Nach 15 Siegen in Folge sind die Brose Baskets am Sonntag in der Fraport-Arena hart gelandet. Die Skyliners, die verbissen um den Einzug in die Play-offs kämpfen, setzten dagegen ihren Höhenflug fort und feierten nach dem 76:68 (36:37)-Erfolg, als hätten sie gerade die deutsche Meisterschaft gewonnen. "Wir haben den Sieg nicht verdient. Frankfurt hat sehr gut gespielt, wichtige Würfe getroffen, und uns ist es nicht gelungen, die einfachen Körbe der Skyliners zu verhindern", analysierte Bambergs Kapitän Casey Jacobsen die enttäuschende Partie. Die Frankfurter schlugen den Meister gestern mit seinen eigenen Waffen: Durch eine aggressive Verteidigung erzwangen die Hessen 22 Ballverluste der Gäste und nutzten diese pfeilschnell zu leichten Punkten. Auf Grund ihrer zwölf Offensiv-Rebounds hatten die Hausherren am Ende deutlich mehr Würfe (60:46) und kompensierten so, dass die Bamberger hochprozentiger trafen. "Man verliert normalerweise wenig Spiele, wenn man 54 Prozent aus dem Feld wirft, aber wir sind einfach zu sorglos mit dem Ball umgegangen. Im ersten Viertel haben wir zudem 17 Punkte nach Offensiv-Rebounds und Schnellangriffen der Frankfurter kassiert. Das war eine verdiente Niederlage. Ich hoffe, dass jetzt die Augen offen sind", war Bambergs Coach Chris Fleming am Tag nach seinem 42. Geburtstag alles andere als gut gelaunt.

Kompromisslose Verteidigung


Es waren noch nicht einmal fünf Minuten gespielt, da war er schon zu seiner zweiten Auszeit gezwungen. Mit einer kompromisslosen Verteidigung hatten die Skyliners den Favoriten auf dem falschen Fuß erwischt. Bei den Hausherren liefen Tim Ohlbrecht und dann Jimmy McKinney heiß. Acht Bamberger Ballverluste und sechs Offensiv-Rebounds der Hessen waren dafür verantwortlich, dass die Skyliners nach neuneinhalb Minuten mit 26:11 vorne lagen. Dann aber besann sich der Meister langsam seiner Stärken und verteidigte ebenfalls härter. Im Angriff setzten sich immer wieder Anton Gavel und Marcus Slaughter durch und führten die Gäste heran. Eine 21:6-Serie schloss Jacobsen nach 17 Minuten zum 32:32 ab. Brian Roberts beendete den letzten Angriff der ersten Halbzeit wieder einmal mit einem Dreier und brachte den Spitzenreiter so erstmals mit 37:36 in Front.
Doch das sollte die einzige Führung im ganzen Spiel bleiben. Denn im dritten Viertel (16:7) gaben die hart zu Werke gehenden Gastgeber wieder den Ton an. Erst humpelte der starke Slaughter verletzt vom Feld, dann kassierte Gavel, der alles versuchte, das Blatt zu wenden, sein drittes Foul. Doch die Brose Baskets kämpften sich immer wieder heran. Als aber Johannes Herber knapp zwei Minuten vor dem Ende einen Dreier mit Ablauf der 24-Sekunden-Uhr zum 67:59 versenkte, war die Niederlage besiegelt.
Jetzt gilt's in dieser Woche wieder zu alter Stärke zurückzufinden, um am Sonntag (17 Uhr) in eigener Halle gegen die Tigers Tübingen eine weitere unliebsame Überraschung zu vermeiden.

Basketball-Statistik


Skyliners Frankfurt - Brose Baskets 76:68
(26:15, 10:22, 16:7, 24:24)
Frankfurt McKinney (19 Punkte/3 Dreier), Robertson (12), Herber (11/2), Burtschi (10/2), Davidson (9), Gibson (8), Ohlbrecht (7), Nolte
Bamberg Slaughter (15), Roberts (13/2), Jacobsen (11), Gavel (10/2), Suput (9), Tadda (4), Pleiß (4), Tucker (2), Neumann, Schmidt
SR Hesse (Hamburg), Rucht (Wietze), Reiter (Sandhausen)
Zuschauer 4880
Gesamtwurfquote Frankfurt 42 Prozent (25 Treffer/60 Versuche), Bamberg 54 (25/46)
Dreierquote Frankfurt 50 Prozent (7/14), Bamberg 36 (5/14)
Freiwurfquote Frankfurt 86 Prozent (19/22), Bamberg 62 (13/21)
Rebounds Frankfurt 28 (16 defensiv/12 offensiv), Bamberg 31 (24/7)
Ballgewinne/-verluste Frankfurt 4/13, Bamberg 3/22
Assists Frankfurt 11/ Bamberg 11
Fouls Frankfurt 23 / Bamberg 21