Tötete ein Kennzeichendieb den 49-jährigen Familienvater? In Mittelfranken ist ein Autobesitzer vermutlich von einem Kennzeichendieb umgebracht worden - zumindest deutet einiges darauf hin. Allerdings sind auch mehrere Tage nach der Bluttat im mittelfränkischen Rügland (Landkreis Ansbach) die genauen Hintergründe des Falles unklar.

Es gebe noch keine gesicherten Erkenntnisse über die Motive des 30 Jahre alten Tatverdächtigen, der sich nach der Tat selbst tötete. "Die Ermittlungen laufen noch", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Ansbach am Mittwoch. Die Ermittler hätten aber Hinweise, dass der junge Mann offenbar vor der Tat ein in Rügland ausgerichtetes Motorradtreffen besucht habe.

Sicher ist: Der 49 Jahre alte Fahrzeugbesitzer hatte am Samstagvormittag in Rügland (Landkreis Ansbach) einen zunächst Unbekannten überrascht, der sich am Wagen des späteren Opfers zu schaffen machte.

Bluttat in Rügland bei Ansbach: Autobesitzer im Streit getötet - Verdächtiger nimmt sich das Leben

Nach Polizeiangaben kam es zu einem Streit. Mehr als eine Stunde später wurde der 49-jährige Familienvater tot auf einem Feld außerhalb der Ortschaft entdeckt. Eine Großfahndung nach dem Täter blieb zunächst erfolglos.

Am Montag konnte die Polizei Mittelfranken einen Durchbruch in den Ermittlungen vermelden: Die Beamten hatten den mutmaßlichen 30-jährigen Täter ermittelt. Sie observierten den Mann, nahmen ihn jedoch nicht an Ort und Stelle fest. Jetzt stehen die polizeilichen Ermittlungen in der Kritik.

Update vom 8. Juli 2019, 18.00 Uhr:

Im Fall der Bluttat gibt es neue Erkenntnisse über den Täter: Auf die Spur gekommen sei die Kripo dem Tatverdächtigen anhand von Fotos, die die Ermittler auf dem Handy des getöteten Familienvaters gefunden hätten. Die Polizisten hätten die Bilder, die der getötete Familienvater gemacht hatte, Mitarbeitern der örtlichen Gemeindeverwaltung gezeigt. Diese hätten den 30-Jährigen auf den Fotos klar identifiziert.

Die Polizei observierte anschließend aus ermittlungstaktischen Gründen zunächst die Wohnung des Täters. Gegen 23.00 Uhr traf bei der Polizei ein Notruf der Familie des Täters mit dem Hinweis ein, sie hätten den Mann leblos in der Wohnung gefunden.

Zwar gibt es einen Abschiedsbrief des Täters, doch will die Polizei daraus keine weiteren Details veröffentlichen. "Ein Motiv ist daraus nicht abzuleiten", sagte der Leiter der Kriminalpolizei Ansbach, Dieter Hegwein.

Letztlich war nach Kripoeinschätzung die Beschädigung des Fahrzeugs Auslöser des heftigen Streites, der zum Mord des 49-Jährigen führte. Warum der 30-jährige den Wagen demolierte, bleibt nach den bisherigen Untersuchungen rätselhaft. Für einen zunächst vermuteten Kennzeichen-Diebstahl gebe es keine Anzeichen.

Update vom 8. Juli 2019, 15.17 Uhr: Tatverdächtiger tot in Wohnung gefunden

Wie die Polizei gegen 14 Uhr im Rahmen einer Pressekonferenz mitteilte, wurde der mutmaßliche Tatverdächtige tot in seiner Wohnung aufgefunden. Durch Fotos, die das Mordopfer machte, konnte die Polizei den Tatverdächtigen schnell ausfindig machen.

Umfangreiche Spurensicherungs- und Suchmaßnahmen am Samstagmittag am Tatort

Die Ansbacher Mordkommission übernahm noch Samstagmittag die Ermittlungen und gründete die Sonderkommission (SOKO) "Rosenberg" mit in der Spitze bis zu 30 Beamten. Am Tatort fanden umfangreiche Spurensicherungs- und Suchmaßnahmen statt, bei welchen auch ein Polizeihubschrauber, Personensuchhunde und Unterstützungskräfte (USK) der mittelfränkischen Polizei im Einsatz waren. Die Ermittlungen wurden zunächst in alle Richtungen geführt und in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Ansbach erste kriminaltaktische Maßnahmen angestoßen.

Mann aus Ansbach getötet: Obduktionsbericht ergibt Todesursache durch Gewalteinwirkung

Die von der Staatsanwaltschaft Ansbach angeordnete und von der Rechtsmedizin Erlangen am 07. Juli 2019 durchgeführte Obduktion des Opfers ergab als Todesursache Gewalteinwirkung gegen den Hals.

Eine erste Spur stellte das Mobiltelefon des Getöteten dar, das am Tatort aufgefunden worden war. Im Speicher des Handys wurden Fotoaufnahmen einer unbekannten männlichen Person festgestellt. Nach einer ersten, noch vorsichtigen Einschätzung konnte es sich um den Tatverdächtigen handeln.

Handybilder liefern entscheidende Hinweise: 30-Jähriger als mutmaßlicher Täter identifiziert

Der 49-Jährige hatte offenbar während der Auseinandersetzung mit dem Täter diesen tatsächlich fotografiert. Über die Handybilder konnte ein 30-jähriger Mann aus dem östlichen Landkreis Ansbach identifiziert werden. Die Polizisten hätten die Bilder daraufhin Mitarbeitern der Rügländer Gemeindeverwaltung gezeigt. Diese hätten den 30-Jährigen auf den Fotos klar identifiziert.

Mutmaßlicher Täter tot in Wohnung aufgefunden

Trotz intensiver Fahndungsmaßnahmen konnte der Aufenthalt des Gesuchten zunächst nicht festgestellt werden. Am Sonntag, gegen 23.10 Uhr, wurde der 30-jährige Tatverdächtige tot in seiner Wohnung aufgefunden. Die Ermittlungen ergaben zweifelsfrei einen Suizid. Familienangehörige hätten die Leiche des Mannes in seiner Wohnung im östlichen Landkreis Ansbach entdeckt. Sie hätten daraufhin per Notruf die Polizei verständigt, berichtete die Kripo am Montag in Ansbach. Die Leiche des Tatverdächtigen werde noch im Laufe des Montags obduziert, hieß es.

Die Ermittlungen zum Hintergrund der Tat, insbesondere zum Aufenthaltsort des Tatverdächtigen im Nachgang zur Tat laufen unvermindert weiter.

Unklar blieb zunächst, wieso sich die Polizei zunächst darauf beschränkt hatte, die Wohnung des 30-jährigen Tatverdächtigen nur zu observieren, ohne den Tatverdächtigen an Ort und Stelle festzunehmen.

  • Leiche in Rügland in Franken gefunden
  • Täter weiter auf der Flucht
  • Autokennzeichen FÜ-S 2618 vom Auto des Opfers entwendet
  • SOKO Rosenberg ermittelt nach Leichenfund
  • Pressekonferenz am Montag

Leiche in Rügland gefunden: Die Erstmeldung

Im mittelfränkischen Rügland (Landkreis Ansbach) wurde am Samstag (6. Juli 2019) ein Mann Opfer eines Gewaltverbrechens, später am selben Tag wurde seine Leiche in einem Feld im Ortsteil Rosenberg gefunden. Der Täter ist auf der Flucht, die Großfahndung läuft. Offenbar hat er die Nummernschilder vom Auto seines Opfers entwendet, das Kennzeichen lautet FÜ-S 2618.

Die 25-köpfige Sonderkommission "Rosenberg" ermittelt, geht Zeugenhinweisen nach und wertet die Ergebnisse der Spurensicherung aus, teilte die Polizei am Sonntag mit. Am Montag soll eine Pressekonferenz abgehalten werden. Die Polizei bittet die Bevölkerung weiter um Hinweise, zahlreiche Anrufe sind bereits eingegangen.

Toter Mann in Feld in Rügland: Polizeisprecher nennt Details

Nach Angaben des Pressesprechers der Polizei Mittelfranken, Michael Petzold, sind die folgenden Informationen zum Tathergang bekannt: Das spätere Opfer bemerkte am Samstagvormittag gegen circa 9 Uhr, wie sich eine bislang unbekannte Person "in verdächtiger Weise" an seinem Auto zu schaffen machte. Der 49-Jährige stellte die Person zur Rede, woraufhin es zu einem handfesten Streit kam. Später wurde die Leiche des Mannes auf einem Feld in der näheren Umgebung, außerhalb von Rosenberg, gefunden.

Die örtliche Polizei geht nach bisherigem Kenntnisstand aufgrund der Spurenlage davon aus, dass der Mann Opfer eines Gewaltverbrechens wurde. Weiterhin wurde festgestellt, dass die Kennzeichen des Fahrzeugs des Getöteten entwendet wurden. Hierbei handelt es sich um das amtliche Kennzeichen "FÜ - S 2618".

Mordkommission ermittelt: Mann liegt tot in Feld in Rosenberg

Die Ansbacher Mordkommission hat die Ermittlungen zur Aufklärung der Tat und zur Ergreifung des bislang unbekannten Täters aufgenommen. Experten waren am Samstag (6. Juli 2019) mit umfangreichen Spurensicherungs- und Fahndungsmaßnahmen beschäftigt, bei denen unter anderem ein Polizeihubschrauber, Personensuchhunde und Unterstützungskräfte zur Absuche der nahe gelegenen Wald- und Feldwege zum Einsatz kommen.

Die Ansbacher Staatsanwaltschaft ordnete die Obduktion des 49-Jährigen an.

Nach Leichenfund bei Ansbach: Kriminalpolizei sucht Zeugen

Die Mordkommission der Ansbacher Kriminalpolizei bittet Zeugen, welche Hinweise auf das entwendete Kennzeichen machen können, oder verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben, sich mit dem Kriminaldauerdienst Mittelfranken unter der Telefonnummer 0911/2112-3333 in Verbindung zu setzen. mit dpa