Das Huhn von heute steht nicht auf Schnickschnack. Kein Gel, keine Dauerwelle, keine Strähnchen. Seit Jahrhunderten baut das Federvieh auf die klassische Hühnerfrisur, trägt den Kamm offen und legt die Federn glatt an. Wer nun herausfinden will, was ein Kitzinger Huhn derart auf die Stange gebracht hat, dass es einen ganzen Frisörsalon lahmlegte, muss spekulieren. Hatte der Krawallvogel ein Experiment gewagt, sich den Bürzel tönen oder den Kamm toupieren lassen? Hatte der Frisör zu viel Eierlikör getrunken oder gar nebenbei an einer Hähnchenkeule geknabbert? Oder war der Bader voreingenommen und lehnte gefiederte Kunden ab? Dabei wollte unser Hühnchen doch nur einmal anders aussehen, ihren Hahn mit Löckchen und Undercut betören. Daraus wurde nichts, die Polizei holte das ambitionierte Huhn ab und brachte es zu seinen Artgenossen zurück - die alle wie von der Stange aussehen. Aber das Huhn gibt nicht auf, kämmt sich den Kamm nun eben selbst gründlich, gönnt sich ein Sand-Peeling und träumt von Germany's Next Topgockel.