Nach umfangreicher Renovierung wird die Elisabethkirche in Steinbach/Haide am Sonntag, 29. November, eingeweiht.
Die "Stämicher" sind stolz auf ihre Kirche, die zu den ältesten erhaltenen Kirchenbauten im Landkreis Kronach zählt. Wie Pfarrer Jay Wiederanders berichtet, stand am Anfang der Wunsch, die Fresken zu reinigen und die Kirche innen neu zu streichen. Dass schließlich daraus eine Gesamtrenovierung wurde, sei einem Vertreter der Landeskirche zu verdanken, der zuvor die Elisabethkirche besichtigt hatte. So wurde aus einem 10 000 Euro Vorhaben eine über 230 000 Euro teure Gesamtrenovierung.
Jay Wiederanders ist begeistert von seiner Gemeinde. Über 30 Dorfbewohner seien regelmäßig erschienen, um die Kirche für die Renovierung bereit zu machen - und das bei einer Einwohnerzahl von rund 150. "Ich hatte alle Hände voll zu tun, den freiwilligen Helfern ihre Aufgaben zuzuteilen!"


Rundum neuer Anstrich

Die Renovierung beinhaltete unter anderem die Reinigung der Fresken. Innen wie außen wurde der Putz im Sockelbereich abgeschlagen und ersetzt. Die elektrischen Leitungen mussten komplett erneuert, die kaputten Fenstergläser ersetzt werden. Die Glocken bekamen eine moderne Steuerung und das Ziffernblatt erstrahlt nun in neuem Glanz. Alles bekam einen neuen Anstrich. Zudem wurden die Schäden in der Empore ausgebessert, die Sitzbänke und Säulen gestrichen sowie der Altar aufgefrischt.
Das kleine Gotteshaus ist der Heiligen Elisabeth von Thüringen geweiht. Diese erblickte im Jahr 1207 das Licht der Welt. Ihr Vater war König Andreas von Ungarn, ihre Mutter Gertrud von Andechs-Meranien, ihr Onkel Bischof Ekbert von Andechs-Meranien, Bauherr des Bamberger Doms. Als vierjähriges Kind kam Elisabeth an den Hof des Landgrafen Hermann von Thüringen. Ihr Wesen bestimmte ein ausgeprägter Drang nach Mildtätigkeit und freiwilliger Armut. Elisabeth starb im Alter von 24 Jahren. Nur vier Jahre später wurde sie heiliggesprochen.
Eine Besonderheit in der Kirche von Steinbach/Haide ist die "Elisabethglocke". Die Bronzeglocke aus dem Jahr 1639 trägt neben den Inschriften der Namen von Gießer, Pfarrer, Lehrer und Schultheiß auch den Namen der Kirchenpatronin Elisabeth am unteren Glockenrand.
Die frühe Geschichte der Steinbacher Kirche liegt weitgehend im Dunkel. Man geht aber von einer Gründung im ausgehenden zwölften Jahrhundert aus. Aus dem Jahr der Wiederherstellung der Kirche sind heute noch zwei gemalte Butzenscheiben in den Chorfenstern und der schöne, außergewöhnliche "hölzerne Taufstein" erhalten. Glasmalereien und Taufstein sind mit dem Jahr 1655 datiert.


Für Spenden dankbar

Am ersten Adventsonntag findet nun um 10 Uhr die Einweihungsfeier mit anschließendem Empfang statt. Jay Wiederanders möchte bei dieser Gelegenheit auch den vielen freiwilligen Helfern, den zuverlässigen Arbeitern der verschiedenen Firmen, den Architekten und der immer ansprechbaren und hilfreichen kirchlichen Verwaltungsstelle danken. Ein Dank geht auch an die Oberfrankenstiftung und Sparkassenstiftung für die großzügige Unterstützung. Dennoch, so meint er, müsse die kleine Kirchengemeinde eine große Summe schultern. Daher ist die Kirchengemeinde für jede Spende dankbar. vs