Die Brose Baskets sind nur noch einen Sieg von einem historischen Triumph entfernt. Nach ihrem dramatischen 99:96 (49:49, 88:88)-Halbfinalsieg gegen ratiopharm Ulm nach Verlängerung am Samstagabend im Top-Four-Turnier um den deutschen Basketball-Pokal stehen sie zum dritten Mal in Folge im Endspiel des Cup-Wettbewerbs. Bei einem Erfolg im Finale am Sonntag (16.45 Uhr) gegen die Telekom Baskets Bonn wären sie zum dritten Mal in Folge Pokalsieger- das hat bislang noch kein Team geschafft. Die Bonner als Gastgeber des Top-Four-Turniers hatten sich im ersten Halbfinale gegen die New Yorker Phantoms Braunschweig klar mit 77:64 (41:37) durchgesetzt.

Der Titelverteidiger legte gegen den Bundesliga-Zweiten einen Traumstart hin. Nach Punkten von P.J. Tucker, Tibor Pleiß, Brian Roberts und Anton Gavel führte er schnell mit 8:0 und baute den Vorsprung gegen zu Beginn nervöse Ulmer bis zur sechsten Minute auf 19:4 aus. Dann kamen die Schwaben aber besser ins Spiel und verkürzten den Rückstand dank der Dreier von Steven Esterkamp bis zum Ende des ersten Viertels auf 23:28.
Kurz nach Beginn des zweiten Abschnitts gelang den Ulmern der Ausgleich zum 28:28.


Offener Schlagabtausch



Von diesem Moment an war dieses Halbfinale ein offener Schlagabtausch, in dem beide Teams in der Offensive glänzten, die Defensive teilweise aber vernachlässigten. Beim Stand von 43:35 (16. Minute) waren die Bamberger drauf und dran, sich abermals abzusetzen, weil Gavel sicher aus der Distanz traf. Aber Ulm konterte mit einem 12:2-Lauf und ging nach einem Korbleger von Per Günther kurz vor der Pause sogar erstmals in Führung (45:47). Zur Pause stand es 49:49.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit lief zunächst der Ulmer Isaiah Swann heiß und versenkte zwei Dreier. Auf der anderen Seite des Feldes schafften es die Schwaben nun einige Male, die Angriffe der Bamberger abzuwehren. Das Team von Thorsten Leibenath konnte sich deshalb ein wenig absetzen und ging mit sieben Punkten in Führung, aber Julius Jenkins sorgte mit seinem zweiten Dreier dafür, dass die Bamberger nur mit einem Vier-Punkte-Rückstand (66:70) in den letzten Spielabschnitt gingen.


Swann sorgt für die Verlängerung



Hier behaupteten die Ulmer zunächst ihre knappe Führung, ehe der überragende Gavel mit einem Dreier zunächst für den Ausgleich (81:81) und 28 Sekunden vor Spielende für die Bamberger Führung (85:84) sorgte. Zwei einfache Punkte von John Bryant konterte Casey Jacobsen fünf Sekunden vor der Schlusssirene mit einem Dreier zum 88:86 - es waren die ersten Punkte für den Brose-Kapitän. Den Sieg bedeutete dies aber nicht, denn mit der Schluss-Sirene sorgte der nervenstarke Swann für die Verlängerung.

Und in dieser ging es ebenfalls bis zuletzt hochdramatisch zu. Abermals war es Gavel, der für die Brose Baskets die entscheidenden Akzente setzte. 51 Sekunden sorgte der Slowake mit seinen Punkten 29 und 30 für die 97:94-Führung, Beim nächsten Angriff bediente er unter dem Korb Pleiß, der per Dunking zum 99:96 abschloss. Der Dreier von Watts mit der Schluss-Sirene verfehlte den Bamberger Korb - damit standen die Brose Baskets zum dritten Mal in Folge im Pokalfinale.

Ratiopharm Ulm: Bryant (25 Punkte), Swann (17/3 Dreier), Watts (17/2), Esterkamp (11/3), Mason-Griffin (11/1), Günther (10), Nankivil (5), Betz, Trice

Brose Baskets: Gavel (30/4), Tucker (17), Roberts (13/1), Pleiß (11), Suput (8), Slaughter (8), Jenkins (7/1),
Jacobsen (3/1), Tadda (2)


Stimmen zum Spiel



Anton Gavel (Bamberger Matchwinner): "Auch im letzten Jahr mussten wir im Halbfinale in die Verlängerung. Deshalb wussten wir, wie wir diese Verlängerung angehen mussten. Dass Casey diesen Dreier getroffen hat, war wichtig für uns. Schade, dass er noch nicht zum Sieg gereicht hat. Uns fehlt jetzt noch ein Sieg. Hoffentlich packen wir den. Das Triple wäre natürlich unglaublich."

Per Günther (Ulmer Aufbauspieler):"Bamberg hat nicht umsonst die letzten vier Titel gewonnen, die es zu vergeben gab. Deshalb ist das hier etwas wie Täglich grüßt das Murmeltier, jedes Jahr den Pokal abzuräumen. Ich hoffe, dass es Bonn morgen spannend machen kann, sonst wird es langsam langweilig."

Chris Fleming (Bamberger Trainer): "Ich hatte in meiner Trainerkarriere immer das Glück über starke Guards zu verfügen, aber Anton Gavel hat heute eine absolut überragende Leistung abgerufen."