Dieses Lebensmittel ist eine Billig-Ausnahme. Der Kartoffelmarkt steckt in einer tiefen Krise. Die Lager sind voll, die Abnehmer fehlen und selbst Discounter wie Lidl haben bereits auf den Preisverfall reagiert. Die Preise auf dem Erzeugermarkt sind in den vergangenen Monaten drastisch gefallen. Für viele Bauern ist die Situation inzwischen existenzbedrohend.
Bauern verdienen nicht nur nichts mehr an ihrer Ernte, sie müssen in manchen Fällen sogar draufzahlen. Deswegen geben manche ihre Kartoffeln inzwischen kostenlos ab - doch selbst das reicht laut agrarheute nicht aus, um die vollen Lager zu leeren.
Kartoffelpreise im Minusbereich: Landwirte zahlen für Entsorgung
In den Niederlanden meldete agrarheute zuletzt Kartoffelpreise von minus 1 bis 2 Euro pro 100 Kilogramm für Futterkartoffeln. Aufgrund des massiven Überschusses würden große Mengen als Tierfutter oder für Biogasanlagen verwendet, wobei die Entsorgungskosten - auch wegen steigender Transportkosten - immer häufiger den Erzeugern aufgebürdet würden. Das große Angebot habe zu einem Mangel an Absatzmöglichkeiten geführt. Niedrige Preise oder gar die kostenlose Abgabe von Kartoffeln reichten nicht aus, um die Lagerbestände abzubauen. Da keine Aussicht auf Preiserholung bestehe, versuchten die Erzeuger laut agrarheute, ihre Produkte früher auf den Markt zu bringen - was das Angebot weiter erhöht und die Preise zusätzlich drückt. Ein Teufelskreis, aus dem viele Betriebe kaum einen Ausweg sehen.
Der Überschuss auf dem europäischen Kartoffelmarkt ist gewaltig. Allein in den Niederlanden lagerten nach der Ernte 2025 laut agrarheute schätzungsweise 500.000 bis 600.000 Tonnen Kartoffeln ohne Abnehmer - dabei hätten die Niederländer 2025 rund 4,2 Millionen Tonnen Speisekartoffeln geerntet, 900.000 Tonnen mehr als im Vorjahr. In Belgien lagerten rund 800.000 Tonnen ohne Käufer, in Frankreich werde der Überschuss auf eine Million Tonnen geschätzt, in Deutschland auf ein vergleichbares Volumen. Der Gesamtüberschuss in der EU belaufe sich auf rund 3,3 Millionen Tonnen.
Der Grund für das Überangebot liege in den Vorjahren: Weil der Kartoffelpreis hoch war und der Markt mehr Kartoffeln benötigte, hätten viele Landwirte ihre Anbauflächen auf den Kartoffelanbau umgeschwenkt und deutlich ausgeweitet. Zusätzlich hätten sich die Exportmöglichkeiten außerhalb der EU verringert - die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump habe "die Geschäftsbereitschaft gedämpft", so d'Evry, Präsident des Verbandes der Kartoffelbauern Nordwesteuropas (NEPG), gegenüber agrarheute.
Kartoffeln direkt beim Bauern: So kannst du profitieren
Die Krise der Landwirte kann eine echte Chance sein. Wer in der Nähe einen Kartoffelbauern kennt oder einfach mal an einem Hof klingelt, hat gute Chancen, Kartoffeln zu einem symbolischen Preis oder sogar gratis zu bekommen - denn viele Bauern sind froh, wenn sie ihre vollen Lager loswerden.
Eine weitere Möglichkeit ist das sogenannte Stoppeln. Dabei werden nach der Ernte auf den Feldern liegen gebliebene Kartoffeln aufgesammelt - eine alte Tradition, die nach dem Zweiten Weltkrieg weit verbreitet war. Rechtlich ist die Sache jedoch klar: Stoppeln ohne Erlaubnis des Landwirts laut dem Rechtsportal ergo als Diebstahl und Unterschlagung geringwertiger Sachen. Wer erwischt wird, riskiert eine Geldstrafe oder schlimmstenfalls sogar eine Freiheitsstrafe.
Wer den Bauern vorher fragt und seine Erlaubnis einholt, ist hingegen auf der sicheren Seite - und viele Landwirte erlauben das Stoppeln gerne, weil es ihnen Arbeit erspart. Wichtig dabei: Erst nach dem Abernten mit dem Einsammeln beginnen, keine Stauden aus dem Boden reißen und das Feld respektvoll behandeln. Wer höflich fragt, bekommt in diesen Zeiten des Überangebots oft mehr als erwartet.
Ein Redakteur hat diesen Artikel unter der teilweisen Verwendung eines KI-Sprachmodells verfasst und/oder optimiert. Sämtliche Informationen wurden sorgfältig geprüft.
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