Es scheint auf dem ersten Blick eine normale Übung zu sein, die die Feuerwehr Weilersbach gefilmt und auf Youtube veröffentlicht hat. Ein Feuerwehrauto bleibt vor einem Wassertank stehen, in dem ein Mann um Hilfe ruft. Der Einsatzleiter prüft die Lage und gibt seinen Kollegen den Befehl, den Ertrinkenden zu retten. Plötzlich ertönt die Melodie der Fernsehserie Baywatch und dem Betrachter wird schnell klar, dass hier etwas nicht stimmt.

 

Das Video ist Teil der sogenannten "Cold Water Challenge 2014".
Wehren aus ganz Deutschland stellen sich derzeit dieser Kalten-Wasser-Herausforderung, beziehungsweise stellen sich gegenseitig diese Herausforderung.

Die Feuerwehren müssen sich selbst nass machen. Und das auf möglichst kreative Art und Weise. Wer das schafft, kann am Ende des Videos drei andere Feuerwehren nominieren, die ebenfalls ein Wasser-Video drehen und auf Youtube veröffentlichen müssen.

Wer das nicht macht, muss die nominierende Wehr zum Grillen einladen.


Bei den Weilersbachern ergießt sich im Video während der musikalisch unterlegten Rettungsaktion plötzlich Wasser auf die Männer aus Oberfranken.

Ein Feuerwehrler aus Pretzfeld stellt sich in einem anderen Cold-Water-Challenge-Video kurzerhand mit dem kompletten Kampfanzug samt Helm und Handschuhen unter die Dusche. Sein Kollege sitzt in Uniform auf der Toilette.


Aktive Mitglieder der Feuerwehr Tiefenthal in Unterfranken zeigen sich nur bekleidet mit Helm und Badehose und lassen sich unter anderem von einem Wasserstrahl abkühlen, dramaturgisch mit dem Soundtrack des Kinofilms Fluch der Karibik in Szene gesetzt.

 


Allen Teilnehmern dieser Videos ist der Spaß anzumerken.

Feuerwehr lebt eben auch von Kameradschaft und gemeinsamen Aktionen, scheinen die Clips transportieren zu wollen..

Doch in anderen Städten Deutschlands hat es bereits Kritiken und kleine Eklats gegeben. Wie Medien berichten, hat zum Beispiel die Stadt Dorsten im Ruhrgebiet das Video ihrer Wehr wieder aus dem Netz nehmen lassen, weil sich die Stadtverwaltung angeblich übergangen fühlte.

Doch nicht nur die Absprache mit den Verantwortlichen sollte bei einem Videodreh zum Cold Water Challenge geklärt werden. Auch der versicherungstechnische Aspekt könne ein Problem darstellen. Falls sich ein Unfall ereignen sollte, würde demnach keine Versicherung für den Schaden aufkommen.