• Klimageräte in Deutschland
  • Modelle
  • Zu bedenkende Aspekte
  • Tipps zum Kauf und Alternativen
  • Fazit

In Deutschland werden diesen Sommer Spitzenrekorde der Temperaturen erreicht. Wer zu Hause eine angenehme Kühle genießen möchte, könnte auf ein Klimagerät zurückgreifen. Dabei stellt sich die Frage, welche Modelle es eigentlich gibt und welche Vor- und Nachteile diese mit sich bringen.

Modelle, Kosten und zu beachtende Aspekte eines Klimagerätes

Eine kühle Innentemperatur wirkt in Anbetracht der hohen Temperaturen draußen paradiesisch. In Deutschland verfügen nur wenige Wohnungen und Häuser über eine Klimaanlage; Umfragen ergaben eine Zahl von etwa drei Prozent. Die Nachfrage steigt nach Angaben der Branche jedoch. 2021 wurden im Vergleich zum Vorjahr 15,6 Prozent mehr Klimageräte verkauft. Von dem Freiburger Öko-Institut e.V. wird in einer Studie aus dem Jahr 2019 geschätzt, dass die Zahl der Haushalte mit Klimaanlage in Deutschland von drei Prozent im Jahr 2015 auf 25 Prozent im Jahr 2050 steigen wird.

Bei einem Klimagerät gilt es, einige Faktoren zu bedenken. Die Verbraucherzentrale hat sich kritisch gegenüber der Nutzung von Klimageräten geäußert. Einen Aspekt, den sie hervorhebt, ist der preisliche: Einerseits kann die Anschaffung des Gerätes selbst bereits sehr kostspielig sein, andererseits sei mit einem höheren Stromverbrauch zu rechnen. Wie stark sich die Stromkosten pro Jahr durch die Klimaanlage erhöhen können, hängt natürlich davon ab, wie häufig und wie lange du diese nutzt; es entstehen aber schnell Mehrkosten von 60 bis 140 Euro im Jahr.

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Unterschieden wird bei den Klimageräten für zu Hause zwischen Monoblock- und Split-Geräten. Monoblock-Geräte sind stabile und mobile Standgeräte, welche die Abluft über einen Schlauch durch einen Spalt im Fenster ins Freie leiten. Vorteilhaft ist die Mobilität, jedoch sind diese Geräte meist nicht so effizient, da die Dichtungen wieder warme Luft in den Innenraum lassen könnten. Split-Geräte sind im Vergleich dazu effizienter. Sie bestehen aus einem Innen- und einem Außengerät, welche mit einem Schlauch durch die Mauer verbunden sind. Warme Raumluft wird durch den Schlauch nach außen transportiert. Die Geräte arbeiten dabei mit einem Kühlmittel. Bei einer Anschaffung musst du beachten, dass du diese als Mieter*in im Voraus mit deinen Vermieter*innen abklären musst. Zudem muss die Montage von Fachkräften durchgeführt werden. Der Lärm, den der Kompressor an der Außenwand verursacht, könnte Mitmenschen in der Nachbarschaft stören. Zudem sind die Kosten für die Anschaffung in der Regel sehr hoch. Der Preis liegt bei einem Monoblock bei den günstigeren Geräten um die 200 Euro; Split-Geräte sind mit einem Kostenpunkt um die 1.500 Euro hingegen deutlich teurer

Hinweise zum Kauf eines Klimagerätes und mögliche Alternativen

Überlegst du, dir ein Klimagerät anzuschaffen, solltest du dich zuvor detailliert über das Gerät informieren. Relevante Faktoren, die deine Kaufentscheidung beeinflussen können, sind die Raumgröße, die Energieeffizienzklasse des Gerätes, der Schallleistungspegel sowie die Entfeuchtungsleistung. Bist du dir unsicher, welches Gerät zu deinen Bedürfnissen passt, kannst du im Fachhandel das Fachpersonal um Beratung bitten.  Schließlich kann dir ein Klimagerät durchaus Vorteile bieten, beispielsweise dann, wenn du im Homeoffice bist, sich die Hitze bei dir zu Hause kaum ertragen lässt und daher ein konzentriertes Arbeiten kaum möglich ist. Zudem haben zunehmende Temperaturen erwiesenermaßen Auswirkungen auf unser Herz-Kreislauf-System. Die Hitze kann vor allem bei älteren und/oder kranken Menschen sogar zu einer Lebensgefahr werden. Ein eigenes Klimagerät kann Kühle auf Knopfdruck liefern und somit im Ernstfall lebensrettend sein.

Vor dem Kauf eines Klimagerätes solltest du einige Dinge bedenken.
Bild: Pexels/Max Vakhtbovych


Auf der anderen Seite bringen Klimageräte auch gewissen Nachteile mit sich. Du solltest etwa bedenken, dass die Geräte nicht unbedingt leise sind. Im Betrieb liegt die Lautstärke etwa zwischen 50 und 60 dB. Klimageräte sollten zudem regelmäßig gewartet werden, da sie Kondenswasser verursachen. Wird dieses nicht entfernt oder eine Reinigung der Verdampfer und der Filter nicht regelmäßig durchgeführt, kann die Leistung des Gerätes beeinträchtigt werden. Auch das Risiko einer Bakterien- oder Schimmelentstehung ist bei unregelmäßiger Wartung erhöht. Das Umweltbundesamt macht des Weiteren auf die Umweltauswirkungen der Klimaanlagen aufmerksam. Verwendete Kältemittel seien in über 95 Prozent der Fälle klimaschädlich; zudem belasten Klimaanlagen die Umwelt durch die indirekten CO₂-Emissionen.

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Eine Alternative zu Klimageräten ist beispielsweise ein Ventilator, der sowohl in der Anschaffung als auch im Stromverbrauch günstiger ist. Selbst dann, wenn du diesen 90 Tage lang für jeweils 10 Stunden laufen lässt, betragen die Mehrkosten jährlich nur rund 5 Euro. Qualitativ hochwertige Ventilatoren kannst du schon für einen Preis von 50 bis 80 Euro kaufen. Außerdem sind Ventilatoren deutlich leiser. Selbst auf höchster Stufe liegt die Lautstärke in der Regel unter 40 dB. Alternativ könntest du versuchen, die Hitze so weit wie möglich draußen zu lassen, indem du nachts lüftest und tagsüber Fenster und Rollläden beziehungsweise Jalousien geschlossen hältst.

Fazit

In Deutschland gab es nach Angaben des Umweltbundesamtes in den letzten Jahren durchschnittlich nur zwischen 18 und 20 Hitzetage pro Jahr; die Tendenz ist jedoch steigend. Ob sich der Kauf einer Klimaanlage für dich lohnt oder ob beispielsweise ein Ventilator eine attraktive Alternative für dich wäre, musst du individuell entscheiden; immerhin nimmt jede*r Hitze anders wahr.

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