Die Supermarktkette Feneberg aus dem Süden Bayerns ist tief in der Krise. Zuletzt gab es noch Hoffnung auf Rettung - doch nun scheint sich diese in Luft aufzulösen.

Feneberg verfügt über mehr als 70 Filialen in Süddeutschland und dem österreichischen Kleinwalsertal, hauptsächlich im Allgäu und der Bodenseeregion. Mit rund 3000 Angestellten erzielt das Unternehmen einen Jahresumsatz von über 500 Millionen Euro, hieß es. Aber wie geht es jetzt weiter?

Update vom 09.04.2026: Insolvenzverfahren eröffnet - Feneberg endgültig vor dem Aus?

Das Amtsgericht Kempten hat das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Feneberg Lebensmittel GmbH eröffnet und die Eigenverwaltung angeordnet – wegen drohender Zahlungsunfähigkeit. Davon berichtete Anfang dieser Woche unter anderem die Lebensmittelzeitung (LZ).

Die Geschäftsführung mit Amelie und Christof Feneberg sowie Sanierer Stephan Leibold bleibt im Amt, berichtet die LZ. Als Sachwalter ist – wie schon im Schutzschirmverfahren – der Ulmer Rechtsanwalt Martin Hörmann bestellt, die Kanzlei Grub Brugger mit Jochen Sedlitz bleibt Verfahrensbevollmächtigte.

Laut LZ steht auch der Gläubigerausschuss fest: vertreten sind Betriebsratschef Kurt Poppel, die Kanzlei WMSW Warning Müller-Seils Wolf, der Pensionssicherungsverein, die Agentur für Arbeit sowie die Edeka-Großhandlung Südbayern, die ein Nachrangdarlehen über 20 Millionen Euro hält.

Wegen Pensionsverpflichtungen von fast 100 Millionen Euro spielt der Pensionssicherungsverein eine Schlüsselrolle. Die Lebensmittelzeitung berichtet zudem, dass die entscheidende Gläubigerversammlung für den 10. Juni terminiert ist – dann wird auch über einen möglichen Insolvenzplan und damit über die Zukunft des Unternehmens abgestimmt.

Update vom 19.01.2026: Mehrere Interessenten für Feneberg - werden Filialen geschlossen?

Wie Sanierungsgeschäftsführer Stephan Leibold gegenüber dem Kreisboten mitteilt, haben sich bereits potenzielle Käufer für die insolvente Supermarktkette Feneberg gemeldet. "Einige Interessenten haben sich schon proaktiv gemeldet, manche haben Interesse an der gesamten Firma, andere lediglich an einzelnen Filialen oder einzelnen Vermögensgegenständen", wird Leibold in dem Bericht zitiert. Die Interessenten sollen dem Gläubigerausschuss demnach ihre jeweiligen Konzepte vorlegen.

Dabei müsse in den Konzepten klar definiert werden, "welche Filialen fortgeführt und welche gegebenenfalls abgegeben werden, und auch, wie viele Arbeitsplätze geplant sind zu erhalten", so Leibold laut Kreisbote. Die endgültige Entscheidung, welches Konzept umgesetzt wird, treffe der Gläubigerausschuss auf Basis der Eignung für die Gläubiger.

Die Zusammenarbeit mit rund 600 regionalen Landwirten im Rahmen der regionalen Eigenmarke hat nach Angaben des Kreisboten für das Unternehmen weiterhin hohe Bedeutung.  Die Gehälter der Mitarbeitenden seien aktuell über das Insolvenzgeld der Agentur für Arbeit abgesichert.

Update vom 16.01.2026: Verdi spricht nach Insolvenz von "jahrelangem Missmanagement"

Die Gewerkschaft Verdi übt nach dem Bekanntwerden der Insolvenz von Feneberg heftige Kritik. Wie der BR berichtet, sei diese eine Folge von "jahrelangem Missmanagement" bei der Supermarktkette. Die Mitarbeiter des Familienunternehmens befänden sich "in einer Schockstarre aus Angst und Unsicherheit", wird eine Vertreterin von Verdi zitiert. Laut der Allgäuer Zeitung  hatte das Unternehmen bereits 2019 mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen und damals zeitweise die Gehälter gekürzt. 

Der Sanierungsgeschäftsführer Stefan Leibold hat in einem Gespräch mit dem BR mehrere konkrete Gründe für die Schieflage genannt. Demnach sei jetzt der Verkaufsprozess gestartet. Ob Filialen geschlossen werden müssen, würden letztlich die Gläubiger entscheiden. Hohe Kredite und Pensionsrückstellungen hätten zu Schulden in Höhe von etwa 200 Millionen Euro geführt, wird der Spezialist zitiert.

Kunden wanderten vermehrt zu den Discountern, deutlich seltener landeten Bio-Produkte im Einkaufswagen, so Leibold weiter. Die Kette verkauft unter der Eigenmarke "VonHier" regional erzeugte Lebensmittel - hergestellt "im Umkreis von 100 Kilometern um den Firmensitz in Kempten", wie Feneberg auf seiner Website erläutert. Außerdem gehören zum Sortiment Fertiggerichte unter dem Namen "Gourmella" wie veganes Curry und Bio-Gulasch. Laut BR soll nun um jeden der rund 3000 Arbeitsplätze gekämpft werden. Leibold zeigte gegenüber dem BR Verständnis für die Mitarbeiter, die unter anderem über die aktuell nicht mehr einlösbaren Gutscheine "sehr aufgebracht" seien. 

Erstmeldung vom 13.01.2026: "Bedauern die Umstände": Wie geht es mit der Supermarkt-Kette Feneberg nach Insolvenz weiter?

Ein Schutzschirmverfahren ermöglicht es im Insolvenzrecht Betrieben, die in finanziellen Schwierigkeiten, aber noch nicht zahlungsunfähig sind, sich zu restrukturieren. Die Familie Feneberg hat Stephan Leibold in die Geschäftsleitung geholt, der zuvor bereits bei einem Feneberg-Tochterunternehmen als Sanierungsexperte tätig war.

"In den letzten Jahren wurde bei Feneberg vieles angestoßen, allerdings nicht alles konsequent zu Ende gebracht", sagte Leibold. Spezialisten der Stuttgarter Kanzlei Grub Brugger unterstützen zudem die Sanierung, die im Laufe des Jahres 2026 abgeschlossen werden soll. Das Unternehmen erwirtschaftet laut Südwest Presse (SWP) einen Jahresumsatz von mehr als 500 Millionen Euro. Es handelt sich laut SWP  um einen der größten selbstständigen Akteure im Lebensmittelhandel in Süddeutschland.

Trotz des Optimismus der Sanierungsspezialisten gibt es bereits jetzt ein Ärgernis für viele Kunden. "Bitte beachten Sie, dass aufgrund des aktuellen Schutzschirmverfahrens keine Gutscheine eingelöst werden können", erklärt Feneberg auf seiner Website. Wer noch über Guthaben verfüge, muss sich deshalb mit bestimmten Informationen an eine spezielle E-Mail wenden. "Wir bedauern die Umstände im Rahmen des Schutzschirmverfahrens", heißt es. 

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