Mit einer Art "Bienensauna" wollen Imker künftig die Varroa-Milbe bekämpfen. Der Schädling ist einer der Hauptverursacher des Bienensterbens. Statt auf Giftstoffe setzen die Fachleute bei dem neuen Verfahren auf Wärme. Der Erfinder der schonenden Schädlingsbekämpfung, Imker Richard Rossa, ist dafür am Samstag in Muhr am See (Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen) mit dem Innovationspreis der Aktion "Deutschland - Land der Ideen" ausgezeichnet worden.

Die kleine Milbe ernähre sich vom Blut der Honigbienen und mache den Völkern vor allem im Winter zu schaffen, erläuterte Rossa. Allerdings sei die Milbe auch sehr hitzeempfindlich. "Wir erwärmen die Bienenstöcke mit der Sauna und ab 37 Grad Celsius wird die Varroa-Milbe geschädigt", sagt Rossa.

Für die Bienen seien diese Temperaturen hingegen kein Problem. Die Behandlung wirke auf sie sogar entspannend - eine Wirkung, die über Tage anhalte. "Die Tiere befinden sich in einem regelrechten Flow und sind faul und entspannt" - und würden später gestärkt ihre Arbeit wieder aufnehmen, sagt Rossa. "Die Behandlung ist wie ein Reset, eine richtige Verschnaufpause."

Zwei Anwendungen im Jahr empfiehlt der Erfinder der Bienensauna - eine gegen den Milbenbefall nach dem Winter, eine weitere zur Stärkung der Brut nach der Honigernte.

Rossa knüpft mit seiner Erfindung an eine Bewegung an, die bereits vor rund 30 Jahren die Wirkung von Wärme auf Bienenvölker erforschte. Viele Imker griffen zuletzt dennoch auf Säuren und Gifte zurück. Rossa will das nun ändern - und das gelingt ihm bisher nicht nur mit dem Gewinn zahlreicher Innovationspreise. Auch das eigens gegründete Unternehmen in Augsburg ist ausgelastet. "Wir haben bisher rund 400 Saunen verkauft. Wir kommen mit der Produktion nicht hinterher."