"Homemade", "hausgemacht" oder "wie hausgemacht": Lesen Gäste solche Beschreibungen auf der Speisekarte eines Restaurants, bestellen die meisten besonders gerne. Denn sie erwarten frische und vor Ort zubereitete Speisen. 

Diese Erwartungen werden nicht immer erfüllt, denn oftmals steckt hinter diesem Werbebegriff nicht das, was er verspricht.

Hausgemacht: Nicht immer frei von Aromen oder Zusatzstoffen 

Das Problem bei dem Begriff "hausgemacht" liegt darin, dass es lebensmittelrechtlich nicht geregelt ist, wann Gastronomen ihre Speisen so bezeichnen dürfen. Die Angabe "hausgemacht" sagt lediglich aus, dass das Gericht in der Küche des Restaurants selbst hergestellt wurde. Das geht aus Angaben des "Bundesverbandes der Verbraucherzentralen und Verbraucherverbände" hervor. Die "Kochkunst" besteht dann im Erwärmen, Formen oder der Weiterverarbeitung mit weiteren Produkten. Dafür können einzelne Bestandteile zum Beispiel fertig zugekauft werden. So können auch Zusatzstoffe, die beispielsweise über Gewürzmischungen in die Gerichte gelangen, im fertigen Gericht enthalten sein.

Ein Beispiel: Die Besitzer eines Wirtshauses können angebotene Klöße als "hausgemacht" bezeichnen, sobald die Köche diese selbst kneten und formen, dafür aber Fertigteig verwenden. Dasselbe gilt für Waffeln, die tief gekühlt eingekauft, aber eigenhändig aufgewärmt werden oder Fertigpommes, die in die Fritteuse gehalten werden.

Der Werbespruch "wie hausgemacht" weist den Gast eindeutiger darauf hin, dass das Lebensmittel nicht hausgemacht ist, sondern zugekauft wurde.

Hausgemacht oder Fertigprodukt: Woran erkenne ich den Unterschied?

Die "Verbraucherzentrale Hamburg" veröffentlichte im Jahr 2012 eine "Mogelliste" mit den häufigsten Schummeleien in der Gastronomie. Darin erklärten sie, wie man zugekaufte Produkte von wirklich selbst gebackenen oder gekochten unterscheiden kann: Kurz gesagt, fallen Fertigprodukte durch ihre Gleichmäßigkeit auf. Schönheitsfehler oder Verformungen gibt es hier nicht. Sind auf einer Erdbeertorte die Sahnetupfer auffallend gleichmäßig gesetzt oder die Frühkartoffeln gleichförmig und ohne Kanten geschält, könnte der Verdacht bestehen, dass diese Produkte nicht wirklich "hausgemacht" sind.

Einige Fertigprodukte lassen sich aber häufig nur durch den Geschmack von selbstgemachten Gerichten unterscheiden. Industrielle hergestellte Waffeln sind häufig nicht so knusprig wie selbstgemachte und riechen nicht so intensiv. Süßspeisen mit Obst schmecken häufig zu wenig nach dem Obst oder zu süß, da Aromen oder Geschmacksverstärker hinzugefügt wurden.

Eine einfache Lösung, die Frage aufzuklären, ist, den Kellner oder Koch zu fragen.

Welche Gastronomien werben mit hausgemachten Gerichten?

Insbesondere italienische Restaurants werben mit hausgemachter Pasta, verschiedene Cafés mit hausgemachten Kuchen und Torten, Berghütten mit hausgemachtem Apfelstrudel oder fränkische Wirtshäuser mit hausgemachten Klößen. Hinter diesem Begriff muss nicht immer eine Lüge stecken, viele Gastronomie-Betriebe stellen tatsächlich einzelne Produkte oder Gerichte vollkommen selbst her.

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Dann heben sie sich meistens geschmacklich besonders ab und verfügen über eine eigene Note. Solche Betriebe verlangen dann meist auch höhere Preise für ihre Gerichte, aber eine von Grund auf selbstgemachte Tomatensuppe können Kunden wohl nicht für 3,40 Euro erwarten.