Dank langfristig niedriger Energiekosten und zahlreicher staatlicher Zuschüsse lohnt sich eine energieeffiziente Bauweise beim Bau des Eigenheims gleich doppelt. Doch was heißt energieeffizient bauen eigentlich und welche Anforderungen muss das Bauvorhaben erfüllen? Die Energieeinsparverordnung (EnEV) 2014 schreibt vor, welchen gesetzlichen Mindeststandard Neubauten in Deutschland in Bezug auf den Energiebedarf und den Wärmeverlust über die Gebäudehülle erfüllen müssen. Eine energieeffiziente Bauweise erreicht man durch hochwertige Dämmung, ein intelligentes Lüftungssystem und eine effiziente Heizungs- und Warmwasseranlage. Wer zudem auf erneuerbare Energien setzt, erhöht den Grad der Energieeffizienz durch weitere Energieeinsparungen zusätzlich.

Um Anreize für den Bau und Kauf energieeffizienter Gebäude zu schaffen, stellt die bundeseigene Förderbank KfW zahlreiche Fördermittel bereit. Gefördert wird der Bau und Kauf eines sogenannten "KfW-Effizienzhauses". Die Art und Höhe der einzelnen Förderung richtet sich nach dem Grad der Energieeffizienz des Gebäudes. Dieser wird in Relation zu einem Referenzhaus gemessen, dessen Energiebedarf in der EnEV als Richtwert 100 festgelegt ist. Beim Neubau werden die Standards KfW-Effizienzhaus 70, 55, 40 und 40 Plus gefördert. Die Ziffer zeigt an, wie viel Prozent des Energiebedarfs des Referenzhauses das Effizienzhaus ver braucht. Ein KfW-Effizienzhaus 55 beispielsweise verbraucht demnach nur 55 Prozent der Energie des Referenzgebäudes. Es gilt also: Je niedriger die Zahl des KfW-Effizienzhauses, desto energieeffizienter die Bauweise und desto höher die staatliche Förderung.

Förderung bei Neubau und Kauf

Die KfW hat verschiedene Förderprogramme, mit denen sie energieeffiziente Kauf- und Bauvorhaben unterstützt. Wer vorhat, ein KfW-Effizienzhaus 40, 40 Plus oder 55 zu kaufen oder zu bauen, erhält durch die KfW-Förderung 153 finanzielle Unterstützung. Diese erfolgt entweder direkt als Zuschuss oder über einen zinsgünstigen KfW-Kredit, teilweise auch in Verbindung mit einem Zuschuss zur Tilgung, dem sogenannten Tilgungszuschuss.

Beim Neubau sind die Bau- und Baunebenkosten - ohne Grundstückskosten - sowie die Kosten der Beratung, Planung und Baubegleitung förderfähig. Übrigens: Die Erweiterung bestehender Gebäude und der Ausbau von vormals nicht beheizten Räumen zu neuen Wohneinheiten fällt ebenfalls unter den Bereich der förderwürdigen Neubauvorhaben. Bei einem Kauf wird der Kaufpreis für das Gebäude ohne Grundstückskosten gefördert. Der Kredit übernimmt 100 Prozent der Baukosten, bis zu 100.000 Euro pro Wohneinheit. Der Tilgungszuschuss wird zusätzlich gewährt, wenn das erreichte KfW-Effizienzhaus-Niveau nachgewiesen werden kann. Dieser kann je nach Effizienzwert des Hauses fünf bis 15 Prozent betragen.

Für den Fall, dass man den energieeffizienten Neubau oder - kauf selbst bezieht, kann man zudem das Wohnungseigentumsprogramm 124 in Kombination mit der KfW-Förderung 153 wahrnehmen. Dieses fördert den Kauf bzw. den Bau des Eigenheimes mit einem langfristigen zinsgünstigen Kredit. Mit diesen beiden Förderprogrammen lassen sich bis zu 100 Prozent der Gesamtkosten finanzieren, maximal 50.000 Euro.

Eine weitere Fördermöglichkeit für den energieeffizienten Neubau besteht durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU). Die DBU fördert klima- und ressourcenschonendes Bauen je nach Projekt in unterschiedlicher Höhe. Hierzu empfiehlt die DBU, zur ersten Einschätzung des Bauvorhabens eine drei- bis fünfseitige Projektskizze einzureichen, die durch eine DBU-Projektgruppe bewertet wird. Bei positiver Bewertung wird man zur Antragsstellung aufgefordert.

Tipps für die richtige Antragstellung

Einige wichtige Hinweise sollten bei der Antragstellung auf KfW-Förderung unbedingt beachtet werden. So kann ein Antrag auf Förderleistungen nur vor Beginn der Baumaßnahmen gestellt werden. Des Weiteren ist zur fachkundigen Beratung ein von der KfW anerkannter, qualifizierter Energieeffizienzexperte zu Rate zu ziehen, der bei der Planung des Baus und der Erstellung der KfW-Anträge unterstützt und während des Baus begleitet. Diese Fachplanung und Baubegleitung wird ebenfalls mit bis zu 4.000 Euro vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) bezuschusst.

Dennis Tuczay