«Ich freue mich drauf. Weil es gibt nichts Schöneres für unsere Spieler und für uns alle, als einen echten Rivalen zu haben», sagte Sportdirektor Christian Nerlinger im Trainingslager des deutschen Fußball-Rekordmeisters in Doha im Emirat Katar.

Die Zeiten der Tiefstapelei des BVB sind nach der Verpflichtung des Gladbacher Nationalspielers für 17,1 Millionen Euro zur nächsten Saison Vergangenheit, meinte Nerlinger: «Sie haben es in den letzten Jahren sehr erfolgreich mit ihrem Understatement verstanden, die Dinge zu verfolgen. Das ist mit diesem Transfer vorbei, das ist schon ein neuer Schritt. Da wächst schon ein großer Titelrivale, auf den ich mich sehr freue», stichelte der in Dortmund geborene Nerlinger gegen seinen ehemaligen Club, wo er als Profi spielte.

Angriffslustig reagierte auch Bayern-Präsident Uli Hoeneß, der in der «Süddeutschen Zeitung» die Frage aufwarf, ob die Borussen «einen neuen Geldesel entdeckt» hätten. Der 60-Jährige kündigte an, dass sich auch sein Verein im Sommer personell weiter verstärken wolle. Hoeneß erachtete aber statt eines offensiven Mittelfeldspielers wie Reus, den auch die Bayern holen wollten, einen Innenverteidiger sowie eine hochkarätige Alternative zu Torjäger Mario Gomez als notwendig. Man werde im Angriff «eine richtige Bombe brauchen, einen, der immer spielen kann, in Barcelona oder in Manchester», erklärte Hoeneß.

Nerlinger reagierte zurückhaltend auf die Gedankenspiele des Präsidenten. Es sei «verfrüht», über neues Personal zu reden. «Jetzt von einem Innenverteidiger zu sprechen, den man verpflichtet, ist nicht angebracht, weil Daniel van Buyten eine sehr solide, gute Hinrunde gespielt hat und für mich auch das Kapitel Breno noch nicht zugeschlagen ist», erklärte Nerlinger. Beider Verträge laufen aus, ebenso der von Angreifer Ivica Olic. Es gebe aktuell «überhaupt keine konkreten Überlegungen», erklärte Nerlinger.

Vorrang hat für den 38-Jährigen zunächst das vorhandene Personal. Das Interesse von Arjen Robben an einer Vertragsverlängerung über 2013 hinaus beschrieb er dabei positiv: «Wir setzen auch in der Zukunft langfristig und total auf Arjen Robben.»

Größere Umbauten hält der Sportdirektor ohnehin nicht für nötig. «Die Schwachstellen, die wir haben, wünschen sich sehr viele andere. Wir haben die beste Abwehr der Liga, wir haben den besten Sturm der Liga.» Die Mannschaft habe in der Hinrunde in Bundesliga, Champions League und DFB-Pokal «die Aufgaben mehr als erfüllt».

Im Wintercamp in Katar habe man zudem die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Rückserie gelegt. Auch Robben und Bastian Schweinsteiger seien «wieder voll an Bord», der Zweikampf mit Verfolger Dortmund kann aus Münchner Sicht beginnen. Mit drei Zählern Vorsprung auf Titelverteidiger Dortmund geht der Rekordchampion in die zweite Halbserie. «Letztes Jahr waren wir 14 Punkte hinter Dortmund», sagte Nerlinger, «insofern ist mir die momentane Konstellation deutlich lieber.»