Von pinken Salzseen bis hin zu blau leuchtenden Wäldern: Diese Ziele bieten Spektakel, die man sonst nur aus Filmen kennt. Doch für dieses Gefühl völliger Verzauberung braucht es kein teures Ticket nach Übersee oder einen kräftezehrenden Jetlag.

Wer seine Reise geschickt plant und die kurzen Zeitfenster der Natur abpasst, findet diese "Wunderland-Momente" nicht nur an den fernen Küsten Australiens, Mexikos oder der Karibik, sondern oft sogar direkt vor der eigenen Haustür.

Der blaue Traum: Die Hasenglöckchen-Blüte im Hallerbos

Nur wenige Kilometer südlich von Brüssel zeigt sich im Frühjahr ein Phänomen, das den Wald von Hallerbos international bekannt gemacht hat. Mitte April verwandelt sich der Boden des Buchenwaldes in einen dichten, blau-violetten Teppich. Grund dafür sind Millionen von Hasenglöckchen, die zeitgleich blühen, bevor das dichte Blätterdach der Bäume das Sonnenlicht abschirmt.

Das Bild zeigt den märchenhaften Hallerbos in Belgien während seiner berühmten Frühlingsblüte.
CC0 / pixabay.com

Die Atmosphäre in dieser Zeit ist für Besucher außergewöhnlich, da die Farbe des Bodens je nach Lichteinfall zwischen einem kräftigen Blau und einem sanften Lila schwankt. Da die Blütezeit oft nur zwei bis drei Wochen dauert, ist das Zeitfenster für diesen "blauen Traum" jedes Jahr begrenzt.

Das pinke Rätsel: Die Laguna Rosa von Torrevieja

An der spanischen Costa Blanca befindet sich ein Gewässer, das auf den ersten Blick wie eine optische Täuschung wirkt. Die Laguna Rosa in Torrevieja leuchtet in einem intensiven Pink, das einen scharfen Kontrast zum weißen Ufersalz bildet. Verantwortlich für dieses Naturphänomen ist eine Kombination aus Halobakterien und Algen, die in extrem salzhaltigem Wasser gedeihen.

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Besonders im Spätsommer, wenn die Konzentration am höchsten ist und die Sonne steil steht, erreicht die Farbe ihre maximale Intensität. Die Lagune ist zudem ein wichtiger Ort zur Vogelbeobachtung, da hier regelmäßig hunderte Flamingos Station machen.

Die brennenden Klippen: Das Ocker-Tal von Roussillon

In der französischen Provence findet man einen Ort, der farblich beeindruckend ist. Der "Sentier des Ocres" in Roussillon ist eine Landschaft aus brennendem Orange, leuchtendem Gelb und tiefem Blutrot. Die ehemaligen Ockerbrüche haben eine bizarre Felslandschaft hinterlassen, die aussieht, als hätte jemand eine gigantische Farbpalette verschüttet.

Diese bizarren orangenen Felsen in Südfrankreich sind einfach faszinierend.
aterrom/AdobeStock

Der Kontrast zwischen dem tiefblauen Himmel, den grünen Pinien und der glühenden Erde ist so intensiv, dass die Fotos davon oft wie nachbearbeitet wirken. Es ist eine Welt aus Farben, die man sonst eher auf dem Mars vermuten würde als im Herzen Frankreichs.

Die goldene Trance und das brennende Rot

Die Farbspektakel, die viele direkt vor der eigenen Haustür finden, ist zum Einen die sommerliche Rapsblüte. Im Mai verwandeln sich weite Teile der Landschaften in Deutschland, insbesondere auf der Ostsee-Insel Fehmarn, in ein leuchtendes Meer. Das intensive Gelb der Nutzpflanze erzeugt eine optische Dominanz, die die gesamte Umgebung für einige Wochen prägt. Neben dem visuellen Reiz ist es vor allem der charakteristische, süßliche Duft, der die "goldene Trance" ausmacht. Für Fotografen bietet das Zusammenspiel aus dem knalligen Gelb der Felder und einem klaren blauen Himmel eines der kontrastreichsten Motive des europäischen Sommers.

Einen Kontrast zum gelben Raps bietet übrigens ganz lokal die Mohnblüte, die ab Juni ganze Äcker – etwa im Landkreis Forchheim oder rund um Bamberg – in ein tiefes Rot taucht. Diese "Mohn-Explosionen" wirken wie ein brennender Teppich, der über die Hügel gerollt wurde. Das intensive Rot der unzähligen Blütenköpfe ist so gesättigt, dass es fast unwirklich erscheint. Da Mohn sehr empfindlich ist, verschwindet dieses Spektakel oft so schnell, wie es gekommen ist, was den Moment umso wertvoller macht.

Das grüne Auge: Die Lagune von El Golfo auf Lanzarote

Ein nicht ganz so zugängliches aber ebenso faszinierendes Farberlebnis bietet die Kanareninsel Lanzarote. Inmitten eines halb im Meer versunkenen Vulkankraters liegt der "Lago Verde". Das Wasser dieser Lagune leuchtet in einem fast neongrünen Ton, was einen extremen Kontrast zum tiefschwarzen Lavastrand und dem azurblauen Atlantik direkt daneben darstellt. Die Färbung entsteht durch eine hohe Konzentration an Meeresalgen. Da die Lagune unter Naturschutz steht, ist der Zugang streng reglementiert, doch von den umliegenden Klippen bietet sich ein Ausblick, der das "grüne Auge" Lanzarotes in seiner gesamten bizarren Pracht zeigt.

Der grüne See auf Lanzarote - eingebettet in eine fast außerirdisch wirkende Felslandschaft.
1 MEDIA/AdobeStock

Wer diese Orte besuchen möchte, sollte sich vorab über die saisonalen Besonderheiten informieren. Während die Farben auf Lanzarote und in Torrevieja das ganze Jahr über stabil bleiben, sind die Phänomene in Belgien und Deutschland streng an die Blütezeiten im Frühjahr gebunden. Zudem gilt für alle diese Orte: Die Natur ist empfindlich. Das Verlassen der markierten Wege ist oft nicht erwünscht, um die Flora und die dort lebenden Tiere zu schützen.

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