Update vom 05.03.2026: Kurz vor Ostern wird die Eierlage "herausfordernd"
Noch gut einen Monat bis Ostern - und es werden weniger Eier produziert als nachgefragt. Das liegt unter anderem an der Vogelgrippe. Wie gefüllt werden die Osternester in diesem Jahr? Wer in diesen Tagen Eier erwerben möchte, muss manchmal improvisieren: Die Regale in Supermärkten und Discountern sind teilweise nicht so gut bestückt wie gewohnt. Einzelne Sorten fehlen, die Auswahl ist mancherorts begrenzt. Auch von einer Eier-Krise ist gelegentlich die Rede. Wie stellt sich die Lage dar? Die Branche spricht von einer angespannten, aber stabilen Situation: "Die Situation bleibt aufgrund der Vogelgrippe für die gesamte Branche herausfordernd", sagte beispielsweise ein Sprecher der Rewe Gruppe.
Man stehe in engem Austausch mit Lieferanten und sei flexibel aufgestellt, um die Versorgung zu garantieren. Der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels erklärte, die Versorgung sei wieder stabil. Auch Marktexperten sehen keine Krise. "Es gibt keinen Notstand, aber eine Eierknappheit", sagt Margit Beck vom Informationsdienst Marktinfo Eier und Geflügel (MEG). "Die Regale sind nicht leer, man sieht aber Lücken. Teilweise ist die Auswahl kleiner." Grund dafür sei auch die außerordentlich hohe Nachfrage. Zu Ostern könne es schwieriger werden, weil mehr Eier gekauft werden.
Ähnlich bewertet der Vorsitzende des Bundesverbands Ei, Hans-Peter Goldnick, die Situation. Der Markt sei nach wie vor sehr knapp versorgt, aber er sei versorgt. Zusätzlichen Druck erzeugten saisonale Effekte: Vor Ostern kaufen demnach auch Färbereien große Mengen Eier, die dem Markt vorübergehend fehlen. Einzelne Sortierungen, also zum Beispiel je nach Haltungsform und Größe, könnten daher auch einmal nicht verfügbar sein. Gravierende Engpässe könne er aber nicht feststellen, sagte er. Wegen der Vogelgrippe mussten im vergangenen Jahr mehrere Hunderttausend Tiere gekeult werden. Der Wiederaufbau der Bestände benötigt jedoch Zeit. Da der Lebensmittelhandel bevorzugt beliefert wird, sind Gastronomie und verarbeitende Industrie stärker von der Knappheit betroffen. "Da wird schon mal eine Rezeptur gestreckt und ein Ei weggelassen, weil Eier schwerer zu bekommen sind", sagt Beck.
Deutlich gestiegene Nachfrage nach Eiern - aber Probleme mit Mindestlohn und Energiekosten
Das Angebot ist auch durch Änderungen in der Haltungsstruktur begrenzt. Ende 2025 gingen die letzten Betriebe mit Kleingruppenhaltung aus der Produktion. Diese Eier waren vor allem für die verarbeitende Industrie bedeutsam. Die fehlenden Mengen müssten ersetzt werden, sagt Charlotte Wilmes von der Landwirtschaftskammer NRW. Dadurch komme es zu veränderten Warenströmen, was den Druck auf dem Markt zusätzlich erhöhe. Zwar wurden der MEG zufolge 2025 rund 0,5 Prozent mehr Eier produziert. Die Nachfrage ist jedoch noch stärker gestiegen. Das wirkt sich auf die Preise aus: Im vergangenen Jahr zahlten Kunden im Geschäft im Durchschnitt 2,02 Euro für 10 Eier aus Bodenhaltung.
Derzeit kostet die günstigste Packung vielerorts 2,49 Euro. Neben Angebot und Nachfrage nennt Beck noch weitere Kostentreiber wie den gestiegenen Mindestlohn, höhere Mautgebühren und Energiekosten. "Viele Betriebe würden gern mehr produzieren. Die ganze Branche klagt darüber, wie schwierig es ist, eine Baugenehmigung zu bekommen." Außerdem seien weniger Eier aus den Niederlanden eingeführt worden. Die höheren Preise führen bei Verbraucherinnen und Verbrauchern aber nicht zu Zurückhaltung. "Von zehn Eiern bekommt man mehrere Leute satt. Für das Geld gibt es kein Schnitzel. Im Vergleich zu anderen Eiweißlieferanten sind Eier immer noch günstig", sagt Beck.
Proteinreiche Ernährung sei derzeit gefragt. Eier profitieren auch davon, dass ihnen nicht mehr das Image anhaftet, eine Cholesterin-Bombe zu sein. Der langfristige Trend zeigt ohnehin nach oben. Bereits 2024 erreichte der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland einen Höchststand: Laut vorläufigen amtlichen Zahlen wurden rechnerisch pro Person im Schnitt 249 Eier gegessen – 10 mehr als im Vorjahr. Bis 2035 wird mit einem Wachstum des globalen Eiermarktes um 22 Prozent gerechnet.
Update vom 30.01.2026: "Wird gerade weniger produziert" - muss der Osterkorb heuer leer bleiben?
Der Eiermarkt gerät zunehmend unter Druck: Die Anzeichen, die sich bereits während der Weihnachtszeit gezeigt hatten, haben sich im Januar noch verstärkt. Führungskräfte aus dem Lebensmittelhandel bestätigen eine angespannte Versorgungslage, berichtet die Lebensmittelzeitung (LZ). Ein Einkaufsverantwortlicher einer Discounterkette prognostiziert eine lange Durststrecke: Nach seiner Einschätzung könnte es bis zu vier Monate dauern, bis sich die Situation vollends entspanne und wieder Normalbestände zur Verfügung stünden.
Laut einem Bericht der Bild-Zeitung liegt ein zentrales Problem in der begrenzten Eigenversorgung Deutschlands. Das Land produziere weniger als 70 Prozent des benötigten Eierbedarfs selbst, wodurch bereits kleinere Marktstörungen unmittelbare Auswirkungen auf die Verfügbarkeit hätten. Hans-Peter Goldnick, Präsident des Zentralverbands der Deutschen Geflügelwirtschaft, weist auf ein weiteres strukturelles Problem hin: "28 Prozent unserer Eier kommen aus den Niederlanden – und dort wird gerade weniger produziert", erklärter gegenüber der Bild.
Das bevorstehende Osterfest belaste die Versorgungslage zusätzlich. Die Lebensmittelindustrie benötige derzeit überdurchschnittlich viele Eier für die Produktion gekochter und gefärbter Ostereier. Bereits jetzt zeigen sich die Auswirkungen bei den Preisen: Bunte Eier verteuerten sich laut dem Bericht bereits um 50 Cent.
Trotz der angespannten Lage zeigt sich Goldnick optimistisch. "Das normalisiert sich – auch wenn jetzt viel Alarm gemacht wird", sagte der Verbandspräsident der Bild-Zeitung. Händler gehen allerdings davon aus, dass es noch mehrere Wochen dauern wird, bis die Regale wieder zuverlässig gefüllt sind. In Schwaben seien die Regale bei Aldi und Rewe momentan "wie leergefegt", berichtet die Schwäbische Zeitung.
Erstmeldung vom 16.01.2026: "Durch die Inflation" - was sind die Gründe für die Eierknappheit?
Neue Regelungen, insbesondere in den Niederlanden als wichtiger Exportnation für Eier, spielen ebenso eine Rolle wie Vogelgrippeausbrüche, die zur Tötung ganzer Tierbestände führten. Zusätzlich erschweren langwierige Genehmigungsverfahren für neue Legehennenbetriebe die Ausweitung der Produktion. Gleichzeitig steigt die Nachfrage. "Durch die Inflation greifen immer mehr Menschen zu Eiern als günstige Proteinquelle", zitiert die LZ einen Handelsmanager. Von einem Eier-Notstand wollen Verbandsvertreter jedoch aktuell bislang nicht sprechen. Stattdessen seien vorwiegend logistische Schwierigkeiten das Problem.
Christoph Hönig, Vorstandsvorsitzender des Vereins für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen (KAT), führt dies auf die Feiertagskonstellation zurück. "Vier Tage, die für das Einsammeln der Eier auf den Höfen sowie für Sortierung, Verpackung und Auslieferung fehlten", erklärt er der Fachzeitung. Gleichzeitig sei die Nachfrage rund um Weihnachten und Silvester gestiegen, während Personal fehlte und Lieferzeitfenster eingeschränkt waren. Der ungewöhnlich kalte Jahresbeginn verschärfte die Situation zusätzlich, so Hönig. Ausgefallene Wochenmärkte führten dazu, dass Verbraucher verstärkt auf Supermärkte und Discounter auswichen.
Wie die LZ berichtet, waren Betriebe in Polen, die Eier für die Industrie produzieren, stark von der Vogelgrippe betroffen. Andere Betriebe seien deshalb von der Schalenei-Produktion für den Einzelhandel auf die Industrieproduktion umgestiegen. Mehr für die Industrie bedeutet weniger für den Handel. Der Brandenburger Bio-Landwirt Fabian Engelmann beschreibt gegenüber der Berliner Zeitung konkrete Auswirkungen auf seinem Betrieb mit rund 6000 Legehennen. "Wenn die Hühner wegen der Stallpflicht nicht raus können, legen sie weniger Eier", erläutert er.
Preise für Eier deutlich gestiegen - Aldi hebt um 25 Prozent an
Die Preise sind bereits deutlich gestiegen. "Ein derartiges Preisniveau haben selbst Branchen-Dinos zum Jahreswechsel noch nicht erlebt", Die kommentiert die DEU-Eiervertriebsgesellschaft. Laut top agrar hob Aldi Nord Anfang Januar die Preise für Eier aus Bodenhaltung auf 2,49 Euro an - ein Plus von 25 Prozent. Auch in Österreich kämpfen Kunden mit dem selben Problem, wie derORF berichtet. Betriebe, die früher billigere Eier im Ausland eingekauft haben, kaufen wegen der Geflügelgrippe demnach im eigenen Land. Dazu komme ein massiver Protein-Hype. Der Pro-Kopf-Verbrauch in Österreich liege derzeit bei 248 Eiern - 24 mehr als vor drei Jahren.
Wegen der hohen Kosten würde auch weniger in neue Ställe investiert. Deutsche Landwirte sehen die neuen Preise auch nicht unbedingt negativ. Die Kosten für Futtermittel und Energie seien in den vergangenen Jahren explodiert und der Mindestlohn gestiegen. Viele Hühner haltende Betriebe hätten daher kaum noch Geld verdient oder müssten sogar Insolvenz anmelden, so die Lebensmittelzeitung. "Der Lebensmitteleinzelhandel muss höhere Preise an die Erzeuger zahlen. Die Preiserhöhung kommt also direkt bei den Erzeugern an.", wird der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) bei der Berliner Zeitung zitiert.
Der Tagesspiegel berichtet von leeren Regalen in Berlin und Brandenburg, wo einige Supermärkte ihre Kunden sogar mit Zetteln über Lieferengpässe informieren. Bereits zu Weihnachten mussten Kunden teils auf ihre Weihnachtsgans verzichten, weil das Fleisch wegen der Geflügelpest knapp wurde. Auch in Zeiten günstiger Eier schauen Kassierer fast immer in den Karton - doch vielen ist nicht bewusst, dass es dabei gar nicht primär um Schäden geht.
Ein Redakteur hat diesen Artikel unter der teilweisen Verwendung eines KI-Sprachmodells verfasst und/oder optimiert. Sämtliche Informationen wurden sorgfältig geprüft.
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