Der erste Schritt ist getan. Bei der Nominierungsversammlung der Freien Wähler (FW) Itzgrund im "Bräustübla" Kaltenbrunn wurde Dirk Ruppenstein einstimmig nominiert. Der 37-Jährige, Kämmerer der Gemeinde, ist damit der Bürgermeisterkandidat der Wählergruppe für die Kommunalwahlen am 15. März 2020. Nun wartet alles nur noch auf die Zustimmung der SPD, die auch Ruppenstein vorgeschlagen hat. Deren Nominierungsversammlung findet am 18. Juni statt.

Wie Vorsitzender Matthias Bauer (FW) eingangs erläuterte, fielen in der südlichsten Landkreis-Gemeinde zwei wichtige Politiker weg: Bürgermeister Werner Thomas höre ebenso auf wie geschäftsführender Beamter Dieter Scherbel. Als Kämmerer sei Ruppenstein mit den Belangen der Gemeinde vertraut und daher fachlich geeignet. Dadurch, dass der Bürgermeisterkandidat parteilos sei und auch bleiben wolle, gehe man davon aus, dass er allen Gruppierungen gegenüber neutral bleibe, sagte Vorsitzender Bauer.

Locker stellte sich Ruppenstein der Versammlung vor. "Am 15. März 2020 würde ich gerne von der Exekutive in die Legislative wechseln."

Dirk Ruppenstein wurde in Coburg geboren. Er besuchte nach der Grundschule das Ernestinum, um anschließend in die Bundeswehr einzutreten. Die Stationen waren Ebern, Veitshöchheim und Volkach - vom Rekruten bis zum Stabsunteroffizier. Eine besondere Aufgabe sei für ihn ein dreimonatiger Einsatz in Kabul (Afghanistan) gewesen, der ihm für seinen weiteren Lebensweg einiges mitgegeben habe, stellte er fest. Beim Bund legte Ruppenstein die Prüfung zum Verwaltungsfachangestellten ab.

Im Jahr 2007 begann er seinen beruflichen Weg in der Gemeinde Itzgrund, vom Fachleiter zum Kämmerer und Standesbeamten. Privat lebt er mit seiner Lebensgefährtin seit zwölf Jahren in Coburg. Von seinem Naturell her sei Bürgermeister das, was er anstrebe - höhere Ziele seien vorerst nicht geplant.

Auf die Frage, ob er vielleicht doch mal ein Kaltenbrunner werde, sagte Ruppenstein: "Ausschließen kann man nichts!" Und auf eine weitere Frage, ob er denn rechtzeitig da sei, wenn man ihn brauche, antwortete Ruppenstein: "Von Coburg aus brauche ich nicht länger als von einem Gemeindeteil aus." Dann wurden Bitten vorgetragen auf die Möglichkeit hin, dass er gewählt werden sollte. Eine war: "Wenn du es geschafft haben solltest, versuche doch, verschiedene Zwistigkeiten zwischen den Gemeindeteilen zu glätten."

Es kamen noch weitere Fragen auf, teils politisch etwas heikel, da beschloss der Vorsitzende die Versammlung. Nach der Sommerpause sollten das Organisatorische für die Wahl in die Wege geleitet werden, sagte Bauer. Dazu gehörten auch Abstimmungen mit den Sozialdemokraten über die Kandidaten-Präsentation und die Wahlversammlungen. Ein Wahlkampf-Team müsse aufgestellt und Details müssten geklärt werden. Der Vorsitzende formulierte noch einen Wunsch für die Wahl: fünf Sitze plus im Gemeinderat.