• Kosten für Nahrungsmittel steigen überproportional
  • Angebote landen oft im Warenkorb
  • Der Selbstversuch: Nur Angebote kaufen
  • Am Wochenende ist keineswegs alles günstig

Ungefähr seit fünf Jahren strengen sich die Discounter in der zweiten Wochenhälfte noch einmal besonders an. Sie arbeiten heftig daran, den Donnerstag, Freitag und Samstag zu Super-Einkaufstagen zu machen. Gelingen soll das, wie immer im Lebensmittelhandel, durch besonders günstige Angebote. Jetzt, wo die Preislawine über uns rollt, sind Aktionspreise am Wochenende besonders willkommen. Aber eins bleibt dir als Kunde nicht erspart: Nachrechnen musst du immer noch.

Kosten für Nahrungsmittel steigen überproportional

Erst waren es Benzin und Gas, jetzt sind es Butter, Milch, Fleisch und Wurst, die den deutschen Verbraucher schocken: Es gibt nur wenige Dinge, die nicht spürbar teurer geworden sind.

Preiserhöhungen sind bei allen Nahrungsmittelgruppen zu registrieren. Erheblich teurer sind Speisefette und Speiseöle (+27,3 %), Fleisch und Fleischwaren (+11,8 %), ebenso Molkereiprodukte und Eier (+9,4 %) sowie frisches Gemüse (+9,3 %).

Neben Energie und Nahrungsmitteln verteuerten sich auch andere Waren, etwa Fahrzeuge (+8,9 %) und Geräte der Informationsverarbeitung (+8,0 %). Die Zahlen sind dabei Durchschnittswerte.

Angebote landen oft im Warenkorb

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) hat das Kaufverhalten im Bereich Lebensmittel untersucht. Klare Ansage: Die Preissteigerungen verändern die Einkaufstrategie.

Die PwC-Umfrage zeigt: Bei steigenden Preisen kaufen die Konsument*innen verstärkt Produkte aus dem Angebot. Das sagen 58 Prozent der Befragten. 39 Prozent setzen auf die günstigen Eigenmarken der Händler, um die steigenden Kosten für den Einkauf zu kompensieren.

Fazit von PwC: In der Krise schlägt die Stunde der Discounter. Und CHIP sagt: Wer auf Angebote in den Filialen und im Prospekt achtet, kann viel Geld sparen. Klar ist aber auch, dass die Händler die Angebote als Lockvogel sehen. Sie versprechen sich viele Kund*innen im Markt, die natürlich nicht nur die Billigprodukte kaufen. Im Mittel kommt der Händler dann auf die Marge, die er braucht, um zu überleben.

Der Selbstversuch: Nur Angebote kaufen

Ein RTL-Journalist wollte es genau wissen und absolvierte einen Selbstversuch. Er wollte wissen, wie viel Geld sich eigentlich sparen lässt, wenn man nur noch Lebensmittel-Schnäppchen einkauft? Würde das im Alltag überhaupt funktionieren? Denn es sind ja immer nur wenige Produkte reduziert. Der Reporter hat sieben Tage lang nichts gekauft, was nicht im Sonderangebot zu kriegen war. 

Ergebnis der Recherche für den Single-Haushalt:

  • Ersparnis bei 30 verschiedenen Artikeln: 64,70 Euro im Vergleich zum Normalpreis.
  • Nicht gegengerechnet sind fünf Stunden Zeitaufwand und 110 Kilometer, die der Journalist mit dem Auto von einem zum anderen Laden unterwegs war.

Etwas einfacher funktioniert der Einkauf, wenn du diese drei Empfehlungen beachtest:

  • Sonderangebote wiederholen sich (95 Prozent der gängigen Alltagsprodukte sind alle paar Wochen im Angebot).
  • Gezieltes Warten lohnt sich also und dann auf Vorrat kaufen.
  • Maximal drei Lieblingsmärkte im Umkreis festlegen. 

Am Wochenende ist keineswegs alles günstig

Die Prospekt-Analyse zeigt, dass Discounter wie Aldi, Norma oder Lidl besonders an den Wochenenden versuchen, mit Sonderangeboten Kunden in die Filialen zu locken.

Der Schwerpunkt liegt dabei auf Lebensmitteln, Fleischprodukten und Drogerie-Artikeln.

Branchenbeobachter hatten auf CHIP-Anfrage berichtet, dass dieses Lockmittel bei den Kunden gut ankommt. Viele Händler verzeichnen Umsatzsprünge hin zum Freitag und Samstag. Für sie sind das oftmals die umsatzstärksten Verkaufstage in der Woche. 

Fazit

Die wöchentlichen günstigen Angebote bei den Discountern und Supermärkten solltest du auf jeden Fall nutzen. Dazu gehören auch die Wochenendangebote, unschlagbar günstig sind sie aber nicht immer. Preisvergleiche bleiben dir also nicht erspart.