Mit eindeutigem Ergebnis haben Verbraucherinnen und Verbraucher die Schokolade Milka Alpenmilch zur „Mogelpackung des Jahres 2025“ gewählt. Das teilte die Verbraucherzentrale Hamburg am Mittwoch (21. Januar 2026) mit. Die Kult-Tafeln waren im vergangenen Jahr bereits mehrfach in den Fokus der Verbraucherschützer gerückt.

Zwei Drittel der Stimmen entfielen laut der Verbraucherzentrale auf die Flagship-Schokolade des Konzerns Mondelez, insgesamt beteiligten sich 34.731 Personen an der Online-Abstimmung - so viele wie seit sechs Jahren nicht mehr. Noch nie in der zwölfjährigen Geschichte der Wahl erhielt ein Produkt einen so hohen Stimmenanteil. Die Verbraucherzentrale Hamburg wertet das Ergebnis als klaren Protest gegen versteckte Preiserhöhungen und als Signal an Hersteller und Politik.

Milka ändert Tafel-Größe radikal - und wird mit Rekordwert zu "Mogelpackung des Jahres"

Ausgangspunkt der Kritik ist eine Änderung, die Milka Anfang 2025 vorgenommen hat. Die klassische Alpenmilch-Tafel wurde dünner: Statt 100 Gramm enthält sie nun nur noch 90 Gramm. Gleichzeitig stieg der Preis im Handel von 1,49 Euro auf 1,99 Euro. Das bedeutet eine versteckte Preiserhöhung von mehr als 48 Prozent. Im Supermarkt ist der geringere Inhalt für viele kaum zu erkennen, weil die Verpackung nahezu unverändert geblieben ist. Auch andere Sorten der Marke waren von der Reduzierung betroffen.

Bereits im Sommer 2025 hatte die Organisation Foodwatch die Milka-Schokolade wegen dieser Praxis zur "dreistesten Werbelüge des Jahres" erklärt. Nach Einschätzung der Verbraucherzentrale Hamburg fühlen sich viele Kundinnen und Kunden getäuscht - sie sprechen von einer "dreisten Mogelpackung" und machen ihrem Ärger nun mit ihrem Wahlverhalten Luft. Übrigens kann man Mogelpackungen im Supermarkt einfach erkennen.

Die Kritik an Milka spiegelt sich offenbar auch im Markt wider. Nach Medienberichten greifen viele Menschen seltener zu Produkten der Marke. Mondelez habe im vergangenen Jahr rückläufige Absatzzahlen verzeichnet und Verkäufe häufig über umfangreiche Rabattaktionen gestützt. Allein in den letzten drei Monaten registrierte die Preis-App Smhaggle demnach mehr als 100 Rabattaktionen für Milka-Schokoladen.

Massiver Imageverlust? Mondelez kann Umsatz trotzdem steigern

Parallel dazu deuten Befragungen des Meinungsforschungsinstituts YouGov auf einen deutlichen Imageverlust hin. Besonders bis August 2025 sei das Markenbild im Vergleich zum Vorjahr spürbar gesunken. Trotz dieser Entwicklung konnte Mondelez seinen Umsatz bis zum dritten Quartal 2025 steigern - vor allem, weil die Produkte teurer wurden.

Mit der Vergabe des Negativpreises ist der Fall für die Verbraucherschützer nicht erledigt. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat die Mondelez Deutschland GmbH verklagt. Im April soll sich das Unternehmen vor dem Landgericht Bremen verantworten. In dem Verfahren geht es um die Frage, ob die Füllmengenreduzierung nicht nur ärgerlich, sondern auch rechtlich als Irreführung zu werten ist.

Während das Abstimmungsergebnis zeige, wie stark sich Kundinnen und Kunden getäuscht fühlen, müsse nun das Gericht klären, ob die Verpackung im juristischen Sinne täuscht. Die Verbraucherschützer kritisieren, dass die Verpackung den Eindruck eines unveränderten Produkts vermittle, obwohl Inhalt und Preis deutlich zu Ungunsten der Käuferinnen und Käufer verschoben wurden.

Verbraucherzentrale fordert Konsequenzen - fünf Produkte waren bei Wahl im Rennen

Unabhängig vom Ausgang des Prozesses drängt die Verbraucherzentrale Hamburg auf politische Konsequenzen. Zwar habe sich die Bundesregierung im Koalitionsvertrag zu mehr Transparenz bei versteckten Preiserhöhungen bekannt, konkrete, verbindliche Vorgaben fehlten aber weiterhin. Aus Sicht der Verbraucherschützer bleibt die Ankündigung damit bislang ein leeres Versprechen.

Für die "Mogelpackung des Jahres 2025" standen fünf Produkte zur Wahl. Insgesamt wurden 34.731 Stimmen abgegeben. Die Milka Alpenmilch-Schokolade lag mit 23.165 Stimmen und einem Anteil von 66,7 Prozent klar auf Platz eins. Auf Rang zwei folgte die Käse-Streusel-Backmischung von Dr. Oetker mit 7.666 Stimmen (22,1 Prozent).

Den dritten Platz belegte das XXL Schoko Hafer-Müsli von Kölln mit 2.060 Stimmen (5,9 Prozent). Dahinter landeten die 3in1 Classic Kaffeesticks von Jacobs mit 1.692 Stimmen (4,9 Prozent) und Penne Pomodoro Mozzarella von Knorr mit 148 Stimmen (0,4 Prozent). Die Verbraucherschützer sehen in dem Ergebnis ein deutliches Signal, dass viele Menschen die Praktiken von Herstellern nicht länger hinnehmen wollen.

Preiserhöhung im Schnitt bei 28,4 Prozent - Liste soll Verbrauchern helfen

Die Wahl zur "Mogelpackung des Jahres" ist nur ein Ausschnitt aus einem größeren Trend. Im vergangenen Jahr hat die Verbraucherzentrale Hamburg ihre Mogelpackungsliste um 77 neue Produkte erweitert – der zweithöchste Wert seit Beginn der Erhebungen. Besonders häufig betroffen waren Süßwaren, Fertigprodukte und Müslis.

Im Durchschnitt lag die versteckte Preiserhöhung der neu aufgenommenen Produkte bei 28,4 Prozent. Damit ist der Wert zwar leicht gesunken, bleibt aber auf hohem Niveau. Einzelne Fälle zeigen, wie drastisch die Aufschläge ausfallen können: So verzeichnete eine Schokolade einen Preissprung von 100 Prozent, ein Softdrink von 88 Prozent und eine Backmischung von 87 Prozent. Nach Einschätzung der Verbraucherschützer nutzen Hersteller und Händler solche Tricks gezielt, um Kundinnen und Kunden stärker zur Kasse zu bitten.

Ein Redakteur hat diesen Artikel unter der teilweisen Verwendung eines KI-Sprachmodells verfasst und/oder optimiert. Sämtliche Informationen wurden sorgfältig geprüft.

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