Es ist nicht verwunderlich, dass Fliesen das meistverwendete Material für den Boden- und Wandbereich im Badezimmer sind. Sie sind pflegeleicht, punkten mit Robustheit und sorgen richtig kombiniert für eine angenehme Atmosphäre. Neben den klassischen weißen Fliesen zaubern weitere Materialien und Farben neues Leben ins Bad.

Dass Fliesen gerne im Badezimmer verwendet werden, liegt nicht nur an ihrem Aussehen, sondern auch an der robusten Oberfläche. Sie widerstehen Laugen, Kosmetika, Shampoo und verschiedensten Reinigungsmitteln. Zudem sind sie kratz- und stoßfest und überdauern die Jahre somit weitgehend unbescha det.

Durch ihre gute Wärmeleitfähigkeit sind Fliesen der ideale Belag für eine Fußbodenheizung. Auch für Allergiker sind sie besonders geeignet, da sie keine Schadstoffe ausdünsten und Mikroben und Milben keinen Lebensraum bieten.

Fliese ist nicht gleich Fliese

Schaut man sich in deutschen Bädern um, sind die meisten mit klein- oder großflächigen weißen Fliesen ausgelegt - dabei gibt es unzählige verschiedene Fliesenfarben und -dekore. Besonders Fayence-Fliesen sind für ihre schönen Muster und Farben bekannt. Allerdings sollten sie nur in Maßen verwendet werden, da sie das Bad schnell unruhig wirken lassen. Beim Verlegen ist besondere Vorsicht gefragt, da die Platten vergleichsweise schnell zerbrechen.

Keramikfliesen, ob bunt oder schlicht, ob glasiert oder matt, sind wohl am häufigsten anzutreffen und bieten die Vorteile fast unsichtbarer Fugen bei gerichteten Kanten. Durch ihre wasser- und schmutzabweisenden Eigenschaften sind sie besonders leicht zu reinigen.

Fliesen aus Marmor und Granit sehen zwar edel aus und verleihen dem Bad ein hochwertiges Aussehen, bedürfen aber einer intensiven Pflege, damit sie auch nach Jahren noch schön aussehen. Ein weiteres Material, welches sich im Bad gut verwenden lässt, ist Steingut. Fliesen aus Steingut sind glasiert und wasserundurchlässig. Durch die glasierte Oberfläche sind sie allerdings eher glatt, sobald es nass wird, und somit eher für Wände geeignet als für den Boden.

Das Bad optisch vergrößern

Die Wahl der Farbe ist oft ein schwieriges Thema, denn sind die Fliesen erst einmal an der Wand, wird ein kompletter Austausch teuer und aufwändig. Generell ist die Farbauswahl zwar Geschmackssache, jedoch empfiehlt es sich, das Bad eher in neutralen Farben wie Weiß oder Beige zu halten und gezielt kleinere Akzente zu setzen. Um beispielsweise einen angenehmen Weiß-Ton für das Bad zu finden, ist es wichtig, sich die Farbe unter realen Lichtverhältnissen anzuschauen, denn Weiß kann das Bad schnell kühl und steril wirken lassen und für eine unangenehme Atmosphäre sorgen. Viele Händler bieten die Möglichkeit an, einzelne Fliesen als Probe mit nach Hause zu nehmen.

Für Naturliebhaber gibt es mittlerweile auch Fliesen in Holzoptik. So bringt man sich Natürlichkeit ins Bad, ohne den Nachteil der intensiven Pflege von echtem Holz zu haben.

Nicht nur die Wahl des Materials kann die Wirkung des Badezimmers beeinflussen, sondern auch die Größe und die Anordnung der Fliesen. Großflächige Fliesen lassen das Bad optisch größer wirken und vereinfachen die Reinigung, da weniger Fugen vorhanden sind. Um störende Muster zu verhindern, sollte außerdem darauf geachtet werden, gleichgroße Fliesen für Wand und Boden zu verwenden. Ein Trick für kleine Bäder: Durch querverlegte rechteckige Fliesen, wird das Bad optisch in die Länge gezogen.

Rutschhemmung beachten

Neben dem Design der Fliesen ist natürlich auch die Sicherheit im Bad ein wichtiges Thema. Allzu schnell rutscht man auf nassen Oberflächen aus. Daher ist es im Badezimmer umso wichtiger, dass die Fliesen eine rutschhemmende Oberfläche besitzen. Die Rutschfestigkeit der Oberfläche wird in Klassen von R9 bis R13 eingeteilt. Fliesen mit der Klasse R9 oder R10 besitzen eine geringe bis durchschnittliche Rutschhemmung und sind somit weniger für das Bad geeignet. Fliesen mit der Klasse R13 hingegen bieten die beste Rutschhemmung und eignen sich daher sehr gut.

Weiterhin lassen sich Fliesen in die Werte A, B und C einteilen. Fliesen mit der Klasse A sollten eher an der Badezimmerwand verwendet werden, da sie für Bereiche geeignet sind, die nur gelegentlich nass werden. Fliesen der Klasse B dürfen zwar nicht dauerhaft unter Wasser sein, können aber problemlos öfter nass werden. Für die dauerhafte Lage unter Wasser sind besonders Fliesen der Klasse C geeignet.

Mareike Schäper