Just Spices wurde von den drei Studienfreunden Ole Strohschnieder, Florian Falk und Béla Seebach gegründet und mischte den deutschen Gewürzmarkt mit natürlichen Mischungen ohne Zusatzstoffe und auffälligem Design kräftig auf. Laut WirtschaftsWoche folgten dem Unternehmen schon 2021 rund 1,6 Millionen Menschen in den sozialen Netzwerken - eine Reichweite, die auch den US-Lebensmittelriesen Kraft Heinz auf das Unternehmen aufmerksam gemacht und zur Übernahme der Mehrheit geführt habe.
Seitdem seien alle drei Gründer aus dem operativen Geschäft ausgestiegen - zuletzt hatte Béla Seebach das Unternehmen im Jahr 2023 verlassen. Jetzt hat das Unternehmen eine Ankündigung gemacht, die viele Fans vor den Kopf stieß: Der Shop von Just Spices wird bald aus dem Internet verschwinden.
Online-Shop und Amazon-Verkauf werden eingestellt
Ende März 2026 kommunizierte Just Spices in den sozialen Medien eine einschneidende Entscheidung: "Nach langer Überlegung mussten wir eine schwierige Entscheidung treffen: Wir werden unseren Online-Shop und Amazon-Shop im Juni schließen, da sie wirtschaftlich leider nicht mehr tragfähig sind." Gleichzeitig bedankte sich die Marke bei der Community für die jahrelange Unterstützung.
Wie Just Spices mitteilte, können Kunden ihre Lieblingsprodukte bis zur Schließung des Shops im Juni noch online bestellen. Kunden, die noch Gutscheine besitzen, sollten diese ebenfalls bis zu diesem Datum einlösen - danach verfallen sie. Wer seinen Vorrat also noch aufstocken möchte, hat bis dahin die Möglichkeit dazu.
Ganz ohne Just Spices müssen Fans der Marke aber nicht auskommen. Das Unternehmen verweist darauf, dass die Produkte weiterhin in vielen Supermärkten bundesweit erhältlich sind. Über den Store-Finder auf der Website lässt sich herausfinden, welcher Markt in der Nähe die Gewürze führt. Das neue Vertriebsmodell hat allerdings einen Haken.
"Ich denke, das ist der Anfang vom Ende" - Kunden reagieren verärgert
In den Kommentarspalten der Ankündigung von Just Spices sammelt sich jetzt deutlicher Unmut - und der richtet sich vor allem gegen einen Punkt: Das Sortiment im Supermarkt ist weit kleiner als das, was der Online-Shop bislang geboten hat. "Nur doof, dass es das meiste gar nicht in Geschäften gab, sondern nur online", schreibt ein Nutzer. Just Spices selbst räumt das in einer Antwort auf diesen Kommentar ein: "Wir wissen, dass wir im Supermarkt eine geringe Auswahl an Gewürzmischungen haben."
Viele Kunden sehen sich dadurch vor ein praktisches Problem gestellt. "Das war es dann wohl. Ich benutze so viele verschiedene der Just Spices Gewürzmischungen, von denen es die meisten nur online gibt. Selbst die großen Supermärkte hier führen nur ein kleines Sortiment. Für mich war Just Spices deshalb immer nur online interessant", schreibt ein weiterer Nutzer. Auch Pakete zu günstigeren Preisen, wie sie im Online-Shop erhältlich waren, sind im Supermarkt nicht zu finden.
Manche ziehen daraus drastische Schlüsse. "In den Supermärkten da gibt es ein paar wenige Dosen und das war's. Die große Auswahl war ja im Onlineshop. Völlig unverständlich, einen Onlineshop zu schließen. Ich denke, das ist der Anfang vom Ende", kommentiert ein Nutzer. Ein anderer pflichtet bei: "Das klingt nach dem Anfang vom Ende."
Rote Zahlen und strategische Kehrtwende: Hinter der Entscheidung steckt mehr
Die Schließung des Online-Shops des Gewürzherstellers kommt nicht überraschend. Wie das Nachrichtenportal watson berichtet, hatte Just Spices bereits im vergangenen Jahr seine Online-Shops in Großbritannien und Spanien geschlossen. Der nun folgende Rückzug aus dem deutschen E-Commerce-Geschäft reiht sich in eine umfassendere strategische Neuausrichtung ein - weg vom Direktvertrieb, hin zum stationären Einzelhandel.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Laut WirtschaftsWoche sei der Umsatz von Just Spices von rund 60 Millionen Euro zur Zeit der Kraft-Heinz-Übernahme auf knapp 31 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2024 gefallen - bei einem Nettoverlust von über 13 Millionen Euro. Auch die Muttergesellschaft Kraft Heinz stecke selbst in der Krise und rechne für 2026 mit weiter sinkenden Umsätzen. Eine Sprecherin von Just Spices beteuerte gegenüber der WirtschaftsWoche: "Wir sehen Wachstums- sowie Expansionsmöglichkeiten der Marke im Einzelhandel."
Wer beim Einkauf im Supermarkt zu Gewürzen greift, sollte übrigens wissen: Öko-Test hat Gesundheitsrisiken durch Pestizide im Pfeffer festgestellt - ein Thema, das beim Kauf von Gewürzen generell eine Rolle spielt. Wer regelmäßig mit Gewürzen kocht, sollte außerdem wissen, dass zu viel Salz im Alltag der Gesundheit schaden kann.
Ein Redakteur hat diesen Artikel unter der teilweisen Verwendung eines KI-Sprachmodells verfasst und/oder optimiert. Sämtliche Informationen wurden sorgfältig geprüft.
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