Zwar gilt München bei Mieten und Kaufpreisen noch immer als teuerste Stadt Deutschlands, doch andere Regionen in Bayern holen langsam auf. Bei einem aktuellen Städteranking, in dem die Entwicklung der Bestandsmieten zwischen 2007 und 2012 untersucht wurde, belegte Bamberg mit einer Steigerung von 26,5 Prozent den 6. Platz und landete damit sogar vor München. In der Landeshauptstadt liegen die Preise jedoch sei einigen Jahren auf einem solch hohem Niveau, dass die prozentuale Steigerung nicht mehr ganz so hoch ausfällt.

Attraktive Mittelstädte in Bayern locken Investoren
Was vielen Bambergern bereits lange bewusst war, wurde nun auch durch Studien belegt: Bamberg ist attraktiv und bei Investoren begehrt. Im GMA-Ranking für Mittelstädte, welches die interessantesten Standorte aus Einzelhandelssicht ermittelt hat, belegt zwar Aschaffenburg den ersten Platz, allerdings schafft es Bamberg mit dem 4. Rang noch in die Top 5. Somit sind gleich zwei fränkische Städte auf Spitzenplätzen vertreten, was das hohe Potenzial dieser Region verdeutlicht und unter Anlegern und Investoren auf gute Zukunftsperspektiven hoffen lässt. Was den Wohnungsmarkt betrifft, gilt Bamberg bereits seit Längerem als sicherer Standort mit guter Perspektive. Auch hier hat das für viele Einwohner zum Ergebnis, dass die Mieten steigen und Wohnraum zunehmend knapper wird.
Preisanstiege in Bamberg: Sowohl Kauf- als auch Mietobjekte betroffen

 

Die aussichtsreichen Zukunftsperspektiven Bambergs in Verbindung mit niedrigen Zinsen für Kredite sowie der Eurokrise, die zu einer Flucht in das sogenannte "Betongold" geführt hat, lässt die Miet- und Kaufpreise in der Stadt stark ansteigen. Höchstpreise von 17 Euro pro Quadratmeter für Mietwohnungen in Top-Lagen sind auch hier keine Seltenheit mehr. Mit einem durchschnittlichen Mietpreis von 9 Euro pro Quadratmeter, den ein Immobilienportal errechnet hat, zählt Bamberg zu den teueren Städten in Deutschland. Erschwerend kommt hinzu, dass der Anteil der Wohnungen mit Sozialbindung immer geringer wird. So ist in einem Zeitraum von 12 Jahren der Bestand der preisgebundenen Wohnungen allein bei der Stadtbau GmbH um über 50 Prozent gesunken.

Mit bis zu 420 Euro pro Quadratmeter ist auch das Bauland in Bamberg teuer geworden. Die Preise für das Bauland sind zudem einer der Gründe, warum in Bamberg derzeit kaum noch preiswerter Wohnraum geschaffen wird. In Kombination mit strengen energetischen Auflagen für Neubauten wird die Realisierung der Wohnungsneubauten so teuer, dass es zumindest für kommerzielle Bauträger schwer ist, preisgünstige Wohnungen zu errichten.

Laut einer aktuellen LBS-Erhebung liegen die Preise für Eigentumswohnungen in Bamberg bei durchschnittlich bei 2500 bis 3000 Euro pro Quadratmeter im Bereich Neubau, für Bestandswohnungen werden zwischen 1300 und 2200 Euro pro Quadratmeter verlangt. Im Schnitt bewegen sich die Preise somit zwischen 1750 und 2750 Euro pro Quadratmeter. Eigenheime kosten durchschnittlich etwa 290.000 Euro, wobei hier je nach Lage auch Spitzenpreise von 380.000 Euro und mehr bezahlt werden. Die Preise für Bestandshäuser hingegen liegen zwischen 160.000 und 300.000 Euro, wobei für gut gelegene, zentrumsnahe Einfamilienhäuser auch über 500.000 Euro gezahlt werden.