Wer mit dem eigenen Auto in den Urlaub startet, steht am Flughafen oft vor einer teuren Überraschung: Die Parkgebühren vor Ort können die Reisekasse empfindlich belasten. Wie eine aktuelle Auswertung der Mietwagen-Plattform billiger-mietwagen.de zeigt, kann eine frühzeitige Online-Buchung des Stellplatzes diesen Posten erheblich reduzieren – an manchen Standorten um bis zu 73,6 Prozent.
Parken am Flughafen: Enorme Ersparnis durch frühzeitige Online-Buchung möglich
Untersucht wurden die Parkgebühren an insgesamt 25 deutschen Flughäfen, wobei sowohl die Vor-Ort-Preise als auch die vorab buchbaren Online-Tarife miteinander verglichen wurden. Auch der ADAC empfiehlt in einem deutschlandweiten Flughafen-Ranking zu Anreise und Parken, den Stellplatz frühzeitig online zu reservieren und Sonderangebote zu nutzen – gerade in Ferienzeiten sei die gewünschte Parkkategorie sonst schnell ausgebucht.
Bemerkenswert sind dabei nicht nur die Unterschiede zwischen den Buchungswegen, sondern auch die enormen Preisunterschiede zwischen den einzelnen Standorten. Während sieben Tage Parken an bestimmten Flughäfen bis zu 258 Euro verschlingen, ist derselbe Zeitraum andernorts bereits ab 29 Euro zu haben.
Das ist eine Differenz, die kaum zu ignorieren ist – und die zeigt, wie stark sich Planung und Vorausbuchung finanziell auszahlen können.
Parken vor Ort: Frankfurt am teuersten, Stuttgart am günstigsten
Mit 258 Euro für eine Woche belegt der Flughafen Frankfurt den unrühmlichen Spitzenplatz unter den teuersten Parkmöglichkeiten in Deutschland. Deutlich dahinter, aber immer noch kostspielig, folgen Nürnberg mit 163 Euro sowie Hamburg mit 149 Euro. Auch an Standorten wie Friedrichshafen, Köln/Bonn und München werden Preise um die 100 Euro fällig, wenn das Fahrzeug spontan vor Ort abgestellt wird.
Ein breites Mittelfeld bilden folgende Flughäfen, an denen sich die Kosten für sieben Tage Parken – je nach konkretem Angebot – zwischen rund 50 und 90 Euro einpendeln:
- Berlin/Brandenburg (Flughafen Berlin Brandenburg "Willy Brandt", BER)
- Dortmund (Dortmund Airport, DTM)
- Lübeck-Blankensee (Lübeck Airport, LBC)
- Erfurt-Weimar (Flughafen Erfurt-Weimar, ERF)
- Saarbrücken (Flughafen Saarbrücken, SCN)
- Karlsruhe/Baden-Baden (Baden Airpark, FKB)
- Weeze (Airport Weeze/Niederrhein Airport, NRN)
- Dresden (Flughafen Dresden International, DRS)
- Münster/Osnabrück (Flughafen Münster/Osnabrück, FMO)
- Paderborn/Lippstadt (Flughafen Paderborn/Lippstadt, PAD)
Noch deutlich preiswerter wird es an kleineren Regionalflughäfen. Bremen, Leipzig/Halle, Rostock-Laage und Kassel/Calden liegen teils klar unter der 50-Euro-Marke. Das absolute Minimum markiert Stuttgart: Gerade einmal 29 Euro kostet dort das einwöchige Abstellen des Wagens – ein Wert, der fast neunmal geringer ausfällt als der Spitzentarif in Frankfurt.
Online-Parken im Vergleich: Preise reichen von 29 bis 129 Euro
Vorab über das Internet gebuchte Parkplätze präsentieren sich an den meisten deutschen Flughäfen deutlich günstiger als die spontane Buchung vor Ort. Bei den Online-Preisen ergibt sich deshalb ein etwas anderes Bild, wenn es um die höchsten Preise geht.
Mit 129 Euro für sieben Tage via Online-Buchung führt Nürnberg diesen Vergleich an. Zugleich ist der fränkische Airport der einzige Flughafen in ganz Deutschland, bei dem die Kosten für eine Woche Flughafen-Parken mit Vorab-Online-Buchung im dreistelligen Euro-Bereich liegen. Am zweitteuersten ist Memmingen (Allgäu Airport Memmingen, FMM 89 Euro), auf Rang 3 folgt Hamburg (Hamburg Airport "Helmut Schmidt", HAM) mit 87 Euro. Dahinter folgen Düsseldorf (Düsseldorf Airport, DUS) und Dortmund (Dortmund Airport, DTM) mit 85 Euro beziehungsweise 84 Euro
An der überwiegenden Mehrheit der untersuchten Standorte pendeln sich die Online-Tarife deutlich darunter ein. Flughäfen wie Karlsruhe/Baden-Baden, Weeze, Berlin/Brandenburg, München, Lübeck-Blankensee, Hannover, Friedrichshafen, Frankfurt, Frankfurt-Hahn, Paderborn/Lippstadt, Dresden, Bremen und Leipzig/Halle verlangen zwischen 40 und 80 Euro für eine Woche. Besonders attraktiv sind Münster/Osnabrück und Köln/Bonn mit jeweils 39 Euro. Stuttgart bildet eine Besonderheit: Dort bleibt der Preis von 29 Euro konstant – unabhängig davon, ob online oder direkt vor Ort gebucht wird.
Großes Sparpotenzial: Online-Parken oft erheblich günstiger - besonders in Frankfurt
Die Unterschiede zwischen spontaner und vorausgeplanter Buchung sind in einigen Fällen schlicht verblüffend. Frankfurt sticht dabei besonders hervor: Trotz der insgesamt sehr hohen Preise lassen sich durch eine frühzeitige Online-Reservierung sage und schreibe 73,6 Prozent der Kosten einsparen. Auch an weiteren großen Standorten ist das Sparpotenzial beachtlich – in Köln/Bonn, Friedrichshafen, Hamburg und München liegt die Ersparnis bei einer Vorabbuchung zwischen rund 35 und 65 Prozent.
Frieder Bechtel, Pressesprecher von billiger-mietwagen.de, bringt es auf den Punkt: "Unsere Auswertung zeigt, dass viele Reisende beim Parken am Flughafen oft zu viel bezahlen. Wie beim Mietwagen gilt auch beim Flughafen-Parken: Wer Preise vergleicht und frühzeitig online bucht, kann teils erhebliche Beträge sparen. Gerade an großen Flughäfen ist der Unterschied zwischen den einzelnen Angeboten besonders deutlich."
Allerdings gilt das Prinzip "online ist immer günstiger" nicht überall. In Bremen, Dortmund und Stuttgart etwa sind Vor-Ort- und Online-Preise identisch. Und an einigen wenigen Flughäfen dreht sich die Logik sogar um: In Dresden, Karlsruhe/Baden-Baden, Weeze und Paderborn/Lippstadt ist die Online-Buchung zwischen 3,6 und 13,3 Prozent teurer als das spontane Buchen direkt am Standort. Wer also wirklich sparen möchte, sollte vor der Reise einen gründlichen Preisvergleich anstellen.
Parkgebühren am Flughafen: Hier sparst du mit einer Online-Buchung am meisten
Die folgende Übersicht zeigt, an welchen deutschen Flughäfen der Unterschied zwischen Vor-Ort-Tarif und Online-Vorabpreis am größten ausfällt – sortiert nach Sparpotenzial:
- Frankfurt (Fraport – Frankfurt Airport, FRA) – Vor Ort: 258 Euro, Online: circa 68 Euro, Ersparnis: circa 73,6 Prozent
- Köln/Bonn (Flughafen Köln Bonn "Konrad Adenauer", CGN) – Vor Ort: circa 100 Euro, Online: 39 Euro, Ersparnis: circa 61–65 Prozent
- Friedrichshafen (Flughafen Friedrichshafen "Bodensee Airport", FDH) – Vor Ort: circa 100 Euro, Online: circa 55–65 Euro, Ersparnis: circa 35–45 Prozent
- Hamburg (Hamburg Airport "Helmut Schmidt", HAM) – Vor Ort: 149 Euro, Online: 87 Euro, Ersparnis: circa 42 Prozent
- München (Flughafen München "Franz Josef Strauß", MUC) – Vor Ort: circa 100 Euro, Online: circa 55–65 Euro, Ersparnis: circa 35–45 Prozent
- Nürnberg (Albrecht Dürer Airport Nürnberg, NUE) – Vor Ort: 163 Euro, Online: 129 Euro, Ersparnis: circa 21 Prozent. Abseits der reinen Preisfrage sorgt der Airport derzeit auch mit einem neu eingeführten Parksystem mit automatischer Kennzeichenerfassung für Diskussionen: Auf Kurzzeit-Stellplätzen soll das Parken künftig ohne Parkschein funktionieren – das System zieht jedoch harsche Kritik auf sich.
- Münster/Osnabrück (Flughafen Münster/Osnabrück, FMO) – Vor Ort: circa 50–90 Euro, Online: 39 Euro, Ersparnis: variiert
- Berlin/Brandenburg (Flughafen Berlin Brandenburg "Willy Brandt", BER) – Vor Ort: circa 50–90 Euro, Online: circa 40–80 Euro, Ersparnis: variiert
- Bremen (Flughafen Bremen, BRE), Dortmund (Dortmund Airport, DTM), Stuttgart (Flughafen Stuttgart, STR) – Kein Preisunterschied zwischen Vor-Ort- und Online-Buchung
- Dresden (Flughafen Dresden International, DRS), Karlsruhe/Baden-Baden (Baden Airpark, FKB), Weeze (Airport Weeze / Niederrhein Airport, NRN), Paderborn/Lippstadt (Flughafen Paderborn/Lippstadt, PAD) – Online-Buchung ist 3,6 bis 13,3 Prozent teurer als vor Ort
Sparen bei der Parkplatz-Buchung: So schneiden die bayerischen Airports ab
Bayern ist nicht nur das flächengrößte Bundesland Deutschlands, sondern auch eine der bedeutendsten Luftverkehrsregionen des Landes. Drei der 25 untersuchten Flughäfen liegen im Freistaat: der internationale Großflughafen in München, der traditionsreiche Stadtflughafen in Nürnberg sowie der kleinere Allgäu Airport im schwäbischen Memmingen. Was das Thema Parken betrifft, liefern diese drei Standorte laut der Auswertung von billiger-mietwagen.de ein ausgesprochen unterschiedliches Bild – sowohl in puncto Preisniveau als auch hinsichtlich des Sparpotenzials durch eine frühzeitige Online-Buchung. Die größten Kontraste zeigen sich beim Vergleich der Vor-Ort-Tarife mit den vorab buchbaren Preisen:
- München (Flughafen München "Franz Josef Strauß", MUC): Vor-Ort-Preis circa 100 Euro, Online-Tarif circa 55–65 Euro – Ersparnis circa 35–45 Prozent. Der zweitgrößte Flughafen Deutschlands belohnt vorausschauende Reisende mit einer spürbaren Preisreduktion. Wer frühzeitig bucht, zahlt deutlich weniger für denselben Stellplatz.
- Nürnberg (Albrecht-Dürer-Airport Nürnberg, NUE): Vor-Ort-Preis 163 Euro, Online-Tarif 129 Euro – Ersparnis circa 21 Prozent. Nürnberg ist bayernweit der teuerste Flughafen zum Parken – und das sowohl vor Ort als auch online. Die Vorabbuchung bringt immerhin eine Ersparnis von rund einem Fünftel.
- Memmingen (Allgäu Airport Memmingen, FMM): Online-Tarif 89 Euro – damit einer der teuersten Online-Parkpreise unter allen 25 untersuchten Standorten deutschlandweit.
Hinweis: Für Memmingen lagen in der billiger-mietwagen.de-Auswertung keine Vor-Ort-Vergleichsdaten vor. Laut einer eigenen Recherche auf Basis von parkenflughafen.de liegen die regulären Vor-Ort-Tarife am Allgäu Airport je nach Parkplatz zwischen 114 Euro (P5) und 258 Euro (P1) pro Woche – gemessen daran beträgt die Ersparnis durch eine Online-Vorabbuchung (89 Euro) zwischen circa 22 und 66 Prozent. (Eigene Berechnung auf Basis externer Daten; nicht Teil der billiger-mietwagen.de-Auswertung.)
An Bayerns Flughäfen gilt: Vorabbuchung über das Internet lohnt sich grundsätzlich
Bemerkenswert: Obwohl der Allgäu Airport mit nur einem Terminal und 207 Hektar Fläche deutlich kleiner als der Nürnberger Flughafen ist, übertraf Memmingen im ersten Quartal 2025 den Albrecht-Dürer-Airport bei den Passagierzahlen – mit 713.000 Fluggästen gegenüber 679.000 in Nürnberg, ein Plus von 16,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Was alle drei bayerischen Airports gemeinsam haben: Eine Vorabbuchung über das Internet lohnt sich grundsätzlich – zumindest in München und Nürnberg ist der Unterschied klar messbar. Besonders der Münchner Flughafen zeigt, dass auch an einem der meistfrequentierten Drehkreuze Europas mit ein bisschen Planung bares Geld gespart werden kann. Wer hingegen spontan anreist und den Parkschein erst am Automaten zieht, zahlt dort spürbar drauf.
Der Allgäu Airport in Memmingen überrascht mit einem vergleichsweise hohen Online-Preis, der im bundesweiten Ranking sogar knapp hinter Nürnberg auf Platz drei der teuersten Online-Tarife landet – ein Umstand, der auf den ersten Blick angesichts der Größe des Standorts erstaunen mag.
Anfang vergangenen Jahres schaffte es ein Dauerparker vom Berliner Flughafen bundesweit in die Schlagzeilen: Er bewegte seinen Wagen monatelang nicht von einem Kurzzeit-Parkplatz. Die Rechnung zeigte am Ende satte 200.000 Euro.