die Synagoge in Gleusdorf restauriert. In diesem Zusammenhang war ein Beschluss nötig, in dem die Gemeinde erklärt, dass sie das Projekt "Sanierung der Synagoge Gleusdorf mit Umbau der Judenschule und den Außenanlagen" mitträgt. Anträge auf Städtebauförderung, an den Denkmalfonds und an Leader müssen gestellt werden. Die Kosten für die Gemeinde Untermerzbach belaufen sich für dieses Projekt anteilmäßig auf 130 300 Euro, erläuterte Bürgermeister Dietz.
In diesem Zusammenhang sagte der Ortssprecher Norbert Lohneiß aus Gleusdorf, dass der sogenannte "Hochzeitsstein" der Synagoge in seiner Gartenmauer verbaut sei. Das habe jedoch keinen Einfluss auf die Maßnahme, wie ihm von Experten des Denkmalamtes erklärt worden sei.
Bürgermeister Helmut Dietz gab zur Baunachallianz einige Erläuterungen. Für die Gemeinde entfallen als Beitrag pro Einwohner und Jahr 1,40 Euro, weil die Gemeinde schon in einer anderen Allianz, der Initiative Rodachtal, Mitglied ist. Gemeinden, die noch in keiner Allianz sind, haben einen höheren Beitrag zu entrichten. Die entsprechenden Beschlüsse werden demnächst in einer gemeinsamen Sitzung der Mitgliedsgemeinden der Baunachallianz gefasst. Das Gremium zeigte sich mit den Vorschlägen einverstanden. "Ich denke, wir können dabei nur gewinnen", so Dietz.
Für Unmut im Gremium sorgte der Umstand, dass im Gemeindegebiet und vor allem im Bereich der Schulstraße zu schnell gefahren wird. "Wir haben unser Messgerät an verschiedenen Stellen aufgestellt und es ist schon erstaunlich, wie schnell manche Zeitgenossen unterwegs sind", sagte der Bürgermeister. "Wir haben unsere Feststellungen an die Polizeiinspektion Ebern weiter geleitet und von dort wird die Verkehrspolizei Schweinfurt gebeten, Geschwindigkeitskontrollen durchzuführen.


Es wird zu schnell gefahren

Bedauerlich sei, dass die Geschwindigkeitsbeschränkungen mitunter grob missachtet werden, so der Bürgermeister. Selbst am Schulberg, wo 30 km/h gelten, werde häufig die doppelte Geschwindigkeit gefahren. "Ich appelliere eindringlich an unsere Verkehrsteilnehmer, dass sie langsamer und angepasst fahren", so Dietz. "Was haben wir alles schon veranstaltet, aber die Leute pfeifen einfach drauf", erboste sich Gemeinderat Heinrich Döhler (SPD) und schlug vor, auf allen Gemeindestraßen generell 30 km/h anzuordnen. Eine Forderung, die wohl nicht machbar ist, stellte man in einer Diskussion im Gremium fest.
Einen Förderbescheid des Bundes über eine förderfähige Summe von 50 000 Euro für Beratungskosten für das Breitband, konnte Bürgermeister Helmut Dietz im vergangenen Jahr in Empfang nehmen. Auch das Bayerische Förderprogramm mit dem sogenannten "Höfebonus" werde in Anspruch genommen. "Das setzen wir auf das alte Programm auf und da bekommen wir 90 Prozent Förderung." Der Ausbau erfolgt durch die Telekom. "Die Markterkundung ist abgeschlossen und wir schreiben das jetzt aus", so Dietz. Der Masterplan muss erfüllt werden. Seine Ausarbeitung kostet 18 800 Euro und wurde an die Firma Reuther Consulting aus Bad Staffelstein vergeben.
Die Veranstaltung "Rambazamba", eine mittlerweile feste Größe im Veranstaltungsreigen, wurde mit Beschluss des Gemeinderates in die Liste für förderfähige Vereine aufgenommen. Künftig wird diese Veranstaltung mit einem entsprechenden Betrag unterstützt. "Die Veranstalter machen das mittlerweile alles in eigener Verantwortung", lobte der Bürgermeister die Initiatoren.
Für die Feuerwehr in Gleusdorf wird ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) angeschafft. Die Gemeinde Theres wird sich an einer Sammelbeschaffung für ihre Feuerwehr in Horhausen beteiligen, erläuterte der Bürgermeister "Einem Förderantrag auf Sammelbeschaffung steht nichts mehr im Weg", so Dietz. Die Ausschreibung müsse öffentlich erfolgen. "Es wird sicher noch bis zum Jahr 2019 dauern, bis wir für Gleusdorf das Feuerwehrfahrzeug bekommen", sagte das Gemeindeoberhaupt. Genannt wurde dafür die Summe von 25 300 Euro.
Der Bürgermeister lobte die Durchführung des Ferienprogramms und das Engagement von Jugendreferent Martin Mölter (SPD). Betrübt und verärgert zeigte sich Dietz über die sinnlosen Schmierereien am Buswartehäuschen in Memmelsdorf.


Bohrstellen werden verfüllt

Weiter teilte das Gemeindeoberhaupt mit, dass die Tiefbaubohrstellen im Gemeindegebiet aufgelöst wurden, da die betreffende Firma in Insolvenz ging. Die Bohrstellen, teilweise bis 1300 Meter tief, werden verfüllt. Hier wies Gemeinderat Heinrich Döhler darauf hin, dass das Thermenwasser der Bohrstellen eine bessere Qualität als das in Bad Staffelstein hätte.