Zum Jubiläum der Marinekameradschaft Kulmbach waren am Samstag benachbarte Kameradschaften und Gäste aus der Bundes-, Landes- sowie Kommunalpolitik ins Marineheim in der Negeleinstraße gekommen. Wie Oberbürgermeister und Schirmherr Henry Schramm feststellte, ist die Marinekameradschaft in dieser langen Zeit in Kulmbach zu einem Bindeglied zwischen aktiven und ehemaligen Soldaten der Marine geworden. In den zehn Jahrzehnten Arbeit im Geiste echter seemännischer Tradition habe das kleine Häuflein ehemaliger Fahrensleute tief im Binnenland am Fuße der Plassenburg die Kameradschaft gepflegt, die an Bord eine Selbstverständlichkeit war.

Vorsitzender Günter Limmer bedauerte, dass Fregattenkapitän Frank Schmidt wegen einer Dienstreise nach Estland nicht kommen konnte. Schmidt ist Ehrenmitglied der Marinekameradschaft Kulmbach und war von 1995 bis 1998 Kommandant auf dem Schnellen Minensuchboot "Kulmbach". Im Laufe der Feier übermittelte der Fregattenkapitän eine Grußbotschaft per Video in das Marineheim in der Negeleinstraße.

Die große Zahl der Gäste wertete Vorsitzender Günter Limmer als ein Zeichen dafür, dass die Marinekameradschaft bekannt und auch beliebt ist. Besondere Dankesworte richtete er an OB Henry Schramm und dessen Vorgängerin im Amt, MdL Inge Aures: "Beide waren beziehungsweise sind für diesen kleinen Verein ein Seenotretter, der dem Schiffchen MK Kulmbach hilft, nicht unterzugehen. Durch die Überlassung dieses Hauses, in dem wir uns jetzt seit 27 Jahren befinden, hat uns die Stadt Kulmbach unsere Zukunft abgesichert."

Limmer sprach auch die Reform der Bundeswehr an, die 2009 zur Folge hatte, dass die Marinekameradschaft Kulmbach in der Zukunft kein Patenboot mehr haben wird: "Der Name Kulmbach war in der Deutschen Marine ein Begriff. Eine Bootsklasse wurde danach benannt, und das sollte mit einem Boot oder einem Schiff wieder weitergeführt werden. Darauf wären wir sehr stolz." Limmer bat die CSU-Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner, diesen Wunsch an geeigneter Stelle in Berlin vorzutragen.

Das zurückliegende Jahrhundert habe für die Marinekameradschaft viel Freude, aber auch viel Arbeit mit sich gebracht, wie Günter Limmer hervorhob. "Ich möchte deshalb die heutige Veranstaltung nutzen, um allen, die am Erfolg der Marinekameradschaft Kulmbach direkt, indirekt oder noch beteiligt sind oder waren, meinen herzlichen Dank aussprechen." Die Mitglieder und Helfer zeichne echter Teamgeist und eine Kameradschaft aus, die leider nicht mehr so verbreitet sei, ohne die aber ein Verein nicht bestehen kann. "Unsere Ehrenamtlichen sind die belebenden Elemente und Aktivposten innerhalb unserer Kameradschaft."

Oberbürgermeister Henry Schramm (CSU) stellte fest, dass die Marinekameradschaft Kulmbach für Freundschaft, Kameradschaft und Treue sowie die Pflege von Traditionen und den Erhalt von Werten stehe. Weitere Grußworte sprachen MdB Emmi Zeulner, Landrat Klaus Peter Söllner, MdL Inge Aures und Bürgermeister Roland Wolfrum aus Stadtsteinach. Landrat Söllner betonte, dass der Landkreis Kulmbach über all die Jahre eine sehr enge Verbindung zur Marinekameradschaft gepflegt habe: "Wir sind stolz auf unsere Marinekameradschaft hier in Kulmbach."

Die Marinekameradschaften von Hof und Burgkunstadt überreichten Erinnerungsgeschenke.

Stellvertretender Vorsitzender Jörn Hottung ließ die Geschichte der Patenboote und ein Jahrhundert Marinekameradschaft Kulmbach Revue passieren. Gerhard Ködel wurde für 25 Jahre Mitgliedschaft, Erika Kraft und Wilhelmine Müller für jeweils 10 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Werner Reißaus