• Fahrräder vom Baumarkt für wenig Geld
  • Abstriche bei Qualität und Service?
  • Beratung und Probefahrt beim Fachhändler
  • Online-Kauf als Alternative

Das beste Argument für den Gang zum Discounter und Baumarkt bei einem anstehenden Fahrradkauf ist natürlich der Preis. Schon für rund 300 Euro bekommst du dort Citybikes oder Trekkingräder. Die Wertigkeit solcher Räder ist allerdings umstritten: Bei Tests in der Vergangenheit fielen immer wieder Modelle wegen Qualitätsmängeln durch. Das billige Rad wird auf Dauer teuer, wenn schon nach kurzer Zeit erste Reparaturen fällig sind. Die Experten vom ADFC raten darum von Baumarkträdern ab: "Grundsätzlich gilt die Faustregel: Ein Fahrrad, das regelmäßig mehrfach die Woche genutzt wird, sollte nicht unter 500 Euro kosten. Darunter sind Fahrräder oft zu verschleiß- und schadensanfällig und verursachen auf Dauer Ärger und Kosten."

Schrauben oder schrauben lassen?

Du bekommst im Baumarkt oder Discounter vormontierte Räder. Die Endmontage musst du selbst machen: Sattel und Lenker befestigen, Bremsen und Gänge einstellen, oft auch Pedale anschrauben. Wenn du dich damit gut auskennst, ist das kein Problem.

Wenn nicht, kannst du hier einiges falsch machen. Beim Fahrradhändler bekommst du das fertig montierte und fahrbereite Rad mit nach Hause. Auch regelmäßige Wartungen des gekauften Rads und spätere Reparaturen bietet dir ein Fachhändler an.

Angebote der großen Bau- und Super-Märkte gibt es nur zu bestimmten Zeiten, meist im Frühjahr. Wenn eine Aktion angekündigt ist, heißt es schnell sein, denn dann gilt: nur solange der Vorrat reicht. Dazu kommt, dass nur wenige Modelle und Fahrradtypen (meist Citybikes) angeboten werden. Du hast eine geringere Auswahl und Vergleichsmöglichkeiten als im Fachhandel.

Vorher gut informieren

Welches Rad ist das Richtige für mich? Im Gartencenter oder Baumarkt bekommst du keine fachliche Beratung. Das gilt nicht nur für technische Fragen, sondern schon für die Kaufentscheidung.

Darum Vorsicht: Schnäppchen können nämlich teuer werden, wenn sie sich später als Fehlkauf entpuppen.

Du kannst dich aber vor dem Kauf informieren und dich dann für ein Modell entscheiden. Infos bieten dir Internet-Ratgeber oder Fachzeitschriften. Wenn du mehr Zeit investieren willst, findest du auch in Sachbüchern* aktuelle Radtypen, technische Neuerungen und Testergebnisse.

Beratung und Probefahrt nur beim Fachhändler

Cityräder, Tourenräder, Crossbikes, Tiefeinsteiger, Mountainbikes, Cruiser - die Vielfalt ist groß. Ein gut fahrbares Rad bekommst du schon ab 400 bis 600 Euro, du kannst aber auch mehrere tausend Euro ausgeben. Der Fahrradverkäufer fragt dich, wofür du das Rad brauchst. Fährst du in der Stadt oder in den Bergen? Radelst du gelegentlich oder machst du große Touren? Suchst du ein Sportgerät oder ein Transportmittel? Gemeinsam findet ihr so heraus, welchen Fahrradtyp du benötigst. Im nächsten Schritt geht es um die Art der Reifen, wie viele Gänge, welche Schaltung, welche Ausstattung. Dabei kannst du auch Extrawünsche, wie beispielsweise einen anderen Sattel, erfüllt bekommen.

Nicht jede*r ist gleich Expert*in beim Fahrradkauf
CC0 / Pixabay / Viki_B

Ein weiteres Plus beim Kauf im Fachhandel und sehr zu empfehlen: die Probefahrt. Du testest, ob das Rad wirklich für dich passt. Sitzt du bequem? Kommst du mit den Gängen zurecht? Du kannst ein paar Runden um den Block drehen und das Fahrgefühl erleben.

Seit der Pandemie ist die Nachfrage nach Rädern enorm gestiegen. Gleichzeitig gibt es immer wieder Lieferengpässe. Du musst also eventuell mit Wartezeiten rechnen. Darum findest du derzeit kaum Sonderangebote oder Restposten bei Fachhändlern.

Fahrräder online kaufen

Eine preisgünstigere Alternative zum Fahrradladen ist der Online-Handel. Auf Zweiräder spezialisierte Online-Händler bieten heute gute Qualität und eine große Auswahl. Viele Anbieter stellen inzwischen auch eigene Ratgeber zur Verfügung: Fahrradtypen, Schaltungen und Bremsen werden dort genau erklärt. Es gibt Informationen, welches Rad für welchen Zweck geeignet ist, wie du die Rahmengröße für dich bestimmst und ähnliches. Manche Unternehmen bieten sogar Online-Beratungen an.

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Der Online-Shop liefert dir dein Zweirad allerdings auch nur teilmontiert, du darfst also wieder selber schrauben. Manche Online-Händler arbeiten inzwischen aber mit Fahrradläden vor Ort zusammen, die den entsprechenden Service (Gänge einstellen, regelmäßige Wartung) leisten. Erkundige dich am besten vor der Bestellung.

Die Stiftung Warentest hat 2021 Online-Fahrradhändler getestet. Der Nachteil beim Online-Kauf: Du kannst das Rad vorher leider nicht ausprobieren.

Je nach Geldbeutel und Ansprüchen

Wer ein schlichtes Rad für den Alltag sucht und auf Fachberatung verzichten kann, wird im Baumarkt oder Discounter durchaus fündig. Vor allem für den kleinen Geldbeutel gibt es Angebote. Auch das preiswerte Kinderrad für den Hinterhof, das sowieso nur für ein Jahr passen wird, kannst du hier finden.

Der Kauf im Fachgeschäft ist besonders für Neulinge zu empfehlen, die Beratung brauchen. Auch wenn du Wert auf langlebige Qualität legst oder etwas Spezielles suchst, bist du beim Fachhändler richtig. Für Fachkenntnisse, Qualität und Service musst du aber auch tiefer in die Tasche greifen.

Der Online-Kauf bei einem guten Händler kann ein kostengünstiger Kompromiss sein.

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