Am 1. April beginnt die Zecken-Saison. Ab dann sollten Spaziergänger und vor allem Wanderer, die längere Zeit in der Natur verbringen, ihre Kleidung regelmäßig nach Zecken absuchen. Begünstigt wird die Ausbreitung der Krabbeltiere vor allem durch das wärmer werdende Wetter im Frühjahr. Bayern ist jedes Jahr eines der am meisten von Zecken befallenen Gebiete.

Trotz der vielen Warnungen vor Zecken kennen sich viele Menschen in Deutschland nicht richtig mit den Krabbeltieren aus. So halten sich viele Mythen darüber, wo Zecken auftreten und wie man sie richtig entfernt. inFranken.de deckt die fünf größten falschen Annahmen auf:

1. Mythos: Zecken fallen vom Baum

Viele Bürger glauben noch immer, dass die Gefahr "von oben" kommt. Zecken würden auf Bäumen lauern und sich auf ihre potenziellen Opfer fallen lassen. Dabei vergessen die Menschen, sich vor der wahren Gefahrenquelle zu schützen. Denn die kleinen Tiere halten sich in Gräsern und Büschen auf. Dort warten sie darauf, dass sich Tiere oder Menschen nähern und lassen sich von diesen abstreifen. Spaziergänger sollten daher unbedingt lange Hosen tragen und freie Stellen am Bein vermeiden.

2. Mythos: Zecken gibt es nur im Frühling und Sommer

Die größte Gefahr vor Zecken soll jedes Jahr vom 1. April bis zum 31. Oktober bestehen. Allerdings verfallen die Krabbeltiere erst bei sehr niedrigen in eine Kältestarre. Sobald es an mehreren Tagen in Folge mild ist, werden Zecken wieder aktiv. Daher kann sich der wahre Zeitraum der Zeckensaison verschieben.

3. Mythos: Zecken beißen ihre Wirte

Ebenfalls hartnäckig hält sich der Mythos, dass Menschen und Tiere von Zecken gebissen werden. Tatsächlich ist dies ein Irrtum: So ähnlich wie Insekten reißen die Spinnentiere die Haut ihrer Wirte auf und saugen das Blut mit einem Stechrüssel heraus. Bei diesem Stich geben die Zecken ein Betäubungsmittel ab, wodurch der Vorgang kaum zu spüren ist. Die fest gesaugten Tiere bleiben am Körper daher meistens eine lange Zeit unbemerkt.

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Da die Wahl der Einstichstelle für das Überleben der Zecke von so hoher Bedeutung ist, sticht diese nicht sofort zu, wenn sie auf der Haut angelangt ist. Vielmehr läuft sie für längere Zeit auf dem Körper umher, um eine passende Stelle zu finden. Dies kann bis zu einer Stunde oder länger dauern.

4. Mythos: Wer geimpft ist, muss sich nicht vor Zecken schützen

Zahlreiche Menschen lassen ihre Zeckenimpfung alle paar Jahre auffrischen. Ein Irrglaube ist jedoch, dass Geimpfte komplett vor den Gefahren der Krabbeltiere geschützt sind. Denn eine Impfung schützt nur vor Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).

Keinen Impfschutz hingegen gibt es gegen Lyme-Borreliose. Hier sollte auf Symptome wie Wanderröte - eine ringförmige Rötung um die Zeckenstichstelle - geachtet werden. Borreliose kann auch Wochen nach dem Zeckenstich noch zu schmerzhaften Entzündungen zum Beispiel von Nerven oder Gelenken führen, ist aber mit Antibiotikum gut behandelbar.

5. Mythos: Zecken müssen beim Entfernen herausgedreht werden

Um eine Infektion zu vermeiden, sollte die Zecke nach einem Biss so bald wie möglich herausgezogen werden. Dabei sollten möglichst alle Teile der Zecke entfernt werden, um eine Entzündung zu vermeiden. Oft sind Betroffene der Meinung, die Kleintiere würden herausgedreht werden müssen, was jedoch ein Mythos ist: Zecken drehen sich nicht in die Haut und haben auch kein Gewinde, was eine Drehbewegung überflüssig macht.

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Vor dem Entfernen sollte das Tier auch nicht mit Öl oder Klebstoff beträufelt werden. Dies würde das Tier unnötig reizen und könnte dazu führen, dass es seinen Speichel und somit mögliche Infektionserreger abgibt. So entfernt man eine Zecke richtig: Der Blutsauger sollte mit einer Pinzette oder einer speziellen Zange nahe der Hautoberfläche und niemals am vollgesogenen Körper gepackt werden. Dann zieht man die Zecke langsam und gerade aus der Haut.

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