Die Brose Baskets bleiben in der Basketball-Bundesliga eine Klasse für sich und haben sich auch vom ehrgeizigen Aufsteiger FC Bayern München ihre imposante Heimbilanz nicht kaputt machen lassen. Mit dem 89:77 (47:34)-Sieg am Samstagabend im fränkisch-bayerischen Derby feierten die Bamberger den 41. Sieg in Folge gegen einen Bundesliga-Rivalen und festigten zum Ende der Hinrunde die Tabellenführung. Dagegen kassierten die auswärtsschwachen Bayern die sechste Niederlage in Serie auf fremdem Parkett und haben damit ihre kleine Chance auf die Teilnahme an der Pokal-Qualifikation endgültig verspielt.

Vor 6800 Zuschauern in der ausverkauften Stechert-Arena feierte der zweifache Doublegewinner nach hartem Kampf einen verdienten Sieg über die Mannschaft des ehemaligen Bamberger Meistertrainers Dirk Bauermann.

Vom Sprungball an herrschte schon eine tolle Stimmung in der Halle, zu der auch die rund 450 Bayern-Fans beitrugen. Schon Anfang Januar herrschte Play-off-Atmosphäre.

Die Münchner erwischten vor den Augen von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und Ex-Ministerpräsident Günther Beckstein den besseren Start und lagen nach zwei schnellen Dreiern des Ex-Bambergs Demond Greene, der wie Steffen Hamann und Trainer Dirk Bauermann an alter Wirkungsstätte mit Applaus begrüßt wurde, in Führung. Anschließend bereitete Sasa Nadjfeji der Bamberger erhebliche Mühe. Auf der Gegenseite verstanden es die Gäste mit ihrer immer wieder einmal eingestreuten Zonenverteidigung den Bamberger Rhythmus in der Offensive zu stören. Zwar kamen die Bamberger auf 19:22 heran, doch mit der Schluss-Sirene des ersten Viertels versenkte Jonathan Wallace einen Dreier zum 19:25.

Marcus Slaughter und Tibor Pleiß brachten die Gastgeber wieder heran, doch nach dem Ausgleich zum 29:29 (13. Minute) schien der Korb auf beiden Seiten wie vernagelt.

Erst drei Minuten später brachte Anton Gavel mit einem Dreier die Bamberger erstmals in Führung. "Jetzt geht's los", skandierten die Brose-Baskets-Fans. Und tatsächlich gab der Meister jetzt kräftig Gas. Die Bayern konnten ihren Gegner nicht mehr halten. Gavel mit zwei Dreiern und der nicht zu bremsende Tucker drehten jetzt auf. Mit einem 21:5-Lauf bis zum Viertelende setzten sich die Hausherren bis zur Pause auf 47:34 ab. Den "Bauermännern" gelangen gegen die nun leidenschaftlich verteidigenden Bamberger in den zweiten zehn Minuten nur neun Punkte, den Gastgebern dagegen 28!

Nach der Pause boten sich beide Mannschaften vor den begeisterten Fans einen offenen Schlagabtausch, bei dem auf Münchner Seite Jared Homann und Steffen Hamann sowie bei den Bambergern Anton Gavel für die Akzente in der Offensive sorgten.

Der Meister büßte in der brodelnden "Frankenhölle" seine zweistellige Führung zwar kurzzeitig ein, doch ging er schließlich mit einem 67:55-Vorsprung in den letzten Abschnitt.
Die Münchner gaben aber nicht auf. Homan, obwohl schon mit vier Fouls belastet, erwies sich für die Bamberger weiterhin als unbequemer Gegner. Doch als Casey Jacobsens Dreier viereinhalb Minuten im Münchner Korb zum 76:63 einschlug und auf der Gegenseite Greenes Antwort als "Airball" endete, war die Partie entschieden, zumal sich die Bamberger unter dem gegnerischen Korb immer wieder den Offensivrebound schnappen konnten. Chevon Troutman sorgte in der Schlussphase kurzzeitig noch etwas für Ergebniskosmetik aus Münchner Sicht, doch stand ein völlig verdienter Heimsieg des zweifachen Doublegewinners zu Buche, den die Freaks lautstark bejubelten..

Brose Baskets: Tucker (23 Punkte/1 Dreier), Jacobsen (18/3), Gavel (14/2), Pleiß (13), Slaughter (8), Roberts (5), Suput (4), Jenkins (4), Tadda

Bayern München: Hamann (18), Homan (17), Troutman (14), Nadjfeji (10), Greene (6/2), Benzing (4), Wallace (3/1), Schwethelm (3/1), Jagla (2)