Die Meisterspieler der Brose Baskets zieht es in die beste Basketball-Liga der Welt. Wie am Dienstag bekannt wurde, spielt der wertvollste Spieler der Finalserie, P.J. Tucker, in den kommenden zwei Jahren für die Phoenix Suns in der NBA. Das 27-jährige Kraftpaket, das die Bundesliga nach allen Regeln der Kunst aufmischte, hatte kürzlich einen mit knapp einer Million Euro dotierten Vertrag in St. Petersburg unterschrieben, der aber eine Ausstiegsklausel für die NBA enthielt. Auf Grund seiner Topleistungen in der NBA-Summer-League erhielt er ein Angebot der Suns. Um sich seinen Traum zu erfüllen, akzeptiert Tucker, dass er in den USA mit 762 195 Dollar nur die Hälfte verdient.

Vor fünf Jahren stand Tucker bereits in der NBA auf dem Parkett und absolvierte 17 Partien für die Toronto Raptors, bevor seine Tour durch Europa mit Stationen in der Ukraine, Italien, Griechenland und Deutschland begann. Bambergs Kapitän Casey Jacobsen, der selbst fast 300 Spiele in der NBA bestritten hat, wünschte seinem Ex-Teamkollegen, den er sehr schätzt, via Facebook schon mal alles Gute.

Nachdem Tibor Pleiß das Angebot von Oklahoma City Thunder vorerst ausgeschlagen hat und in Vitoria (Spanien) einen Vier-Jahres-Kontrakt unterschrieb, könnte es auch Brian Roberts in die NBA verschlagen. Der treffsichere Aufbauspieler lieferte in der Summer League unter den Augen seines Bamberger Coaches Chris Fleming starke Leistungen ab und wird von New Orleans umworben.

"Alle wollen in die NBA, und wir sitzen auf dem Trockenen", kommentierte Wolfgang Heyder die Personalien gestern mit einem Schmunzeln. Der Manager schätzt die Chancen, dass Roberts den Brose Baskets erhalten bleibt, mit 50:50 ein. "Ich hoffe, dass wir diesbezüglich diese Woche noch eine Entscheidung hinbekommen", so Heyder.

Auch einen möglichen Neuzugang zog es in die NBA anstatt nach Freak City. Der 21-jährige georgische Center Tornike Shengelia, an dem Fleming großes Interesse hatte, geht künftig für die New Jersey Nets auf Korbjagd. "Auch ein zweiter interessanter Spieler ist abgesprungen, aber wir haben immer noch eine Liste, die wir jetzt abarbeiten. Wir spielen ein paar Varianten durch, damit wir im November nicht unsere Entscheidungen bereuen. Wir setzen uns nicht unter Druck", will der Manager nichts überstürzen.

Goldsberry absolviert Tests


Noch in dieser Woche entscheidet sich, ob John Goldsberry bei den Brose Baskets einen neuen Vertrag erhält. Der Aufbauspieler, der die komplette letzte Saison wegen einer schweren Knieverletzung verpasste, wird derzeit in Bamberg getestet, ob er voll belastbar ist. "Es sieht gut aus. Er hat keine Schmerzen. Wenn er grünes Licht bekommt, werden wir die Entscheidung relativ schnell treffen. Allerdings wird es eine Zeit lang dauern, bis er komplett fit ist und seine Schnelligkeit zurückerlangt", erhofft sich der Manager zumindest im Fall Goldsberry eine zeitnahe Entscheidung in dieser Saison des großen Umbruchs.