Bei der Ausstattung des Bades spielen nicht nur ausreichend Platz, Licht und Hygiene eine große Rolle, sondern auch die richtige Belüftung. Gerade in einem Feuchtraum ist die Luftzirkulation ein wichtiger Aspekt: Keiner möchte einen muffigen Geruch, Stockflecken oder gar hartnäckigen Schimmel riskieren. Neben dem klassischen Lüften per Fenster gibt es weitere Möglichkeiten – besonders bei fensterlosen Badezimmern ist dies wichtig und sogar gesetzlich vorgeschrieben.

Im Bad entsteht oft mehr Feuchtigkeit, als die Luft aufnehmen kann: Die hohe Luftfeuchtigkeit führt schließlich zur Innenkondensation, welche Stoffe löst, die in Putzen, Tapeten und Holzverkleidung enthalten sind. Gleichzeitig bildet das Wasser die Basis für Pilzwachstum: Wände, Möbel und Fugen sind betroffen. Da Schimmel bei einer 80-prozentigen Luftfeuchtigkeit am besten gedeiht, sollte die relative Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen 60 Prozent nicht übersteigen.

Vor allem in modernen und stark isolierten Bauten kann die Luft nicht von alleine zirkulieren, da neue Häuser schall- und luftdicht abschließen. Was also gut für den Heizenergieverbrauch ist, ist schlecht für den Mindestluftwechsel: Oftmals hat man auch die Möglichkeit zum klassischen Lüften per Fenster nicht, da es sich um ein innenliegendes Bad handelt – ein technisches Lüftungssystem ist dann sogar Vorschrift.
Neben den Richtlinien der einzelnen Bundesländer gilt die DIN18017-Norm „für die Entlüftung mit Ventilatoren zur Lüftung von Bädern und Toilettenräumen ohne Außenfenster in Wohnungen“. Bei Bädern ist also ein Volumenstrom von 40 bis 60 Kubikmetern pro Stunde Vorschrift. Ein niedrigerer Wert ist nur zulässig, wenn der Ventilator nutzerunabhängig mindestens zwölf Stunden am Tag läuft.

Lüftung ohne Technik

Es gibt verschiedene technische Konzepte, von einfachen Wand- oder Deckenlüftern bis hin zu Zu- und Abluftanlagen. Freie Lüftungsarten funktionieren ohne maschinelle Unterstützung, wobei die Thermik, also der natürliche Auftrieb warmer Luft, genutzt wird. Zwei Möglichkeiten werden dabei unterschieden: Die Quer- und die Schachtlüftung. Bei der Querlüftung fließt die Luft durch geöffnete Fenster oder Lüftungselemente in der Fassade hinein und hinaus.

Im Gegensatz dazu nutzt die Schachtlüftung einen über das Dach geführten Schacht oder ein Rohrsystem, um die verbrauchte und feuchte Luft abfließen zu lassen. Bei der Entlüftung des Bades durch einen Schacht muss dieser schon im Haus vorhanden sein beziehungsweise bei einem Neubau berücksichtigt werden – nachträglich kann die Mauerdurchführung oft nicht eingebaut werden.

Belüftung durch Ventilatoren

Luftsysteme, die von Ventilatoren unterstützt werden,  sorgen dafür, dass die Feuchtigkeit kontrolliert abgesaugt wird und der gesetzlich geforderte Mindestluftwechsel gewährleistet ist. Axialventilatoren haben dabei einen hohen Volumenstrom, es wird also viel Luft transportiert. Diese wirkungsvollen und nachhaltigen Modelle sollten serienmäßig mit einem thermischen Überlastungsschutz ausgestattet sein. Sie fördern die Luft in Richtung der Propellerachse, funktionieren also vergleichsweise wie ein Flugzeugpropeller mit Rohr und sind besonders für kurze Förderstrecken geeignet.

Für lange Förderstrecken sind Radialventilatoren besser geeignet. Zwar haben sie einen geringeren Volumenstrom, sind aber druckstärker: Die Luft wird senkrecht zur Laufachse gefördert, vergleichbar mit einer Zentrifuge, bei der Luft nach außen gepresst und spiralförmig verdichtet wird. Durch Kondenswasser-Schutz und Kugellager sollten die Geräte auch ohne weiteres Zubehör  für einen senkrechten Einbau geeignet sein. Auch hier darf der Überlastungsschutz nicht fehlen, ebenso das VDE-GS Zeichen, das die Sicherheitsprüfung kennzeichnet. Nach den Vorschriften zum Feuchteschutz sollte das Gerät mindestens der Schutzart P4 entsprechen, also gegen Spritzwasser geschützt sein.

Zuluft- oder Abluftsystem

Bei einem reinen Abluftsystem saugt der Ventilator die Luft innen ab, während frische Außenluft über eingebaute Lüftungselemente in der Außenfassade nachströmt. Dieses System verschwendet jedoch unnötig Energie durch das Herausblasen der warmen Luft. Umgekehrt funktioniert das Zuluftsystem, bei welchem dezentral oder zentral Luft von außen über Ventilatoren angesaugt wird, während die verbrauchte Luft im Inneren durch Lüftungselemente in der Fassade abfließt.

Bei einer Kombination aus beiden Systemen werden sowohl Zuluft als auch Abluft von Ventilatoren gesteuert. Vor allem Systeme mit Wärmerückgewinnung haben sich hierbei durchgesetzt: Sie sind besonders energieeffizient, da die warme Abluft die von außen angesaugte kalte Luft im Vorbeiströmen vorwärmt. Das entlastet die Heizung und spart bares Geld. Durch einen automatischen Innenverschluss vermeidet man Zugluft und einen Wärmeverlust. Eine weitere Möglichkeit ist die Installation eines Außengitters mit Rückstauklappe oder selbstständiger Verschlussklappe. Bei abgeschaltetem Motor kommt es somit kaum zu Wärmeverlust.

Aktivierung per Zeitschalter

Es stehen verschiedene Konzepte zur Aktivierung der Lüftung zur Auswahl: Man kann sie per Zeitschaltuhr aktivieren oder per Lichtschalter. Auch Module für Nachlauf sind gefragt. Durch Einsatz eines Verzögerungs-Zeitschalters läuft der Ventilator nach dem Abschalten noch einige Minuten wie voreingestellt weiter. Dieses Modul lässt sich ebenfalls mit dem Lichtschalter koppeln. Sobald jemand den Schalter umlegt, wird der anlaufverzögerte Nachlauf aktiviert – nachdem das Licht aus ist, arbeitet der Ventilator also noch einige Minuten weiter.  Das Modul mit Bewegungsmelder wird über Fotowiderstand gesteuert: Über einen eingebauten Sender erfolgt der Einschaltimpuls, während sich bei einem Modul mit Feuchtigkeitssensor der Ventilator einschaltet, wenn die Luftfeuchtigkeit über einen voreingestellten Punkt ansteigt. Sinkt die Feuchtigkeit, schaltet sich der Nachlauf ein und der Ventilator stoppt nach einiger Zeit wieder.

Laura Krug