Die Möbelbranche in Deutschland steht seit Jahren unter Druck. Steigende Kosten, schwächelnde Konjunktur und eine zunehmende Kaufzurückhaltung der Verbraucher machen vielen Einrichtungshäusern zu schaffen - auch solchen mit langer Tradition. Nun hat es ein weiteres Traditionsunternehmen erwischt: Die Möbelhausgruppe Pagnia aus Betzdorf im Westerwald hat Insolvenz angemeldet.
Das familiengeführte Unternehmen blickt auf eine Geschichte von fast neun Jahrzehnten zurück. Gegründet wurde es 1938 von Josef Pagnia als Schreinerei im rheinland-pfälzischen Niederfischbach. Heute wird es in dritter Generation von Gründerenkel Michael Pagnia geleitet - und steht nun vor einer ungewissen Zukunft, wie das Fachportal Möbelmarkt.de berichtet.
88 Jahre Firmengeschichte: Insolvenz trifft Pagnia-Gruppe mit über 100 Mitarbeitern
Von der kleinen Schreinerei zum regionalen Möbelhaus: Der Weg der Familie Pagnia war lang. 1953 eröffnete das Unternehmen seine erste Möbel-Verkaufsausstellung in der Betzdorfer Wilhelmstraße, wie die Bild-Zeitung berichtet. 1973 folgte der Umzug an die Kölner Straße, wo das Haupthaus mit einer Verkaufsfläche von rund 10.000 Quadratmetern heute zu den führenden Möbelhändlern im Westerwald und Siegerland zählt. Seit 2016 ergänzt ein Gartenmöbel-Center das Angebot, das neben Möbeln auch Einbauküchen, Deko-Accessoires und Haushaltsartikel umfasst, so Möbelmarkt.de.
Von der Insolvenz betroffen sind laut Möbelmarkt.de nicht nur das Haupthaus in Betzdorf, sondern auch die angeschlossenen Gesellschaften der Gruppe. Darunter befinden sich die drei "Pack-zu"-Möbeldiscounthäuser an den Standorten Altenkirchen, Betzdorf und Limburg-Ahlbach, die ebenfalls unter vorläufiger Insolvenzverwaltung stehen. Insgesamt seien rund 100 Beschäftigte von dem Verfahren betroffen, das am 17. April eröffnet wurde.
Ein vorläufiger Insolvenzverwalter soll nun die wirtschaftliche Lage der gesamten Pagnia-Gruppe prüfen und mögliche Sanierungsoptionen ausloten, heißt es vonseiten des Fachportals Möbelmarkt.de. Ziel sei es, den Geschäftsbetrieb möglichst aufrechtzuerhalten und Investoren zu finden.
"Erhebliche Verluste": Insolvenzverwalter will Betrieb fortführen
Insolvenzverwalter Dr. Markus Rödder spricht gegenüber der Bild-Zeitung spricht er von "erheblichen Verlusten", die zuletzt gemacht worden seien. Dennoch gibt er sich kämpferisch, man wolle "den Betrieb fortführen." Für die Kunden solle das Insolvenzverfahren zunächst keine spürbaren Auswirkungen haben: "Die Möbelhäuser bleiben zunächst einmal regulär geöffnet", so Rödder gegenüber Bild. Alle Waren, die auf Lager sind, würden weiterhin verkauft.
Auch die Mitarbeiter erhalten vorerst Sicherheit: Die Löhne seien für die nächsten drei Monate über das Insolvenzgeld abgesichert, betont Rödder laut Bild. Wie es langfristig mit dem Unternehmen weitergeht, sei hingegen noch völlig offen. Die Suche nach einem Investor dürfte zur entscheidenden Frage für die Zukunft der rund 100 Beschäftigten werden.
Als Grund für die Schieflage nennt Rödder die allgemeine wirtschaftliche Lage in Deutschland. "Wir sehen gerade bei langlebigen Konsumgütern eine deutliche Kaufzurückhaltung. Die Möbelbranche steht seit Jahren unter Druck", erklärt er gegenüber der Bild-Zeitung. Die Insolvenz von Pagnia reiht sich in eine Serie von Hiobsbotschaften aus der Möbelbranche ein. Zuletzt hatte die fränkische Möbelhaus-Kette Opti-Wohnwelt Insolvenz angemeldet und auf eine "angespannte wirtschaftliche Situation" verwiesen. Auch Möbel Flamme traf es hart: Die Möbelhauskette schloss alle ihre Filialen bundesweit - darunter auch einen Standort in Fürth, der seit 65 Jahren existiert hatte.
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