• Perseiden 2022: Meteorstrom sorgt jedes Jahr für Begeisterung bei Astro-Fans
  • Wann man das Sternschnuppen-Spektakel in diesem Jahr sehen kann
  • Was es mit dem Himmelsphänomen auf sich hat

Jedes Jahr im August ist am Nachthimmel über Deutschland ein ganz besonderes Himmelsspektakel zu sehen: Die Perseiden ziehen vorüber, ein Sternschnuppen-Schauer, der nicht nur Astronomie-Begeisterte und Romantiker*innen erfreut. Ihren Höhepunkt erreicht der Schauer in den frühen Morgenstunden des 13. August 2022. Etwa 30 bis 50 Meteore können dann pro Stunde wahrgenommen werden.

Perseiden 2022: Das erwartet Fans des Sternschnuppen-Schauers in diesem Jahr 

Expert*innen haben in diesem Jahr aber auch eine weniger erfreuliche Nachricht: Wegen des vom Mond erhellten Himmels werden nur die besonders hellen Sternschnuppen zu sehen sein. 

Alljährlich rauschen bei dem besonderen Himmelsphänomen bis Ende August zahlreiche Sternschnuppen über den Nachthimmel. Auch wenn der Zenit des Meteorregens erst in der Nacht vom 12. auf den 13. August erwartet wird, lohnt es sich auch jetzt schon, die Nächte unter freiem Himmel zu verbringen. Denn auch jetzt schon strömen die Meteore an der Erde vorbei. 

Ihren Namen haben die Perseiden von Perseus, dem Sohn des Zeus. Die Sternschnuppen scheinen aus seinem Sternbild zu entströmen. Und das jedes Jahr zur gleichen Zeit - vom 17. Juli bis 24. August. Mit 60 Kilometern pro Sekunde, das sind 216.000 Kilometer pro Stunde, sind die Perseiden recht schnell. Helle Objekte, sogenannte Boliden oder Feuerkugeln, sind keine Seltenheit.

Perseiden beobachten: Besonders gut in den späten Abendstunden

Eine besonders gute Sicht gibt es in den späten Abendstunden. Wer sich etwas wünschen möchte, muss seinen Blick am Abend nach Osten oder Nordosten wenden, denn dort geht das Sternbild Perseus auf. Sternengucker*innen sollten sich am besten an einen möglichst dunklen Ort begeben, um nach den Perseiden Ausschau zu halten. Auf Grund von Lichtverschmutzung sind Städte weniger gut geeignet. Es leuchten viele Lichter und das macht es zu hell, um das Weltall gut beobachten zu können.

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Sternschnuppen bilden sich, wenn die Erde die Schweifspur eines Kometen kreuzt. Das helle Aufleuchten entsteht, weil Staubteilchen der Schweifspur beim Eintritt in die Erdatmosphäre verglühen. Das Licht der Sternschnuppen stammt von Luftmolekülen in der Erdatmosphäre: Die Teile des Meteorstroms übertragen teilweise ihre Energie auf die Luftmoleküle, die dadurch erhitzt werden und zu leuchten beginnen.

Dass Meteorströme wie die Perseiden im Juli und August, die Leoniden im November oder die Geminiden im Dezember jedes Jahr zur gleichen Zeit zu sehen sind, hängt damit zusammen, dass die Erde auf ihrem Weg um die Sonne immer wieder den gleichen Kometen begegnet. Die Erde durchquert die Schweifspuren der Kometen also auch jedes Jahr zum gleichen Datum.

Sternschnuppen-Schauer: Wenn sich Staubpartikel lösen

Auf der Umlaufbahn um die Sonne durchquert die Erde jedes Jahr um den 12. August die Bahn des Kometen 109P/Swift-Tuttle. Die Sternschnuppen, die wir dann von der Erde aus beobachten können, sind abgelöste Trümmerstücke oder Staubpartikel des Kometen. Dabei sehen wir nicht etwa die verglühenden Steinchen, sondern die leuchtende aufgeheizte Atmosphäre längs des Flugweges der Meteore.

Die Stärke der Sternschnuppenschauer ist davon abhängig, wie nah die Erde dem Kometen selber kommt. Da der Komet 109P/Swift-Tuttle nicht wie die Erde ein Jahr zu Umrundung der Sonne benötigt, sondern etwa 130 Jahre, ist die Distanz zwischen Erde und Kometen in jedem Jahr unterschiedlich. Wenn die Erde dem Kometen selber sehr nahe kommt, macht sich das durch besonders starke Schauer, mit mehreren hundert Meteoren pro Stunde, in den darauf folgenden Jahren bemerkbar. Das war zuletzt 1862 und 1990 der Fall.

Da die Sternschnuppen-Nacht der Perseiden mit dem Fest des Märtyrers Laurentius am 10. August zusammenfällt, werden diese auch als "Laurentius-Tränen" bezeichnet. Der religiösen Überlieferung nach, wurde der katholische Heilige am 10. August 258 auf einem glühenden Ross zu Tode gefoltert.

So machst du die besten Fotoaufnahmen von Sternschnuppen

Meist ist es nur ein kurzes Aufblitzen am Nachthimmel. Eine Sternschnuppe auf ein Foto zu bekommen, ist nicht einfach. Trotzdem braucht man keine jahrelange Ausbildung, um ein schönes Bild von ihnen zu schießen. Dank des regelrechten Sternschnuppen-Regens der Perseiden steigt die Wahrscheinlichkeit dieses Himmelphänomen tatsächlich abzulichten. Profi-Fotograf Matthias Merz aus Nürnberg hat Tipps zum Fotografieren von Sternschnuppen gegeben. Dabei kommt es besonders auf Themen wie Belichtungszeit, Brennweite und Ausrüstung an.

Eine wichtige Voraussetzung für das Fotografieren der Perseiden ist eine geeignete Kamera. Wichtig ist, dass man an der Kamera die Belichtungszeit manuell einstellen kann. Das ist bei den meisten Spiegelreflexkameras der Fall. Laut dem Nürnberger Fotografen benutzt man am besten eine Kamera mit möglichst wenig Bildrauschen bei hohen Empfindlichkeitseinstellungen (ISO). "Gut geeignet sind so zum Beispiel Vollformatkameras, also Kameras, bei denen der Sensor Kleinbildformat hat."

Unbedingt notwendig ist ein Stativ. Hält man die Kamera in der Hand, verwackelt das Bild. Die Chancen eine oder sogar mehrere Sternschnuppen auf die Aufnahme zu bekommen steigen, wenn man einen größeren Ausschnitt des Himmels auf das Foto bekommt. Das gelingt im Weitwinkel (mit kleinerer Brennweite).

Die Perseiden ganz einfach fotografieren - Tipps vom Profi

Je länger die Belichtungszeit ist, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass man eine oder mehrere Sternschnuppen auf eine Aufnahme bekommt. Merz rät zu einer Belichtungszeit von circa fünf bis 30 Sekunden. Mehr sollten es allerdings nicht sein, da die Sterne in diesem Bereich durch die Erdrotation schon leicht verwischen können. Merz empfiehlt, die ISO in einem höheren Bereich zu wählen, bei der das Bildrauschen aber noch möglichst gering bleibt (je nach Belichtungszeit und Kamera etwa ISO 800-3200). "So hoch wie nötig, so niedrig wie möglich", bringt es der Fotograf auf den Punkt.

Die Kamera, wenn möglich, manuell auf "Unendlich" fokussieren, oder ein möglichst weit entferntes Objekt fokussieren und den Autofokus dann ausschalten. Möchte man nur den Sternenhimmel ablichten, ohne einen Vordergrund mit ins Bild einzubeziehen, kann man mit großer Blende (kleine Blenderzahl) fotografieren. Bei kleiner Blende (große Blendenzahl) kann also auch ein Objekt im Vordergrund vor dem Sternenhimmel abgelichtet werden. "Dann muss man unter Umständen aber mit deutlich höheren ISO-Werten arbeiten", erklärt Merz.

Bei einer Spiegelreflexkamera sollte der Sternengucker den Okularverschluss benutzen, um Streulichteinfall durch den Sucher zu verhindern. Wenn keiner vorhanden ist, kann man den Sucher während der Aufnahme auch einfach mit einem Tuch abdecken. Nach Möglichkeit sollte ein Fernauslöser benutzt werden, um verwackelte Aufnahmen zu vermeiden. Wenn keiner vorhanden ist, kann man die Spiegelvorauslösung (bei Spiegelreflexkameras, wenn vorhanden) nutzen, oder per Selbstauslöser auslösen.

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