Ein Heimsieg mit mindestens sieben Toren Unterschied gegen den Tabellenvorletzten TV Jahn Duderstadt hätte dem HSC Coburg am Sonntagabend vor knapp 2000 Zuschauer in der HUK-Coburg-Arena genügt, um den 4. Tabellenplatz in der 3. Liga zu erobern. Ganz anders war die Ausgangsposition für die Gäste, die gemeinsam mit drei weiteren Teams noch um den Ligaverbleib kämpfen.
Zu Beginn sah es für den Tabellenvorletzten gar nicht schlecht aus, aber mehr und mehr übernahm der HSC die Initiative und kam zu einem insgesamt ungefährdeten 33:30-Sieg. Allerdings tat man dafür in der Schlussviertelstunde nicht unbedingt mehr als nötig.

Duell um Platz 4 mit Dessau


Dadurch verpasste man den Sprung auf Platz vier, die die punktgleiche Sviridenko-Truppe vom Dessau-Roßlauer HV nun dank des um vier Treffer besseren Torverhältnisses einnimmt. Das verspricht nächsten Sonntag eine interessante Auseinandersetzung um diesen Tabellenplatz, wenn der HSC in Dessau zu Gast ist.Ganz ungewohnt im Auswärts-Schwarz empfing der HSC die Gäste aus dem Eichsfeld. Seit September 2011 hat der HSC in der HUK-Arena nicht mehr verloren. Auf den ersten Treffer ihres HSC mussten die Coburger Fans allerdings mehr als drei Minuten warten. Da hatte Raimonds Steins im Coburger Gehäuse aber bereits zwei Mal hinter sich greifen müssen.
Was der HSC in den ersten fünf Minuten präsentierte, war Sommer-Handball par excellence - wenig Bewegung, viele Fehler, zu wenig Druck. Konsequenz daraus war ein 1:4-Rückstand. Auch nach dem 4:4-Zwischenstand war ein gewisser Schlendrian unverkennbar.
Das machte es Duderstadt leicht, Coburg nicht in Führung gehen zulassen. Es dauerte bis zur 15. Minute, als das Dominic Kelm mit seinem Tor zum 8:7 änderte.

Coburger kommen in Fahrt


Die Coburger kamen nun immer besser in Fahrt, nutzten die nun zahlreichen Ballverluste des Gegners zu einfachen Toren. Zudem war besonders Johan Andersson gut aufgelegt und bis zum 14:10 (25.) bereits sechs Mal erfolgreich. In allen Bereichen hatte Coburg nun deutlich zugelegt. Ungewöhnlich war dann die Auszeit der Coburger in der Schlussminute direkt vor einem Strafwurf. Doch auch davon ließ sich der achtfache Torschütze der ersten Halbzeit, Johan Andersson, nicht beirren und verwandelte auch seinen vierten Siebenmeter zum Halbzeitstand von 17:12.
Als er es dann fünf Minuten nach Wiederanpfiff mit einem Heber versuchte, verkümmerte der förmlich und brachte dem Schweden seinen ersten Fehlwurf ein. Insgesamt verlief auch der Start in den zweiten Durchgang aus Coburger Sicht sehr durchwachsen. Duderstadt suchte jetzt den Erfolg mit der Flucht nach vorne, also mit schnellem Spiel aus der Abwehr heraus, schnellem Anwurf nach Coburger Torerfolgen. Aber oft geschah dies zu ungenau und spielte den Coburgern in die Karten (25:19, 47.).

Munteres Scheibenschießen


In dieser Phase entwickelte sich ein munteres Scheibenschießen. In nicht einmal drei Minuten fielen sechs Treffer (27:23/50.). Gerade in der Rückwärtsbewegung sahen die Coburger dabei nicht immer gut aus und bekamen für ihre nun nachlässige Spielweise die Quittung. Duderstadt witterte Morgenluft, kam auf zwei Treffer heran, und nur mit viel Glück konnte Coburg den direkten Anschlusstreffer verhindern.
In der Schlussphase probierten es die Gäste mit einer offenen Deckung, doch Coburg verwaltete seinen Vorsprung sicher, ohne Glanzpunkte zu setzen.