„Die Erfahrung lehrt uns, dass die einzelnen Farben besondere Gemütsstimmungen geben.“ Schon Goethe wusste, dass Farben einen bestimmten Einfluss auf den Menschen haben. Auch im Bereich des Wohnens werden sie bewusst gezielt aktiv eingesetzt. Farben können einen Raum ganz unterschiedlich wirken lassen. Dennoch stellt man sich vor dem Streichen oft die Frage, welche Wandfarbe die passendste ist. Soll der Raum eher kühl oder doch lieber warm wirken? Soll die bestimmende Farbe lieber dunkel oder hell, grell oder zurückgenommen sein? Und wie wirkt sich die Farbe auf unsere Stimmung aus?

Wie Farben wirken
Weiß ist wohl eine der häufig eingesetzten Farben. Es wirkt rein und klar. Da das Lichtspektrum von Weiß geradezu alle Farben enthält, kann man es mit jeder Weiteren gut kombinieren. Zudem hellt ein solcher Anstrich den Raum auf und lässt ihn größer wirken als wenn ein Raum beispielsweise komplett in einem dunklen Farbton gestrichen ist.

Ein helles, strahlendes Gelb vermittelt einen durchaus positiven Eindruck, denn die Farbe steht für Freude und unterstützt die Konzentrationsfähigkeit. Außerdem erinnert eine solche Färbung an Sonne und lindert Depressionen und Müdigkeit. Gelb lässt sich bei jeder Raumgröße einsetzen, besonders auch bei Orten, die wenig Licht von außen bekommen.

Eine ebenso positive Farbe ist Orange. Auch sie wirkt durch ihre Leuchtkraft positiv, kann jedoch durch Mischung mit Weiß daran verlieren. Als Deckenfarbe eingesetzt, lässt sie den Raum niedriger wirken. Hierbei kann man sich merken: Je dunkler die Deckenfarbe, desto niedriger und bedrückender wirkt der Raum. Orange strahlt Gemütlichkeit, Wärme und Heiterkeit aus und lindert ebenfalls Depressionen.

Rot ist eine stimulierende Farbe, die somit auch unruhig wirken kann. Als Deckenfarbe daher eher ungeeignet, sollte es nur als Akzent eingesetzt werden, da es sonst den Anschein erweckt, der Raum sei kleiner als er eigentlich ist. Für jeden, der kein knalliges Rot einsetzen möchte, kann beispielsweise auf Terrakotta zurückgreifen. Dann besteht auch keine Gefahr, aufgrund von zu viel Rot aggressiv zu werden.

Kühl und sauber wirkt hingegen Blau. Besonders für Räume der Entspannung gut geeignet (wie beispielsweise das Schlafzimmer), lässt Hellblau sie weit wirken – im Gegensatz zu einem Dunkelblau. Deshalb sollte die Raumgröße beachtet werden. Ein kompletter Raum in einem dunklen Blau wirkt beängstigend.

Wer seine Kreativität ankurbeln möchte, greift zu Grün. Deshalb ist diese Farbe praktisch für das Arbeitszimmer, aber auch für das Wohn- oder Esszimmer. Ruhig und entspannt wirkt die vielseitig einsetzbare Farbe in Kombination mit Blau. Vorsichtig sollte man jedoch bei der Kombination mit Orange oder Rot sein. Hierbei ist es besser, nur Akzente der Komplementärfarbe zu verwenden. Grün ist als Wand- und Deckenfarbe geeignet, jedoch sollte Raumgröße und Farbton beachtet werden.

Inspiration zum Streichen und Dekorieren
Um vorher zu testen, ob die Farbe auch wirklich so ist, wie Sie es sich wünschen, können Sie eventuell auch erst Tester erwerben. Mit den kleinen Dosen aus dem Baumarkt können Sie ein Muster anfertigen. Dazu kann beispielsweise eine Pappe dienen, die Sie in der gewünschten Farbe anstreichen und dann an Ihre Wand stellen. Lassen Sie sich einige Tage Zeit und die Farbe auf sich wirken. Gefällt Sie Ihnen dann immer noch, können Sie zur Tat schreiten. Sollten Sie noch nie selbst gestrichen haben, ist es notwendig, sich vorher genau zu erkundigen, welche Utensilien Sie benötigen. Beim Farbkauf sollten Sie sich von einem Spezialisten beraten lassen.

Grundsätzlich sollten Räume nie komplett bunt gestrichen werden. Legen Sie Ihren Fokus lieber auf eine farbige Wand. Hierbei ist die Gefahr, dass die dunkle Farbe Ihren Raum kleiner wirken lässt, relativ gering (Decken bleiben jedoch immer hell!). Eine der Trendfarben für das kommende Jahr ist Goldocker. Wirkt edel und warm.
Um die richtige Inspiration zu bekommen, können Magazine oder Gemälde dienen, aber auch Plattformen wie Pinterest oder Instagram. Denken Sie bei Ihrer Planung stets an das Gesamtkonzept. Schließlich sollten auch die Möbel zur Wandfarbe passen. Dekoration hingegen ist leichter austausch- und anpassbar.